- - - - I N ~ M E M O R I A M - - - -

H a j o ~ H e r r m a n n


* 1. August 1913 in Kiel ~ + 5. November 2010.


Oberst a. D. der Luftwaffe - Rechtsanwalt.


Von 1933 bis 1935 bei der Reichswehr und wechselte anschließend zur
Luftwaffe der Deutschen Wehrmacht.

"Seine Leistungen in der Reichsverteidigung wurden am 23. Januar 1944
mit der Verleihung der Schwerter zum Ritterkreuz gewürdigt. Er gehört
damit zu den höchstdekorierten Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Im
Verlauf des Krieges brachte er es auf 370 Feindflüge, wobei er selbst
vier Mal abgeschossen wurde." (wikipedia.de)

Auszeichnungen:
Eisernes Kreuz II. und I. Klasse (1939)
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern:
---Ritterkreuz am 13. Oktober 1940
---Eichenlaub am 2. August 1943 (269. Verleihung)
---Schwerter am 23. Januar 1944 (43. Verleihung)
Deutsches Kreuz in Gold am 5. Juni 1942
Frontflugspange in Gold
Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern. (wikipedia.de)

Mai 1945 bis 12. Oktober 1955 Kriegsgefangenschaft in der Sowjet-Union.
Studium der Rechtswissenschaften. Ab 1965 Rechtsanwalt in Düsseldorf.
Bekannter Verteidiger von Patrioten vor den BRD-Gerichten. Engagierter
Redner auf deutsch-nationalen Veranstaltungen.

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~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ N a c h r u f ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


~ ~ ~ ~ ~ H a j o ~ H e r r m a n n ~ ~ ~ ~ ~


~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Oberst a. D. der Luftwaffe und Rechtsanwalt ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Hajo Herrmann hat am 05. 11. 2010 nach einem arbeits- und erfolgreichen, oft harten, aber dennoch
erfüllten Leben seine Augen für immer geschlossen.

Seine Leistungen für unser Volk sowie für Wahrheit, Recht und Freiheit sind bisher nur von einer kleinen
Schar volkstreuer Deutscher erkannt und anerkannt worden. Wenn aber - wie das schon Max von
Schenkendorf in seinem Lied "Wenn alle untreu werden" hoffte -, die Mehrheit der Deutschen in "Lieb und
Treue" zu ihrer "Quelle", dem Volkstum, zurückkehrt, dann wird Hajo Herrmann einen Ehrenplatz in der
deutschen Geschichte einnehmen!

Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Hajo Herrmann aufopfernd für den Schutz Deutschlands. Zunächst war er
Bombenflieger. Dabei gelang ihm ein wahres Husarenstück: die Zerstörung des griechischen Hafens
Piräus, über den der Nachschub für die von Griechenland aus angreifenden britischen Truppen lief.

Später wurde er zu den Jagdfliegern berufen und errang nicht nur Verdienste im Luftkampf, sondern
erarbeitete auch eine neue Taktik, wie den anglo-amerikanischen Terrorbombern, die deutsche Städte in
Schutt und Asche legten, wirksamer begegnet werden konnte. Die Taktik hatte den Namen "Wilde Sau".

Nach Kriegsende versuchte er bei den Sowjets zu erkunden, wie es weitergehen sollte. Er sandte dazu zwei
Kameraden - praktisch als Parlamentäre - ins russische Hauptquartier. Diese hielten die Sowjets aber fest
und wollten sie nur wieder freilassen, wenn sich Hajo Herrmann selbst stellte. Da gab es für ihn keine
andere Entscheidung, als sich auszuliefern. Die Sowjets begingen aber ein weiteres Unrecht. Sie hielten ihr
Wort nicht und nahmen alle drei als Gefangene, die bald zu "Kriegsverbrechern" erklärt und jahrelang
unter unwürdigen und unmenschlichen Bedingungen festgehalten wurden.

In der Gefangenschaft wurden Hajo Herrmann für Verrat von militärischen Geheimnissen oder für das
Anschwärzen von Kameraden Vergünstigungen angeboten. So etwas kam für ihn aber nicht in Frage.
Daher wurde er - wie so mancher andere Kamerad - verbrecherischerweise für zehn Jahre in
Zwangsarbeiterlagern gefangengehalten.

Nach seiner Entlassung begrüßte er seine Heimat mit vollem Herzen. Leider erkannte Hajo Herrmann bald,
daß hier die deutsche Art schon nicht mehr so herrschte, nach der er sich in der Gefangenschaft gesehnt
hatte. Auch die neue Bundeswehr war für ihn kein Arbeitsplatz. So begann Hajo Herrmann noch mit 42
Jahren ein Jurastudium. Nach erfolgreichem Abschluß arbeitete der Spätheimkehrer bis über seinen 95.
Geburtstag hinaus in seinem Beruf - 30 Jahre länger als bis zur üblichen Pensionierungsgrenze.

Diese Arbeit diente nicht nur dem reinen Geldverdienen, sondern galt auch dem Bestreben, die immer
mehr um sich greifende politische Justiz zurückzudrängen bzw. den Opfern dieser rechtswidrigen Justiz
Beistand zu leisten. Dabei setzte er sich im Sinne der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit stets
für den Erhalt dieser Freiheit und damit der Grundlage einer freiheitlichen Demokratie überhaupt ein.

Hajo Herrmann lag die Schaffung und Erhaltung einer Gedächtnisstätte für die ungezählten zivilen
deutschen Opfer des Krieges sehr am Herzen. Diese konnte in Borna errichtet werden. Aber diese Stätte
rief die Antifa auf den Plan, die mit Billigung der Staatsgewalt und begleitet von Verunglimpfungen durch
die Presse gegen diese Gedächtnisstätte hetzte und sogar gewaltsam-zerstörerisch vorging.

Sehr traurig war Hajo Herrmann, als die Verantwortlichen für diese Stätte dem Druck nicht standhielten
und es zu Entzweiungen kam.

Neben den beiden Büchern "Bewegtes Leben" (1), über den fliegerischen Einsatz und "Als die Jagd zu
Ende war" (2), über die Zeit der Gefangenschaft, hat Hajo Herrmann noch weitere Bücher bzw. Hörbücher
geschrieben: "Supersoldiers" (3), "Erinnerungen eines deutschen Luftwaffenoffiziers" (4) sowie "Kleine
Odyssee" (5).

Sein letztes Werk, in dem Hajo Herrmann über die Zeit nach seiner Gefangenschaft berichten wollte,
konnte er nicht mehr ganz vollenden. Es wäre sehr schön und wichtig, wenn dieses Buch noch erscheinen
könnte.

Die Länge des Lebens macht nicht seinen Wert aus. Bei Hajo Herrmann fiel aber ein langes Leben mit
stetem Wirken für hohe Ziele zusammen. Und nie konnten den Verstorbenen Unverstand und Bosheit, mit
denen ihm andere Menschen entgegentraten, zum Verbittern bringen, stets bewahrte er sich seinen
goldenen Humor. So kann man von einem erfüllten Leben sprechen, und so wird er allen, die ihn kannten
und verstanden, in ehrendem Angedenken bleiben.

Wir sagen Hajo Herrmann ein letztes herzliches Dankeschön für alles, was er für unser Deutschland getan
hat.

