W I D E R H A L L ~ Nr. 24 / Februar 2005.
Ein herzliches Willkommen von Karl-Heinz Heubaum.
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D R E S D E N , 13. Februar.
Immer wieder geisterte der Sächsische Landtag durch die Medien.
Ursache ist wohl die Tatsache, daß sich dort die National
Demokratische Partei (NPD) mit zwölf Abgeordneten niederlassen
konnte. Die sächsischen Wähler hatten das bei der letzten
Landtagswahl am 19. Sept. 2004 ermöglicht. Erstmalig seid vielen
Jahren ist nun die NPD wieder in einem Landes-Parlament
vertreten und sorgt so für Unruhe in der politisch korrekten BRD.
Der Eklat war abzusehen. Mich wundert nur, daß er nicht schon
früher stattfand. Wahrscheinlich hatte man sich vorgenommen,
sich nicht provozieren zu lassen. Doch am 21. Januar war es
soweit. Parlamentspräsident Iltgen ordnete außerhalb und vor
Eröffnung der Tagesordnung zu einer von der NPD beantragten
Debatte über das Gedenken an die Opfer des alliierten
Bombenterrors vom 13./14. Februar 1945 eine Gedenkminute
für die Opfer der Konzentrationslager (KL) an, woraufhin die
NPD-Fraktion geschlossen den Saal verließ und erst wieder zur
Eröffnung der Tagesordnung zurückkam. Da die Vorgänge in der
Medienlandschaft nur bruchstückweise wiedergegeben wurden,
werde ich hier das Sitzungsprotokoll veröffentlichen. Ich mache
ausdrücklich auf Folgendes aufmerksam:
D I S T A N Z I E R U N G . Aufgrund bundesdeutscher Justizpraxis können auch Zitate, sogar welche
aus wissenschaftlichen Werken und historischen Dokumenten, zu einer Strafverfolgung nach § 130 StGB
führen, wenn man sich nicht glaubhaft vom Inhalt distanziert und die Veröffentlichung geeignet ist, den
öffentlichen Frieden zu stören. Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich von solchen Zitaten und
Aussagen, sollten sie in meinen Veröffentlichungen erscheinen. Das gilt für alle Ausgaben des WIDERHALL.
"Ein singulär industrieller Massenmord an Dresdener Einwohnern?"
ICH ERTEILE IHNEN EINEN ORDNUNGSRUF!
Dokumentation:
Protokoll der 8. Sitzung des Sächsischen Landtags am 21. Januar 2005.
Präsident Erich Iltgen: Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Ich eröffne die 8. Sitzung des 4. Sächsischen Landtages. (...)
Meine Damen und Herren, bevor wir zur Feststellung der Tagesordnung kommen, möchte ich Sie um Ihre
Aufmerksamkeit bitten. Vor uns stehen in den nächsten Wochen wesentliche historische Daten, deren 60. Wiederkehr
wir gedenken: am 27. Januar der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wie zuvor und danach der anderen
Konzentrationslager, am 13. Februar der Bombardierung Dresdens wie schon anderer sächsischer Städte. Da dies
heute unsere letzte Plenarsitzung vor diesen beiden Tagen ist, möchte ich Sie alle auffordern und bitten, mit mir in
würdiger Weise der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken, gleichviel, durch welche Willkür
und Gewaltmaßnahmen sie zu Schaden gekommen sind. Bitte nehmen Sie an den entsprechenden
Gedenkveranstaltungen zahlreich teil und erweisen Sie den Opfern die Ehre, indem Sie sich mit mir zu einer
Schweigeminute erheben.
(Die Abgeordneten der NPD verlassen den Saal - alle anderen Anwesenden erheben sich von den Plätzen.)
Ich danke Ihnen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Tagesordnung zu unserer heutigen Sitzung liegt Ihnen vor. Das
Präsidium hat folgende Redezeiten festgelegt: für die Tagesordnungspunkte 3 bis 5 CDU 48 Minuten, PDS 36
Minuten, SPD 21 Minuten, NPD 21 Minuten, FDP 15 Minuten, Grüne 15 Minuten und die Staatsregierung 36
Minuten. Meine Damen und Herren, die Fraktionen können die Redezeiten entsprechend der Tagesordnungspunkte je
nach Bedarf verteilen.