Elke und Gundolf Fuchs

*

(1) Hajo Herrmann - Bewegtes Leben - Kampf- und Jagdflieger 1935 - 1945
- - Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1984 (ISBN 3-61301008-9)
(2) Hajo Herrmann - Als die Jagd zu Ende war - Mein Flug in die
- - sowjetische Gefangenschaft, München, Universitasverlag, 1988 (ISBN 3-8289-0330-4)
(3) "Supersoldiers" - Die Wehrmacht im Urteil ausländischer Experten -
- - 2006 (ISBN 3-924309-77-9 als Herausgeber)
(4) Erinnerungen eines deutschen Luftwaffenoffiziers, 2006
- - Selbstgesprochenes Hörbuch auf zwei CDs
(5) Kleine Odyssee - Der Luftangriff auf den Hafen von Piräus, 2007
- - (Hörbuch auf zwei CDs - Herrmann spricht die Einleitung)

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Die nun folgende Würdigung von Hajo Herrmann wurde
noch zu Lebzeiten anläßlich eines Geburtstages ge-
schrieben und zwar von Dr. Gundolf Fuchs nach der
Maxime: "Man braucht eines bedeutenden Menschens
nicht erst nach seinem Tode zu gedenken. Und wenn
man das Glück hat, daß ein solcher Mensch ein hohes
Alter erreicht, kann das geschehen..." - Aber der
Schluß der Würdigung ist nachträglich angepaßt
worden. KHH.

*


H a j o ~ H e r r m a n n - E i n e ~ W ü r d i g u n g .


Hajo Herrmann, Oberst a.D. der deutschen Luftwaffe, nach 1945 zehn Jahre "Sträfling" in sowjetischen
Nachkriegsgefangenenlagern, danach noch Jura studiert und Jahrzehnte als Rechtsanwalt gearbeitet, hat am
14. Februar 2009 die erste Ansprache zum "Trauermarsch" in Dresden gehalten.

Der Trauermarsch wird im wesentlichen von volks- und rechtsbewußten Menschen zum Gedenken an die
Opfer des Massenmordens gegen Ende des Zweiten Weltkrieges - hauptsächlich an der Zivilbevölkerung
- veranstaltet. Linke volksentfremdete Kreise unter Teilnahme hoch-gestellter Politiker nahmen an einer
Gegendemonstration teil, die für das "Glauben" an die ungeheuerliche Verniedlichung der Opferzahlen auf
etwa ein Zehntel warben.

Hajo Herrmann hat am 01. August 2008 sein 95. Lebensjahr vollendet!

Wer ist dieser außergewöhnliche Mensch? Die Antwort wollen wir uns weitgehend von der
Lebensbeschreibung aus Hajo Herrmanns Feder geben lassen, denn über die beiden Lebensabschnitte, die
Kriegszeit und die Zeit der Gefangenschaft, berichtet er in den Büchern "Bewegtes Leben" und "Als die
Jagd zu Ende war".

Zuvor noch eine Anmerkung: Hohes Alter ist nur bedingt ein Verdienst des Menschen. Ein Verdienst ist es
insofern, als ein Mensch durch seine Lebensführung in gewissem Maße zur Verkürzung oder Verlängerung
seines Lebens beitragen kann. Hohes Alter ist jedoch weitgehend ein Geschenk der Natur. Der Wert des
Lebens wird hingegen dadurch bestimmt, wie der Mensch sein Leben gestaltet. Er kann seine Kräfte
hauptsächlich für selbstsüchtiges Streben verwenden. Er kann aber auch voll Verantwortung für die
Gemeinschaft höheren Zielen dienen. Die natürliche größere Gemeinschaft für einen Menschen ist das
Volk, und zu den hohen Zielen gehört der Einsatz für Wahrheit, Recht und Freiheit. Den letztgenannten
Lebensweg ist Hajo Herrmann gegangen.

Als ihm Anerkennung ausgesprochen wurde, daß er in Dresden dabei war, antwortete er: "Das gehört sich
doch so!" Weil Hajo Herrmann seinen Einsatz für selbstverständlich hält, legt er auf Lobreden keinen
Wert, aber Vorbildliches nicht zu loben, wäre ein Verstoß gegen den Wahrheitswillen, und der ist bei Hajo
Herrmann stark ausgebildet. Und noch eine Charakterisierung vorweg, bevor wir einen kurzen Einblick in
seine Bücher nehmen:

Hajo Herrmann hat sich nie als "Gott" gefühlt, für den es keine Entscheidungsschwierigkeiten gibt. Nein,
er hat oft mit schweren Entscheidungen ringen müssen, aber am Ende stand immer ein würdiger Entschluß.

Aus dem Buch "Bewegtes Leben" gibt es eine Leseprobe besonderer Art, nämlich ein Hörbuch mit dem
Namen "Kleine Odyssee". Beschrieben wird der erfolgreiche deutsche Angriff auf den griechischen Hafen
Piräus, den Hauptnachschubhafen der Engländer im Zweiten Weltkrieg für die Truppen auf dem Balkan.
Sprecher des Hörbuchs ist ein Schauspieler, der selbst Flieger war und sich daher in die Lage eines
Kampffliegers gut hineinversetzen konnte. Spannend und dramatisch wird das Geschehen vorgetragen: das
Bewußtsein der Gefahren, die Nervenanspannung in Notlagen, aber auch die Freude, wenn man merkt, daß
die Gefahr überwunden ist.

Hajo Herrmann war auch in jüngeren Jahren ebenso selbstbewußt wie selbstkritisch. Wenn sich dem
Selbstbewußtsein Befähigung paart, kommt oft eine gewisse Eigenwilligkeit dabei heraus, wobei der
eigene Wille aber meist der richtige ist.

Beim Militär muß eine gewisse Hierarchie herrschen, damit Ordnung und Schlagkraft gesichert sind. Aber
diese Rangordnung erstarrt manchmal, so daß es zwischen Vorgesetzten und befähigten Untergebenen
Spannungen geben kann. Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Mißbilligung der wichtigen Mahnungen
Erich Ludendorffs als "Sachbearbeiter" im deutschen Generalstab, die deutsche Wehrkraft zu erhöhen, weil
sich rings um Deutschland feindliche Heere verstärkten. Ludendorff wurde dafür zur Truppe versetzt mit
der Bemerkung, sein neuer Chef möge ihm Gehorsam beibringen.

In dem Hörbuch wird auch eine Begebenheit geschildert, wie Hajo Herrmann den Einsatz seiner Staffel
durch Beladung mit einer größeren Bombenlast wirksamer gestalten wollte. Der Kommandant wußte das
und führte vor dem Abflug noch eine Kontrolle durch. Er befahl, die überschüssigen Bomben abzuladen,
was seine Leute nur widerwillig taten.

Zum Hörbuch gehört ein kleines Heft, das gleich im Vorwort ein stolzes Wort von Johann Gottlieb Fichte
enthält: "Nicht die Gewalt der Armee, noch die Tüchtigkeit der Waffen, sondern die Kraft des Gemüts ist
es, welches die Siege erringt." Wie alle Sprichworte hat auch diese Aussage Grenzen. Wenn die
Übermacht zu groß ist, nützt auch der eisernste Wille nichts. Wenn Israel mit modernster Waffentechnik
grausam und rücksichtslos gegen teilweise unbewaffnete Palästinenser vorgeht, dann können letztere nicht
den Sieg erringen. Trotzdem können sie bei heldenhaftem Widerstand doch die moralischen Sieger sein.

Über den Krieg lesen wir in dem Heft: "Als glühender Schmelztiegel scheidet der Krieg das Echte von dem
Schein. Jede Fassade, hinter der sich der Einzelne im bürgerlichen Leben wortreich verbergen kann,
schwindet vor der existentiellen Bedrohung und der Auflösung aller Strukturen. Der Krieg offenbart das
Innerste des Menschen: Er bietet zahlreiche Gelegenheiten zur Entfaltung niederer Veranlagungen, und
doch treibt die allgegenwärtige Androhung der Gefahr andere zu schier übermenschlichen Leistungen an
und offenbart ungeahnte Tugenden. Und gerade das macht die Faszination von Kriegserlebnissen aus: Sie
geben wieder ein Stück Glauben an menschliche Größe zurück, den man so leicht in einer übersättigten
und gelangweilten Welt verliert." - Woran liegt es nun, daß die meisten Menschen im Kriege über sich
hinauswachsen? Natürlich schweißt die häufige gemeinsame Lebensgefahr Menschen fester zusammen,
aber das Wichtigste ist doch das Mahnen der Volksseele, wenn in einem Kriege Leben und Freiheit eines
Volkes verteidigt werden muß.

Hajo Herrmann empfand den Unterschied zwischen dem Handeln der Menschen im Krieg und der Zeit
danach als besonders groß, weil er in der Gefangenschaft das schauerliche Zurückfallen von einstigen
Mitstreitern erlebte, die um eigenen Vorteils willen ihre Kameraden bespitzelten und an die feindlichen
Bewacher auslieferten. Aber auch nach der Heimkehr im Jahre 1955 erlebte er die Mehrheit unseres
Volkes in Oberflächlichkeit versunken, in eine Grundhaltung, die zu Volksvergessenheit führt.

Zwei Dinge, die wir bei Hajo Herrmann immer wieder finden, werden auch noch in dem Heft
hervorgehoben:

"Hajo Herrmann war nie ein typischer 'Befehlsempfänger' - seine Vorgesetzten empfanden ihn als
aufmüpfig und besserwisserisch, anderen galt der 'Draufgänger aus Kalkül' schlichtweg als 'Verrückter'."
Die Tatsache, daß Herrmann große Erfolge errang und überlebte, zeigt, daß der Wagemut mit großem
Können gepaart war.

Bei aller Härte des Krieges lebte in Hajo Herrmann auch das Wissen um die Weltgeschichte und auch um
die Bedeutung der Kultur. So wird er als der "Typus des 'musischen Soldaten'" angesehen. Dadurch sind
"seine Berichte und persönlichen Einschätzungen über die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg heute eine
wichtige Quelle für die Geschichtsforschung" geworden; denn es wird immer nach dem Sinn des Ganzen
gefragt.

(Hajo Herrmann als Kampfflieger im Zweiten Weltkrieg.)

Nun wollen wir die Grundhaltung Hajo Herrmanns zu Beginn der Fliegerlaufbahn aus dem Vorwort des
Buches "Bewegtes Leben" aufzeigen, dann aus den beiden Büchern jeweils eine ernste und eine heitere
Leseprobe vorstellen sowie einen kurzen Einblick in das Erleben der Freiheit nach zehn Jahren
unmenschlicher Gefangenschaft geben. Mit den Leseproben soll u.a. auch gezeigt werden, daß der Ernst
und das Grauen von Krieg und unwürdiger Gefangenschaft den Humor nicht ganz tilgen konnten.

Mit der Auswahl der Leseproben wird kein Werturteil gefällt, daß diese Ausschnitte die besten Stellen aus
dem jeweiligen Buch seien, sondern es soll nur Typisches gezeigt werden. Sinn der Leseproben ist es ja,
zum Lesen der Bücher anzuregen.

Eine Grundhaltung: Nachdem Hajo Herrmann begründet hat, weshalb er sich neben der Berufsarbeit auf
die Mitteilung von Einzelheiten beschränkte, bis 40 Jahre verflossen waren, stellt er fest: Es "trieb mich zu
Vollständigkeit und Wahrheit. Von da ab sprudelte es wirklich. Eine schroffe Gleichgültigkeit ließ mich
über Lob und Tadel, die mir zuteil geworden waren, oder die ich jetzt zu erwarten hätte, hinwegsehen. Was
wir damals taten, sahen und zuverlässig hörten, war uns eigen. Was wir nicht taten, nicht sahen und
zuverlässig nicht hörten, war nicht unser. So richtet der Richter, wenn er schuldig oder freizusprechen,
manchmal sogar Lob zu sprechen hat." - Das klingt anders als die vielgeübten pauschalen
Schuldbekenntnisse bei Angriff von außen und in steigendem Maße auch durch Siegerknechte und
Umerzogene in Deutschland.

Typisch für Hajo Herrmann ist eine Begebenheit im Zusammenhang mit einer neuen Strategie und Taktik
beim Nachtjägereinsatz. Herrmann hatte als Major auf eigene Faust ein neues System ausprobiert und als
erfolgreich erkannt, hatte aber beim Kommandierenden General, nach dessen Plan bisher die Nachtjagd
vollzogen wurde, keine Beachtung gefunden. Nach der Katastrophe in Hamburg, bei der die deutsche
Abwehr durch den massenhaften Abwurf von Stanniol-Streifen praktisch lahmgelegt wurde, schaltete sich
Reichsmarschall Göring ein. Zur Einführung heißt es: "Wiederum waren die geführten Nachtjäger kaum
zum Erfolg gekommen.

"Als das Hamburg-Drama zu Ende war, setzte Göring verschiedene Besprechungen an. Daß er den
Kommandierenden General des XII. Korps der Nachtjäger in meiner Abwesenheit streng tadelte, berührte
mich peinlich, noch peinlicher aber die Tatsache, daß er meine Leistung übermäßig herausstellte. - Vor
einer der nächsten Besprechungen hatte Göring erfahren, daß ich bereits im Herbst vorigen Jahres das
Verfahren, im Zusammenhang mit den Flakscheinwerfern über den Städten zu jagen, vorgeschlagen hatte
und daß ich diese Versuche ohne Unterstützung, vielmehr unter erkennbarer Mißbilligung des Generals
hatte durchführen müssen und daß er nach meiner 'Mosquito'-Begegnung über Berlin, insbesondere aber
nach dem Erfolg von Köln, untätig geblieben war. Alle diese Vorhaben und angebahnten Erfolge hatten
sich in den Stäben herumgesprochen, waren sogar zu den Einheiten des Jagdkorps gedrungen, die schon in
Einzelfällen bestrebt waren, ihren eigenen Bewegungskrieg zu machen.

"Ich wurde aufgefordert, diese Meldungen zu bestätigen oder richtigzustellen. Ich bestätigte. Der
Reichsmarschall erklärte darauf in scharfer Sprechweise: 'Ich unterstelle Ihnen das XII. Jagdkorps.' Ich
hätte General Kammhuber die nötigen Befehle zu geben, ich sei verantwortlich für alles, was jetzt
geschehe; ich hätte schnell zu handeln. Er wandte sich an von Brauchitsch und befahl, daß die
entsprechenden Fernschreiben fertiggemacht würden. Dann ließ er mich mit von Brauchitsch allein.

"Wohl selten hat in der Geschichte der Kriege ein Soldat einen Befehl erhalten wie diesen. Der Major solle
dem Kommandierenden General Befehle geben! - Wohin war ich geraten mit meinen Plänen? Sie ließen
sich alle so leicht ausdenken am Schreibtisch, unter dem Dach der Autoritäten, die abzeichnen, genehmigen
und die Verantwortung tragen mußten. Nun stand ich auf einmal da, schutzlos, mit dem Auftrag, die
gähnende Gefahr verantwortlich zu meistern, in der Katastrophe, von heute auf morgen, einem grimmig zu
unserer Vernichtung entschlossenen Feind entgegenzutreten. 'Bin ich verrückt, oder hat er Spaß gemacht?',
fragte ich von Brauchitsch. ...