Meine Damen und Herren, ich frage Sie, ob es weitere Anträge zur Tagesordnung gibt. Bitte, Herr Leichsenring.
Uwe Leichsenring, NPD: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir hatten gestern noch einen
Antrag auf Erweiterung der Tagesordnung eingereicht. Den haben Sie jetzt sehr geschickt umgangen. Das gebe ich zu.
In dem Fall wäre er dann hinfällig. Ich finde aber die Vermischung trotzdem unpassend.
Präsident Erich Iltgen: Meine Damen und Herren, gibt es weitere Anträge zur Tagesordnung? - Wenn das nicht der
Fall ist, dann gilt die Ihnen vorliegende Tagesordnung für unsere Beratung als verbindlich.
Wir kommen zu
2. Aktuelle Debatte
Verhalten der Sächsischen Staatsregierung und des Landtages zu Erinnerungs- und Gedenkveranstaltungen zum 60.
Jahrestag der angloamerikanischen Terrorangriffe auf die Sächsische Landeshauptstadt Dresden.
Antrag der Fraktion der NPD.
Zuerst hat ein Vertreter der NPD-Fraktion das Wort. Danach CDU, PDS, SPD, FDP, GRÜNE; Staatsregierung,
wenn gewünscht. Die Debatte ist eröffnet. Die Fraktion der NPD hat das Wort.
Herr Abg. Apfel, bitte.
Holger Apfel, NPD: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Was sich die Blockparteien in den
letzten Jahren anläßlich des 13. Februar geleistet haben, in diesem Jahr insbesondere, kann man nur noch als
beschämend bezeichnen. Da wird pedantisch darüber gewacht, daß der Landtag hier in Sachsen zur gedenkfreien Zone
ernannt wird, und gleichzeitig darf ein britischer Historiker im Stadthaus von Dresden auftreten, die Opfer des
angloamerikanischen Bombenterrors verhöhnen und behaupten, daß die Luftangriffe auf Dresden legitim und rechtens
gewesen seien. Da werden perverse, Opfer verhöhnende Aktionen linksradikaler Chaoten aus dem Umfeld der PDS
geduldet, verharmlost oder gar gutgeheißen, wie sie alljährlich zum 13. Februar praktiziert werden. Die CDU
verschwendet nicht einmal den geringsten Gedanken daran, eventuell eine eigene Gedenkveranstaltung zum 13.
Februar durchzuführen. Nein, sie plant statt dessen lieber Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
oder zum 8. Mai, der vermeintlichen Befreiung Deutschlands.
(Protest bei der PDS)
Doch für die Opfer des alliierten Bombenterrors bleibt offensichtlich im dicht gefüllten Terminkalender der
Sühnekultur in Deutschland kein Platz mehr übrig. Das alles, meine Damen und Herren, ist jämmerlich, ist würdelos
bis zum Erbrechen.
Meine Damen und Herren! Tun Sie eigentlich nur so, oder sind Sie tatsächlich so blind gegenüber der Tragödie, die
dem deutschen Volke zuleide getragen wurde? Wissen Sie wirklich nicht oder wollen Sie nicht wissen, daß in Dresden
ein kaltblütig geplanter industrieller Massenmord an der Zivilbevölkerung stattgefunden hat?
(Heftiger Protest bei der PDS)
Wissen Sie wirklich nicht, daß der britische Premierminister Churchill bereits eine Woche vor der Vernichtung
Dresdens auf der Konferenz von Jalta sich dafür gerühmt hat, daß bereits sechs bis sieben Millionen Deutsche ums
Leben gekommen sind?
Uns wird oft vorgeworfen, wir würden Zahlenklauberei betreiben. Aber glauben Sie mir, um Zahlen geht es uns gar
nicht. Dazu gibt es viel zu viele offenkundige Aussagen, beispielsweise vom sowjetischen Außenminister Molotow,
der seinerzeit von 250.000 Toten sprach. Dann hören wir ständig die Propagandazahlen von 25.000 oder 35.000
Opfern. Dieses Marginalisieren ist ein Schlag in das Gesicht aller toten Männer und Frauen, aller Kinder und Greise
von Dresden.