"Ich weigerte mich, an diesem Verfahren mitzuwirken (dem General Befehle zu erteilen), versprach aber,
alles zu tun, was zum gewünschten Ergebnis führen würde. Ich wollte sofort zum XII. Korps nach Deelen
in Holland fliegen, mich mit den Offizieren des Stabes, Oberst i. G. Hoffmann, Heiner Wittmer, Müller-
Trimbusch und Dyrchs zusammensetzen, um die bewegliche Jagd, ..., mit allen technischen, taktischen und
navigatorischen Einzelheiten zu erläutern. Der Stab möge es dann mit Kammhubers Unterschrift in die
erforderlichen Befehle und den Kommandeuren zur Kenntnis bringen. - Brauchitsch wollte dies dem Chef
am nächsten Morgen beizubringen versuchen, ich sollte aber sofort losfliegen."

Warum ist dieser Abschnitt typisch für Hajo Herrmann? Er zeugt von schöpferischer Tätigkeit, auf eine
Notlage die richtige Antwort zu finden. Herrmann ist peinlich berührt, wenn andere wegen seiner
Verdienste herabgesetzt werden, und er findet eine Möglichkeit, einen im Militärwesen völlig
ungewöhnlichen Befehl - den zu geben sich nur jemand in höchster Stellung leisten kann - auf
ehrenhafte Weise, ohne Demütigung eines Ranghöheren auszuführen. -

Die etwas heitere Stelle beginnt mit einem ernsten Ereignis. Nach Abschuß eines Bombers ereilt Herrmann
das gleiche Schicksal. Er muß mit dem Fallschirm abspringen und landet in einem See. Dort beginnt ein
Überlebenskampf, weil der Fallschirm sich offensichtlich am Boden verhakt hat und dadurch ein
Schwimmen an das rettende Land nicht möglich war. In dieser Lage heißt es: "Ich setze erneut an, aber
nach ein paar Minuten, erschöpft, wieder aus. Das Ufer ist nicht näher gekommen. Im Gegenteil, ich wähne
es plötzlich meilenfern. Beginn ich zu spinnen? Nur halbbewußt bemerke ich einen Widerstand, eine
Reibung an meinem Bein. Ich fühle mit der Hand hinunter, spüre eine Schnur, ziehe sie an, führe sie durch
meine Hände, bis ich meine Leuchtpistole, an die ich keinen Gedanken mehr verschwendet hatte, in der
Hand halte. Aber Pistole und Schnur nicht allein. Ein Gewirr von Fallschirmschnüren knäult sich darum.
Also hänge ich an dem gewaltigen Treibanker, der sich möglicherweise schon auf dem Grunde des Sees
verhakt hat. Nicht einen Meter bin ich vorangekommen! Mir ist zum Heulen. Aus dem linken Hosenbein
meiner Kombi hole ich mein Klappmesser hervor und zerschneide, was an Schnüren um mich herum ist,
lasse die Pistole abgehen in die Tiefe, schließlich auch das Messer.

"Diese Unternehmung hat mich erschöpft. Ich habe viel Wasser geschluckt. Doch nun habe ich auch wieder
die Arme frei zum Paddeln und halte mich kräfteschonend auf der Stelle. - Seltsamerweise kommt mir
nicht der Gedanke, laut um Hilfe zu rufen, wo ich sie so nötig habe. Ich glaube, ich wollte niemanden
stören. Vielleicht war es auch das eingeborene oder eingeübte Gefühl, möglichst alles in Eigenhilfe zu
leisten.

"Mit mäßiger Kraft, auf eine längere Reise eingestellt, quäle ich mich in sämtlichen mir zu Gebotene
stehenden Stilarten auf die Silhouette zu. Ich keuche voran, bald auf dem Bauch, bald auf dem Rücken
liegend, bald auf der Seite. Wie werden beim Kraulen die Arme so schwer! Verschnaufpause. Die
Silhouette steht jetzt ein wenig höher. Tief einatmen, ausatmen. Weiter geht’s. Immer weiter. Das Herz
schlägt höchstes Tempo. Ich schlucke noch mehr Wasser. Mir ist zum Erbrechen. Der Himmel verfärbt
sich bläulich in Streifen. Ich denke verrücktes Zeug, sehe einen bayerischen Gasthof, höre bayerische
Stimmen. Ich schlage die Arme voraus, schlage und schlage und schlage - in Schilf."

Herrmann konnte sich an Land ziehen und fand sich im Wald wieder.

Nachdem er dort von einem deutschen Soldaten als Deutscher erkannt wurde - es hätte ja auch ein
abgeschossener Feind gewesen sein können -, wird er von einer unerwarteten Gruppe aufgenommen:

"'Dann kommen Sie mal mit, junger Mann', meinte die Stimme, jetzt freundlich. 'Und das sind wir hier.'
Damit läßt er den Lichtkegel über 5 bis 6 junge Arbeitsmaiden gleiten und leuchtet sich selbst an, das
graumelierte Hemd der Luftwaffe. - Der Trupp macht kehrt, marschiert in meine Richtung. Der Mann,
Horcher im Flugmelde-Regiment, Reservist, war der erste, der sofort an meinem Signal erkannt hatte, daß
ein deutscher Flieger in Kürze in 'Seenot' geraten würde, hatte das am Ufer gelegene Lager alarmiert.
Sogleich waren die jungen Mädchen begeistert und in Scharen aufgebrochen, um ihren Flieger zu retten,
ihn an Land zu ziehen. Statt dessen lief Ihnen aber ein Sergeant Smith in die Arme, der dem brennenden
Bomber entstiegen war und seinem Erschrecken vor den Waldfeen in seiner Muttersprache Luft machte
und Reißaus nahm.

"Der Horcher lieferte mich bei der Oberin des Lagers ab. Nach flüchtiger und erschreckter Musterung faßte
mich die Hausherrin am Handgelenk und zog mich über die Schwelle. 'So, Herr Oberleutnant, jetzt
kommen Sie erst einmal in die Küchenbaracke zum Trocknen.' In diesem großen, mit mehreren Herden
ausgestatteten Raum wurde mir von einigen Dutzend Mädels ein triumphaler Empfang bereitet. Aber sie
wurden von der Oberin fortgescheucht: 'Marsch in die Betten.' Es war inzwischen 4 Uhr geworden. 'Jetzt,
Herr Oberleutnant, geben Sie Ihr nasses Paket her - mein Gott, wie ist das schwer -, ziehn Sie sich aus,
nehmen Sie die Wolldecke und setzen Sie sich an den Herd. Wenn Sie sitzen, rufen Sie.' Schnell war ich
raus aus den Sachen, packte den nassen Haufen auf einen Stuhl; schlug die Wolldecke um mich und setzte
mich, bereit, Audienz zu gewähren. Während ich mir die Wärme im Rücken wohlgefallen ließ, griffen auf
Geheiß der Oberin einige Mädels, die zum Frühdienst eingeteilt waren, meine Sachen, um sie über dem
Herd aufzuhängen. Es wurde nachgelegt. Töpfe wurden hin und her geschoben, Deckel klapperten, und ich
sah etwas verstört zu meiner tropfenden Unterkleidung auf. Nur keine Verlegenheit anmerken lassen,
hübsch siegesgewiß bleiben vor so vielen Grazien. So befleißigte ich mich auf meinem Thron und unter
meiner Toga einer imperatorischen Gebärde, die eine der Mädchen hinriß zu fragen, ob ich wohl so gemalt
werden möchte. 'Nicht von mir' lachte die Kesse, 'sondern von der da, die ist Künstlerin.' 'Die da',
zartgliedrig, mit braunen Löckchen, errötete hold, wie es im Gedicht schöner nicht beschrieben werden
kann. Ich kam mir im Augenblick nicht schön genug vor. Im übrigen - was haben die für Zeitbegriffe!
Wie lange sollte die Sitzung dauern! Die Oberin hielt große Stücke auf die Künstlerin. Ich fühlte mich
herrlich wohl, plötzlich zum Gegenstand der Kunst erhoben zu sein; aber auch leicht befangen vor dem
Künstlerauge.