(Beifall bei der NPD)
Nur bei anderen Opfergruppen sind Sie nicht so pingelig, wenn einmal eine Null fehlt. Sind Ihnen deutsche Opfer
weniger wert als andere? Gibt es für Sie Opfer erster Klasse, die man betrauern darf, und Opfer zweiter Klasse, die
man verhöhnen darf? Ist es nicht absurd, daß ausgerechnet jene an Zahlen herummanipulieren, die sonst bei jeder
Gelegenheit Menschen vor Strafgerichte des BRD-Gesinnungsstaates zerren, weil sie jüdische Opferzahlen in Frage
stellen?
(Heftige Proteste bei der PDS)
Präsident Erich Iltgen: Herr Apfel, ich bitte Sie, sich inhaltlich zu mäßigen.
Holger Apfel, NPD: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist nicht so, daß wir das Gedenken an den 13.
Februar für uns pachten wollen.
(Heftige Proteste bei der PDS)
- Ja, Wahrheiten wollen Sie nicht hören, das ist klar, von der PDS.
Ganz im Gegenteil. Uns ist an einem würdigen, ehrlichen Gedenken zum 13. Februar gelegen gerade weil es so ist, hat
die Junge Landsmannschaft Ostpreußen der CDU in Person von Herrn Dr. Hähle und von Herrn Milbradt die
Schirmherrschaft für den Trauermarsch zum 13. Februar angetragen, jene Junge Landsmannschaft Ostpreußen, die
Gott sei Dank noch in dieser individualisierten Spaßgesellschaft heute deutlich macht, daß es junge Menschen gibt, die
der nationalen Selbstvergessenheit trotzen und die für ein wirklichkeitsgerechtes Geschichtsbild eintreten. Dafür ein
herzliches Dankeschön an die Junge Landsmannschaft Ostpreußen.
(Beifall bei der NPD)
Unsere Fraktion hat bereits angekündigt, daß wir auf der nächsten Sitzung den Antrag stellen werden, daß endlich
eine Staatsstiftung als zentrale Gedenkstätte für die zivilen Opfer des Bombardements als Dokumentationsarchiv
eingerichtet wird. In diesem Zusammenhang sei der ehemalige Direktor des Holocaust-Museums in Washington,
Michael Berenbaum, mit seiner sogenannten Shoah-Stiftung zitiert: "Wir geben den Opfern ihre Namen, ihre Identität
und ihre Geschichte zurück." Sie werden nachvollziehen, meine Damen und Herren, daß auch wir dies möchten,
nämlich den Toten ihre Identität und Geschichte zurückzugeben.
Das Gedenken an Dresden war noch nie so aktuell wie heute. Die gleichen, die damals keine Skrupel hatten,
Abertausende Zivilisten kaltblütig umzubringen, kennen auch heute keine Skrupel. Von Dresden über Korea, Vietnam
und Bagdad zieht sich eine Spur durch das 20. Jahrhundert, die Sie auch mit noch so viel Niedertracht nicht den
Deutschen in die Schuhe schieben können. Die gleichen Massenmörder, die am 13. Februar Dresden ausgelöscht
haben, sind heute drauf und dran, neue Kriege vom Felde zu ziehen.
(Heftige Proteste bei der PDS und der SPD)
Präsident Erich Iltgen: Herr Apfel, ich bitte Sie, sich in Ihrer Ausdrucksweise zu mäßigen!
Holger Apfel, NPD: Sie können das gerne weiter hinnehmen. Unsere Fraktion jedoch wird es nicht hinnehmen, daß
wir uns auch in der Zukunft nicht zu Komplizen angloamerikanischer Gangsterpolitik machen lassen, meine sehr
verehrten Damen und Herren.
Präsident Erich Iltgen: Herr Apfel, Ihre Redezeit ist um.
Holger Apfel, NPD: Da können Sie schreien, soviel Sie wollen, meine sehr verehrten Damen und Herren.
Offensichtlich sind auch wir die einzigen, die heute noch gegen Kriegstreiber... ... ...