"Ich betrachtete unauffällig die gebräunten, ungeschminkten Gesichter, aus denen mich junge Augen
neugierig oder strahlend ansahen.

"Während die Töpfe geschoben und gerückt wurden und sonst manche Geschäftigkeit um mich herum war,
hörte ich, still belustigt, Tuscheln und genoß Anmerkungen wie diese: 'Der ist doch kein Oberleutnant, sieh
mal die Achselstücke ... Graue Haare hat er schon ... i, seine Rasierseife ist Matsch.' Eine kleine Berlinerin
rief entdeckerfreudig aus: 'Kiek mal, sind det aber jroße Fieße.' Alles lachte. Ich wollte mich gerade gelinde
empören, als eine andere Göre meinte: 'Der is ja ooch 'ne janze Ecke jrößer als wia.' - Endlich erhielt ich
einen Emaillebecher Muckefuck mit einem Knicks kredenzt, und mein nackter Arm fuhr aus der Toga
heraus. Danach gab es eine Scheibe Schwarzbrot mit Sirup ohne Margarine. Hat das geschmeckt.

"In der Morgendämmerung fuhr ein PKW vor, den die Oberin vom nächsten Fliegerhorst bestellt hatte. Der
Fahrer, Gefreiter der Luftwaffe, meldete sich zackig und stellte zwei geräumige Knobelbecher vor mich
hin. Leihweise, sagte er, ich müsse sie quittieren. - Zur Ankleideprozedur mußte ich mir einen Ruck geben;
zu schön war es in dieser Idylle. 'Jetzt endlich raus. Oder wollt ihr einen nackten Mann sehen?’ Im Nu
waren sie weg. - Vom nächsten Fliegerhorst sollte ich mich telefonisch bei der Luftflotte melden. Ich war
überfällig."

Einige Zeit danach gab es noch eine Überraschung:

"Ungefähr zwei Wochen vergingen, da erhielt ich auf dem Dienstwege ein eingerahmtes liebliches
Ölgemälde mit Kärtchen dazu, worauf stand: Ihr See. - 'Mein' See im warmen Sonnenschein,
windgekräuselt, wolkenspiegelnd und vom Wald umsäumt. Wie verträumt, verschwiegen und wie klein lag
er da. Da war auch 'mein' Schilf, das mich umarmt hatte, und in ihm, einem Vexierbild gleich, gewahrte ich
zwei Anfangsbuchstaben, wie aus dem Wasser aufgewachsen.

"Meine Gedanken gingen zurück. Ich sah mich fallen in der Nacht. Ein kleiner freundlicher Strahl leuchtete
daraus hervor. Doch der Krieg hat keinen Blick dafür. Ich sitze hier und bin kampfbereit. Meine Füße
stecken jetzt in Stiefeletten. Die sind schneller vom Fuß, wenn man eintaucht."

Im Krieg herrscht eiserne Notwendigkeit. Man darf sich nicht in Träume verlieren, aber kurze "Träume",
das Erinnern an menschliche Wärme und unbeschwerte, aber nicht von Trieben aufgepeitschte weibliche
Jugend verklären den Ernst und erhöhen die Tatkraft.

Jetzt kommen wir zu dem zweiten Buch "Als die Jagd zu Ende war".

Daraus greifen wir als erste Leseprobe ein besonders nervenaufreibendes Geschehen in der sowjetischen
Gefangenschaft heraus: die Verhöre. Man wußte nie, ob man lebend davonkam bzw. ein Todesurteil vorgelegt
bekam. Herrmann beschreibt die Lage unter der Überschrift "Das Verhör, bei dem es nichts zu hören gab". Darin
heißt es: "Viele kehrten ernst und gefaßt von den Verhören zurück. Doch waren nicht alle widerstandsfähig
genug, den lebensgefährlichen Weg zu beschreiten. Ein Oberstleutnant, Generalstäbler, taumelte nach
stundenlanger Bearbeitung aus der Kommissarsbaracke heraus und schnitt sich sofort die Pulsadern auf. Er konnte
gerettet werden, wollte aber Näheres nicht berichten." Nach solchem Erleben war die seelische Belastung für die
noch auf das Verhör Wartenden sehr groß. So schildert Herrmann:

"Wieviel leichter war es mir gewesen, in wolkenschwerer Nacht in mein Flugzeug zu klettern, um den Feind in
den Lüften, im Kampf Lösung der Spannung zu suchen. Die Scheu vor der Drangsal ließ mich auch jetzt nicht
Aufschub wünschen, sondern Beschleunigung des nicht Vermeidbaren. - Die Staatsgewalt (Lagergewalt - KHH.)
ließ sich Zeit. Aber sie kam. Mit gepreßten Lippen marschierte ich, noch bei Tageslicht, in die
Vernehmungsbaracke. In dem geräumigen, hellerleuchteten Zimmer waren die Fenster verdunkelt. An der aus
mehreren aneinandergereihten Tischen bestehenden Tafel wurde ich höflich gebeten, Platz zu nehmen. Mir
gegenüber ließ sich der Kommissar nieder, flankiert von zwei Mitarbeitern. - Der zwischen uns säuberlich
geschichtete Packen DIN-A4-Blätter, darauf Tinte und Federhalter erschienen mir als der Schwarze Peter, dessen
Besitz jedermann scheut. Ich rührte meine Hand nicht, als der Vernehmer mich mit 'Herr Herrmann' zu
umschmeicheln suchte, alles über den Luftkrieg aufzuschreiben.

"Er erwähnte die vor Jahresfrist stattgefundene Besprechung mit Oberst Sagadse in Moskau-Krasnogorsk. Ich
brachte meine Verwunderung zum Ausdruck, daß die Sowjetunion ein Jahr gebraucht habe, mit mir ernsthaft zur
Sache zu sprechen, obwohl sie so lebhaft an mir interessiert gewesen sei, daß sie nach mir geangelt hätte. Meine
Kenntnisse könnten jetzt nicht mehr von Nutzen sein, sie seien veraltet. Der Kommissar erwiderte, es sei nicht
meine Sache, über den Nutzen meiner Erfahrungen zu befinden, darüber würde der sowjetische Generalstab
entscheiden. Er langte zur Mitte und schob Papier und Utensilien unter meine Nase."

Und dann verblüfft Herrmann seine Inquisitoren mit der Frage: "'Was kriege ich dafür, wenn ich diesen Packen
vollschreibe? 'Was Sie dafür kriegen? Sie müssen schreiben, verstehen Sie? Was soll das überhaupt heißen, was
wollen Sie?' 'Kriege ich nicht wenigstens eine Schachtel Zigaretten oder ein Paket Machorka, wenn ich alles
vollschreibe?' 'Ah, ich verstehe, warten Sie.' Er gab seinem Nebenmann einen Wink, und nachdem wir uns über
das Wetter, Land und Leute unterhalten hatten, kam der Adlatus mit Tee, Honig und Weißbrot wieder herein,
schob den Packen Papier beiseite und stellte den duftenden grusinischen Tee vor mich hin."