Präsident Erich Iltgen: Herr Apfel, die Redezeit ist um.
(Der Präsident beendet die Redezeit, indem er das Mikrofon abschaltet. - Heftige Proteste bei der CDU, der PDS, der
SPD, der FDP und den GRÜNEN - Beifall bei der NPD)
Präsident Erich Iltgen: Wird von der CDU-Fraktion das Wort gewünscht? - Die SPD-Fraktion? - Herr Prof. Weiss,
bitte.
Prof. Dr. Cornelius Weiss, SPD: Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Es fällt mir schwer, nach
diesen mit Schaum vor dem Munde in Goebbels'scher Manier vorgetragenen Haßtiraden zu sprechen. Aber ich werde
und ich muß es tun.
In jedem Jahr gedenken die Dresdner in der Nacht vom 13. zum 14. Februar der Zerstörung ihrer Stadt. Tausende
unschuldige Menschen - Frauen, Männer, Kinder -, darunter unzählige Flüchtlinge, auch verwundete Soldaten, kamen
im schnell entstehenden Feuersturm auf gräßliche Weise ums Leben.
In dieser Stunde spreche ich als Alterspräsident im Namen aller demokratischen Fraktionen dieses Hohen Hauses. Ja,
wir gedenken, wir trauern und viele von uns beten zu Gott, daß sich derartiges niemals wiederholen möge, in keinem
Teil unserer einen Welt. Wir dürfen das Dresdner Inferno niemals vergessen, niemals. Aber wir dürfen auch niemals
vergessen, wie es dazu kam.
Zuerst brannten Bücher. Im Frühjahr 1933 schon loderten überall in Deutschland die Scheiterhaufen der Nazis, auf
denen sie bedeutende Werke der Weltliteratur verbrannten. "Entartete Kunst", sagte die Intoleranz. (*1)
Nach den Büchern brannte Guernica. Am 26. April 1937 waren nach dreistündiger Bombardierung durch die
sogenannte Legion Kondor drei Viertel der baskischen Kleinstadt zerstört und etwa 1.700 Menschen, fast ein Zehntel
der Bevölkerung, fast ausschließlich Zivilisten, ums Leben gekommen.
Dann brannten die Synagogen in der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938, auch das von Gottfried
Semper gebaute Gotteshaus in Dresden.
In der Nacht vom 14. zum 15. November 1940 fand das weltweit erste Flächenbombardement (*2) auf eine Innenstadt
als Teil der deutschen strategischen Luftkriegsführung statt. Die Angreifer waren 440 Maschinen der Luftwaffe
Hermann Görings. Das Opfer war die Stadt Coventry. Propagandaminister Goebbels bereicherte die deutsche Sprache
um das Wort "coventrieren" - eine Präzisierung des bereits zynischen hitlerischen "Ausradierens". Aber dies alles war
erst der Anfang.
Das Grauen steigerte sich nachfolgend zur Apokalypse. In den Krematorien der Vernichtungslager des NS-Regimes
verbrannten Millionen Juden, Sinti und Roma, und ein Weltbrand fand statt. (*3)
Am Ende, meine Damen und Herren, kehrte das Feuer in das Land der Brandstifter zurück, so wie es Heinrich Heine
in hellseherischer Voraussicht einmal gesagt hatte: "Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch
Menschen." (*4)
Eine deutsche Stadt nach der anderen fiel den alliierten Bombenangriffen zum Opfer, und keine drei Monate vor
Kriegsende traf dieses Schicksal auf besonders furchtbare Weise die Kunst- und Kulturstadt Dresden.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! So wichtig es ist, diese schrecklichen Ereignisse unserer gemeinsamen Geschichte in
der Erinnerung zu bewahren, so sinnlos, ja, gefährlich ist es, sie gegeneinander aufzurechnen. (*5)
"Brücken bauen, Versöhnung leben" - das stand unlängst in großen Lettern an der damals noch eingerüsteten
Frauenkirche, und das ist der gute Geist, der fortan in uns leben muß.