Herrmann erweckte den Eindruck, daß er durch kleine "Wohltaten" gefügig zu machen sei. Und damit hatte er die
"Verhörer" richtig eingeschätzt. Zu deren Enttäuschung nahm die "Bereitschaft" Herrmanns zu einer Aussage eine
ganz andere Wendung, denn nach einer Zwischenbemerkung über die betrügerischen Machenschaften der
sowjetischen Sklavenhalter heißt es: "Ich rührte den Tee nicht an. Ich nahm auch keine Zigarette. Ich erwiderte
sehr ruhig: 'Ich schreibe nicht.' Der Kommissar hatte seine Reitpeitsche quer vor sich auf den Tisch gelegt. Er hob
sie nun mit zwei Fingern der linken und der rechten Hand, um sie darin ein wenig hin- und herrollen zu lassen.

"Die erwartete Frage 'WARUM’ beantwortete ich schlicht mit dem Hinweis darauf, daß ich mich hinter
Stacheldraht befände. Was ich täte, müsse immer freiwillig sein. Wenn ich frei wäre, könne man mit mir reden. Ich
sei ein Dummkopf, meinte der Kommissar gutmütig. Es könne doch nicht meine Meinung sein, mit dem Kopf
durch die Wand zu rennen. Ich solle doch erst einmal den Tee nehmen und Weißbrot. Ich blieb stumm. Er habe
sehr viel Zeit, auf mich zu warten. Er wisse genau, daß ich schreiben werde. Die anderen hätten geschrieben, ich
ausgerechnet, der Jüngste wollte der Klügste sein. Ich wußte indessen, daß auch etliche andere nichts
niedergeschrieben, andere nur Allbekanntes zum besten gegeben hatten. Mein Wissen füllt, davon war ich
überzeugt, auch zu dieser Zeit noch einen sowjetischen Engpaß. Sollten andere geschrieben, Stoff geliefert haben,
ich wollte nicht.

"Der Kommissar sprang wütend auf, kurvte um den langen Tisch herum, schritt aufgeregt hinter meinem Rücken
auf und ab, wobei er mit der Reitpeitsche gegen seine Schaftstiefel schlug. 'Wir werden Sie zum Sprechen bringen,
wir haben Mittel dazu.' Ich hatte mir angesichts der typischen, allgemein bekannten Drohungen schon lange
vorgenommen, es darauf ankommen zu lassen. Viel war davon die Rede, daß geschlagen, daß Holzsplitter unter
die Nägel geklopft, Zähne mit Zangen zerbrochen würden. Ich wollte warten, bis mir der Splitter an den Nagel
oder die Zange an den Zahn gesetzt würde. Dann wollte ich weitersehen. Aber bislang hatte ich dergleichen nie
vor Augen gehabt. Auf Karzer, Kälte, Hunger und Wanzen war ich gefaßt. Sportlich ein Dauerkämpfer, glaubte
ich, solchen Strapazen standhalten zu können. Nicht garantieren mochte ich für mich, wenn man mir planmäßig
Schmerzen zufügte, wenn man mich folterte.

"Plötzlich machte der Kommissar hinter mir Halt. Stille herrschte im Raum. Meine beiden Gegenüber rissen die
Augen weit auf, starrten erschrocken über meinen Kopf hinweg. Die Sekunden rannen. Ich rührte mich nicht, sah
mich nicht um. Ich spürte keine Erregung, sondern erwartete einen Schlag, eine Erlösung aus der Taubheit. Da
zischte die Reitpeitsche des Kommissars an meinem Ohr vorbei, klatschte haarscharf neben meiner rechten Hand
auf die Tischplatte. In Stumpfheit eingesponnen, funkte das Hirn kein Signal an die Hand: Sie blieb auf der
Tischplatte wie angeleimt liegen, ohne daß die Finger zuckten. Wieder vergingen Sekunden.

"In Zimmerlautstärke und ruhig fuhr der Kommissar fort: 'Sie haben die friedliebende sowjetische Bevölkerung
bombardiert. Sie haben sowjetische Dörfer zerstört.' Der Kommissar schien zurückzustecken. Ich fragte, indem
ich mich umwandte und zu ihm hochsah: 'Welche?' 'Nennen Sie doch ein einziges Dorf', setzte ich nach. Der
Kommissar war sprachlos. Ich sah ihn ganz ruhig an und bemerkte Flackern in seinen Augen. Die Explosion folgte
auf dem Fuße: 'Sie hochmütiger Faschist. Sie werden noch lernen, um Gnade zu winseln', schrie er.

"Meine Gegenüber griffen ein. Sie schlugen, sehr verschwommen, vor, später in anderer Weise zu verfahren. Das
sah nach Zusammenspiel aus. Man wollte dem Kommissar den Rückweg öffnen. 'Sie werden schreiben. Sie tun es
sicher. Ich prophezeie Ihnen Schlimmes sonst. Sie werden wissen was. Schreiben Sie heute, oder wollen Sie lieber
morgen?' Das war wirklich der Rückzug. Ich fühlte mich wieder ganz locker auf der Höhe. 'Sie sprechen von
schlimmen Mitteln. Welche Mittel meinen Sie? Wollen Sie mich mit der Nagaika schlagen?' 'Nein', sagte ich, 'das
tut ein sowjetischer Offizier nicht.' ... Der Kommissar hatte meine Reaktion nicht eingeplant. 'Reden Sie keinen
Unsinn. Schreiben Sie heute oder morgen?'

"Ein fragender Blick deutete auf den Papierstoß. Ich sagte nichts, sondern sah stur vor mich hin. 'Scheiße,
verfluchte', brüllte der Kommissar, 'Schreiben Sie irgendwas!' Da ist er also, der kleine Normerfüller, in seiner
ganzen Jämmerlichkeit. Er muß seinem Oberen bekritzeltes Papier vorzeigen. Sonst gilt er als Versager."

Zusammenfassend beurteilt Herrmann sein Handeln: "Ich wollte, ein wenig war auch meine Neugier, meine
Waghalsigkeit im Spiel, ausprobieren, wie weit ich gehen kann. Mein letzter Beweggrund aber war, daß ich mich
nicht einspannen lassen wollte. Dies letzte bißchen wollte ich behaupten. Hörte ich recht? Er sagte: 'Gehen Sie'."

So wurde Herrmann aus dem Verhör entlassen, und in dem Lager wurde er nicht wieder verhört. Er hatte durch
seine Unerschrockenheit einen Sieg über das grausame und ungerechte Sowjetsystem errungen. Typisch für Hajo
Herrmann ist auch das Fehlen jeglichen Maulheldentums, das bei manchem zum Vorschein kommt, wenn er einer
Gefahr entronnen ist. Herrmann ist bescheiden und sagt nicht voraus, wie lange er eine Folter ertragen könnte,
aber er gibt nicht vorsorglich klein bei, sondern beharrt auf seiner festen Haltung, auch auf die Gefahr hin, daß ihm
Schlimmes zugefügt wird.

Nun zu einer der wenigen humoristischen Begebenheiten. Echte Heiterkeit gibt es unter solchen Verhältnissen ja
nicht, aber Humor wird ja auch definiert, er liege vor, wenn man trotzdem lacht. Es handelt sich um eine
"Gäraktion" mit verdächtigem Geräusch. Auf den Gedanken, ein sogenanntes "geistiges Getränk" zu erzeugen,
kam Herrmann, als er einem russischen Mitgefangenen eine Tube Zahnpasta geschenkt hatte und dieser ihm
bedeutete, daß er sie als Alkoholersatz verwendet hatte. Denn es "machte der Kerl doch mit der Hand die
Trinkbewegung! 'Sehn Se', sagte Minke, (ein deutscher Mitgefangener) 'allet, wat scharf is, jeht durch de Gurjel.'
Ich rührte darauf selbst ein wenig Zahncreme in heißem Wasser an, nippte und meinte, zur Not ginge es als
Ersatz.

"Aber mir fiel Besseres ein. Ich weichte ein Paket Korinthen in Wasser auf, stülpte über den Rand der Schüssel
eine Zellophanhaut, die ich mit einem Gummiring luftdicht schloß. Zur Sicherheit stellte ich die Gärschüssel in
eine weitere, die mit Wasser gefüllt war. Nach einigen Tagen wölbte sich die Haut hoch, und von Zeit zu Zeit
entwich der Überdruck mit einem Gluck-Gluck von unten nach oben, den vielversprechenden Geruch des
Winzerkellers verbreitend. Nach Tagen, sobald das Glucksen aufgehört hatte, entnahm ich die Gärschüssel ihrer
nassen Lagerung, entfernte die Haut und goß den funkelnden Wein ab in unsere Becher, die Treber in die
Mülltonne.

"Herrlich, der goldgelbe Südwein, Malaga oder Samos. Höchstbekömmlich! Minkes Votum - 'det is'n Ding'-
ermutigte mich, andere per Kassiber an der Freude und der Wahrheit, die im Weine ist, teilhaben zu lassen. Zu
meiner Enttäuschung beschwerte sich Oberst Herzog nachdrücklich, daß er einen Tag lang unter Sehstörungen
habe leiden müssen. Ich mußte das Rezept noch eingehender erläutern. So war uns gegeben, den ersten Mai
würdig, wenn auch verbotenerweise, zu feiern, am letzten Mai die Seeschlacht im Skagerrak 1916, in der Folge,
was uns sonst an historischen Daten einfiel.

"Doch das Unglück schreitet schnell. Der Diensthabende hatte gerade unsere Zelle betreten, um sich der Ordnung
und der Sauberkeit zu vergewissern, auch unter den Betten. Und dahin steckte er unglücklicherweise seine Nase,
als mein Gasometer Gluck-Gluck machte. 'Was ist das?' Wir zuckten die Achseln. 'Holen sie das vor!' 'Nein, wir
stellen das immer dorthin, zur Kühlung.' Der Mann witterte Ungeheuerliches, Sprengstoffattentat,
Säureherstellung, Ausbruchversuch. Ich genoß nach wie vor den Ruf eines Ausbrecherzaunkönigs.

"Er stürzte hinaus, um Verstärkung zu holen. Nach fünf Minuten war sie da, atemlos: Der Gefängnisdirektor, der
Politoffizier, die Ärztin, zwei bis drei Unteroffiziersdienstgrade, während der Posten an der Tür Wache stand. Der
Sergeant war verdutzt. 'Wo sind die Schüsseln?' Minke holte unsere sechs Schüsseln aus der Ablage,
ordnungsgemäß ineinander gestellt. Alle leer. Die Blicke schwenkten zu den Betten, senkten sich, die Köpfe
neigten sich, die Knie beugten sich. Nichts war unter den Betten. Der Diensthabende war der Blamierte.

"Die Ärztin, im Nebenberuf sicherlich Hausfrau, machte sich an die Schüsseln, entnahm eine nach der anderen -
alle trocken. Kopfschütteln. Vorwurfsvolle Blicke auf den Diensthabenden, auch der nahm die Schüsseln, begann
daran zu riechen. 'Was treiben Sie hier', sagte der Gefängnisdirektor etwas milder. 'Gar nichts', erwiderte ich und
fragte frech zurück: 'Warum kommen meine Eltern hierher nicht zu Besuch?'"

Durch diese Zwischenfrage wurde das Gespräch auf ein anderes Gleis geschoben, so daß der Behauptung "gar
nichts" nicht weiter nachgegangen wurde. Es entspann sich nämlich ein Streit über gerechte Regelungen und
Gleichbehandlung, denn russische Straftäter durften Besuch von ihren Eltern empfangen. Herrmann fährt dann
fort: "Als sie raus waren, legten wir uns auf die Koje, um den hinuntergekippten Federweißen nachgenießen zu
können. - Später kehrte der Diensthabende zurück. Er fragte, warum wir nicht zugeben wollten, was wir gemacht
hätten. Die Rosinen wollte ich unter allen Umständen der Konfiskation entziehen. So schwindelte ich lustig und
frech drauflos: 'Na schön, wir haben Kakao mit Zahnpasta angerührt, das sollten Sie mal probieren. Sehr
schmackhaft. Aber wenn Sie das jetzt dem Gefängnisdirektor melden, werden wir nichts dergleichen zugeben.'"

Solches Verhalten konnte sich natürlich nur jemand leisten, der in Gefahrenlagen außerordentlichen Mut bewiesen
hatte. Zum Abschluß noch ein kleiner Einblick in die körperliche und seelische Überbeanspruchung in der
zehnjährigen teils Folter-Gefangenschaft, die sich bei der Heimkehr zunächst in Form einer gewissen Apathie
auswirkte.

Bis zum Schluß - 100 Meter vor der damaligen westdeutschen Grenze - mußten die Rückkehrer noch bangen,
daß das begleitende sowjetische Militärpersonal noch einen Grund finden oder erfinden könnte, der zur
Rückführung in die russische Gefangenschaft "berechtigen" sollte. Dann kam der "Schritt in die Freiheit".

"Ein, zwei, drei Schritte - der russische Oberleutnant ist hinter mir, und vor mir leuchten unter hellen Lampen
freundliche Gesichter, bunte Kleider, Blitzlichter rund um mich her. Warum mir das? Zeitungsleute fragen mich:
'Haben Sie für die Russen gearbeitet?' - 'Haben Sie Einblick gehabt?' - 'Was ist ihr Eindruck von der russischen
Luftwaffe?' Der Mann von der Agentur Reuter hing wie eine Klette an mir. Die anderen umkreisen mich. Blitzen
weiter. Ich sage allen: 'Ich kann nicht sprechen, ich kann nicht.' Ich bin erschöpft, nicke nur, wenn mir ein Strauß
überreicht wird.

"Irgend jemand bemüht sich um mein Gepäck. Betäubt, schmerzlos, kraftlos zur Freude, unfähig und sprachlos
zur Freiheit schiebe ich, umringt, voran. Die Hölle der letzten Wegstrecke hat mich ausgebrannt. Am Einstieg zum
Bus nehmen mich zwei Frauen in Empfang, starren mich an und helfen mir wortlos hinein. Ich sitze und atme tief,
habe keinen Wunsch und Willen, spüre nicht, wohin die Zeit geht. Mein Puls wird ruhiger und stimmt zu dem
Motor, der jetzt anläuft. Die Tür wird geschlossen. Leise Stimmen ohne Worte um mich. Blumenduft, ja
Blumenduft ist es. Ich beginne wahrzunehmen, ich lebe. ... Ich atme tief auf und lehne mich zurück in den weichen
Ledersessel, ein Gabenpäckchen in einem, im anderen Arm Blumen, die aus deutscher Erde erblühten. Die Straße,
eine deutsche Straße, sauber und gepflegt, wölbt sich im Lichtkegel über bergiges Land, und schweigend gleiten
die Bäume vorbei. Weich federnd wiegt mich das Fahrzeug in den Traum zurück, den ich soeben wachend
durchschritt.

"Herleshausen! Du kleiner nie gekannter Ort, Anfang eines neuen Lebens! Nach zehn grauen Jahren in der Fremde
plötzlich bunte Märchentrachten wie auf hell erstrahlender Bühne, jubelnde Chöre und feierliche Schritte! Ich bin
verwundert über den Glanz, wie ein Fremder, und begreife nicht, daß er auch mir gilt. Jetzt erst löste sich das
verhärtete Gemüt zu weicherer Empfindung."

Aus den anschließenden Jahren von 1955 bis Anfang 2009 ist ja zu Beginn von einem herausragenden Ereignis
ganz kurz berichtet worden, nämlich von seiner Ansprache zum Trauermarsch in Dresden - mit über 95 Jahren!

Herr Herrmann hat auch über diese Zeit Aufzeichnungen gemacht. Als - durch die Geburtstagsfeier (s. Bild
unten) angeregt - nun ein neuer Schub der Begeisterung für seine beiden Bücher einsetzte, beschloß Hajo
Herrmann, sich dabeizumachen, auch über diese Zeit in einem dritten Buch zu berichten. Wir hofften, daß er trotz
seines hohen Alters auch dieses Vorhaben noch ausführen kann. Ganz gelang das nicht mehr, denn am 5.
November 2010 hat Hajo Herrmann seine Augen für immer geschlossen. Aber vielleicht ist die Fertigstellung und
Herausgabe seines Buches doch noch möglich.

Ein weiterer, auch außergewöhnlicher Tatbestand aus dieser Zeit sei noch angeführt: Hajo Herrmann hat seine
Rechtsanwaltspraxis bis zum Jahresende 2008 betrieben, also 30 Jahre über das normale Rentenalter von 65
Jahren hinaus. Wenn man dagegen bedenkt, daß wir in einem Wirtschaftssystem leben, in dem es für
profitorientierte Firmen in der Vergangenheit günstig war, gesunde, bewährte Mitarbeiter mit großer
Betriebserfahrung schon mit 58 Jahren in den Vorruhestand zu schicken, dann erscheint allein die wirtschaftliche
Lebensleistung von Hajo Herrmann in strahlendem Licht.

(Die unvollendete Gedächtnisstätte für die zivilen Kriegsopfer
und die Nachkriegopfer in Borna während der Feier des 95.
Geburtstag von Hajo Herrmann. - Statt der zwölf Steine, die
noch nicht aufgestellt werden durften, standen 12 junge
Leute auf den Sockeln.)

Neben vielen Fällen, in denen er "Politjustiz-Verfolgten" Hilfe leistete, hat sich Hajo Herrmann besonders für die
Gedächtnisstätte in Borna eingesetzt (Abb. oben). Zur Schande des deutschen Nachkriegsstaates gibt es noch
keine offizielle Gedächtnisstätte für die zivilen deutschen Opfer - hauptsächlich für die Bomben- und
Flüchtlingsopfer während des Krieges- und die Opfer von Nachkriegsverbrechen auch an gefangenen deutschen
Soldaten.

Auch für Borna war juristische Arbeit gegen Rechtswidrigkeiten von Behörden zu leisten, die mit einer
Baustoppverfügung die Errichtung bzw. die Vollendung der Gedenkstätte bisher verhindern konnten. Für Hajo
Herrmanns besonderen Einsatz für die Gedächtnisstätte, die seine Idee war, wurde in Borna für ihn eine große
Feier zum 95. Geburtstag ausgerichtet. Zahlreiche Gäste, auch aus dem Ausland, waren geladen und gekommen.
Auf einer der vielen dort gemachten Aufnahmen ist

Hajo Herrmann im Gespräch mit einem russischen Gast, der zur Zeit Gorbatschows ein hohes Amt bekleidete; er
war Berater des russischen Präsidenten.

Das zeigt ganz eindeutig, wie Hajo Herrmann zu unterscheiden vermochte zwischen dem zu Recht verhaßten
Sowjetsystem und dessen willigen Helfern, die deutsche Kriegsgefangene mißhandelten und sogar mordeten und
Vertretern der Gorbatschow-Aera, die auf Verständigung statt brutaler Gewalt setzten.

Daß auch bei den Schwierigkeiten, die der Gedächtnisstätte von staatlicher Seite gemacht wurden und werden,
Politterror die Ursache war und ist, zeigte sich daran, daß die Behörden das Projekt zunächst begrüßten, aber auf
eine Antifa-Hetze hin eine beschämende Kehrtwendung vollführten. Natürlich wurde die Hetze der Antifa durch
die Systempresse, insbesondere durch die "Leipziger Volkszeitung", unterstützt, wodurch das
Einschüchterungspotential erheblich erhöht wird.

Der Kampf für das Recht dauert für Hajo Herrmann also bis ins höchste Alter an. Sehr traurig war Hajo Herrmann,
als einige Verantwortliche für diese Stätte dem Druck nicht standhielten und es zur Schließung der Gedächtnis-
stätte kam.

Zu Ostern 2010 nahm Hajo Herrmann - fast 97jährig - noch die Mühe auf sich, die Ostertagung des "Bundes für
Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V." in Dorfmark zu besuchen, weil er von der Behandlung der Lebensfragen aus
deutschbewußter Einstellung angetan war, die er aus Schriftstücken dieser Vereinigung kennengelernt hatte.

Die Antifa hatte auch 2010 erneut einen widerlichen Protest mit dressierten Jugendlichen organisiert und vor dem
"Nazi-Geist" dieser Vereinigung gewarnt. Da auch Hajo Herrmann wegen seiner deutschen Haltung von der
Antifa als "Nazi" verunglimpft wurde, war es für die Antifa ein "gefundenes Fressen" Hajo Herrmann bei dieser
Tagung zu erblicken. Einige Tagungsteilnehmer, die sich besonders um den hochbetagten Gast kümmerten,
wollten Hajo Herrmann vor einem Zusammentreffen mit den gehässigen "Anklägern" bewahren. Er aber sagte:
"Wenn die mich gern sehen wollen, dann laß sie doch." Das entsprach ganz seiner stolzen Haltung, sich vor
niemandem zu verkriechen!

Da die Erfahrung aber gelehrt hatte, daß es den Antifa-Chaoten nicht um sachliche Auseinandersetzung, sondern
nur um Schmähungen und Verleumdung geht, konnten wir unseren Gast davon überzeugen, daß eine
Auseinandersetzung mit den Demonstranten keinen Sinn hat. Außerdem war der zum Schutz der Tagung
angerückten Polizei sehr daran gelegen, jede Konfrontation zu vermeiden.

So kam es neben den Vorträgen im Tagungslokal zu regem Gedankenaustausch und viele Teilnehmer erfuhren aus
Hajo Herrmanns Munde über Geschehnisse, die man in deutschen Schulgeschichtsbüchern nicht findet.

Man kann ohne Übertreibung sagen: Hajo Herrmanns Leben ist gekennzeichnet durch vorbildliches und
beständiges Eintreten für Volk und Heimat sowie für Freiheit, Recht und geschichtliche Wahrheit!

Elke und Dr. Gundolf Fuchs, Telsekamp 11, 25770 Hemmingstedt,
zuletzt bearbeitet am 21.11.2010
*
Die Bücher
Hajo Herrmann "Bewegtes Leben - Kampf- und Jagdflieger 1935 - 1945", Preis: 24,80 Euro
Hörbuch. "Kleine Odyssee - Der Luftangriff auf den Hafen Pyräus", Preis: 15,80 Euro
Hajo Herrmann "Als die Jagd zu Ende war - Mein Flug in die sowjetische Gefangenschaft", Preis: 19,80 Euro
sind zu beziehen durch:

Versandbuchhandlung Gisela Stiller, Kreutzfeld 5, 24816 Stafstedt
Ruf: 04875-349
Fax: 04875-676
E-Mail: Gisela_Stiller(A)web.de
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W I D E R H A L L - Nr. 58
W E I H N A C H T / D e z e m b e r ~ 2 0 1 0 .
Ein privates Weltnetz-Magazin aus Deutschland.
Guten Tag wünscht Karl-Heinz.Heubaum(A)t-online.de
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Abgeschlossen: 27. November 2010.
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