Deshalb, liebe Demokratinnen und Demokraten, gilt es mit aller Entschiedenheit jenen in den Arm zu fallen, die schon
wieder nach der Brandfackel greifen - ausgerechnet hier in Dresden! Dazu gehören auch Ihre Haßtiraden, Herr Apfel!
(*6)
In Punkt 10 des Programms der NPD, der die bezeichnende Überschrift "Deutschland in seinen geschichtlich
gewachsenen Grenzen" trägt, steht geschrieben: "Deutschland ist größer als die Bundesrepublik" und weiter: "Wir
fordern die Revision der nach dem Krieg abgeschlossenen
Grenzanerkennungsverträge."
Meine Damen und Herren! So fing es schon einmal an! Erst wollte der größte Führer aller Zeiten Österreich, dann das
Sudetenland, dann Resttschechien, dann den Korridor, dann ganz Polen und schließlich die ganze Welt. - Ein
Verführer, ein verführtes Volk, das am Ende zur Rechenschaft gezogen wurde. (*7)
Meine Damen und Herren! "Das große Karthago führte drei Kriege: Nach dem ersten war es noch mächtig, nach dem
zweiten war es noch bewohnbar, nach dem dritten war es nicht mehr zu finden." Sorgen wir Demokraten gemeinsam
dafür, daß dieses Brecht-Wort nicht zur Realität wird! Sorgen wir gemeinsam dafür, daß sich Geschichte nicht
wiederholt! (*8)
Das, und nichts anderes, ist das Vermächtnis von Dresden - die Lehre aus jener furchtbaren Nacht vor 60 Jahren!
Alle Anwesenden - außer den Abgeordneten der NPD - erheben sich von den Plätzen und spenden starken,
langanhaltenden Beifall.)
Präsident Erich Iltgen: Wird von den Fraktionen noch das Wort gewünscht? - Bitte, Herr Gansel.
Jürgen Gansel, NPD: Herr Präsident! Meine Damen und Herren der sächsischen Blockparteien! Ich schäme mich zwar
etwas dafür, daß ich die eben aufbrausende Applausseligkeit stören muß, aber ich möchte noch einmal einige
historische Sachen anbringen, denn moralische Betroffenheit ersetzt keine historischen Fakten.
(Alle Abgeordneten der PDS und der GRÜNEN sowie einige Abgeordnete der SPD und der CDU verlassen den
Plenarsaal.)
Niemand ist verächtlicher - - Ja, hier können die Medien und hier kann jeder Zuschauer auf der Tribüne sehen, wie die
etablierten Parteien mit historischen Fakten umgehen, die nicht ins Konzept passen. Flüchten Sie vor der Wirklichkeit,
flüchten Sie vor der historischen Realität - die Menschen in diesem Land werden das zur Kenntnis nehmen! Ich werde
mich davon aber nicht beirren lassen.
Niemand ist verächtlicher als solche deutschen Politiker, die das Geschichtsbild der Siegermächte auf moralische
Kosten ihres eigenen Volkes unkritisch übernehmen und ihre eigenen Schuldneurosen auf dem Rücken ihrer
Landsleute kultivieren. Dazu gehört auch die abstoßende Kleinrechnerei der Opferzahlen von Dresden. Im Falle einer
auserwählten Opfergruppe können Ihnen, Herr Weiss, die Totenzahlen gar nicht hoch genug sein. Auf deutscher Seite
sind die Opferzahlen hingegen eine zu vernachlässigende Größe. Und außerdem - so scheint die Logik zu sein - hatte
es ja sowieso nur das Tätervolk getroffen, ein Tätervolk, das es verdient hatte, durch herbeigebombte Feuersbrünste
"gebraten" zu werden - wie es der britische Premier Winston Churchill seiner Royal Air Force befohlen hatte.
Wo nimmt das sächsische Blockparteienkartell, das es auch geschichtspolitisch gibt, ... ...
Präsident Erich Iltgen: Herr Gansel, ich bitte Sie wirklich, sich in Ihrer Wortwahl etwas zurückzuhalten!
Jürgen Gansel, NPD: Gut, dann ersetze ich "Blockparteienkartell" ... ...
Präsident Erich Iltgen: Nein, ich meine das "Kartell".
Jürgen Gansel, NPD: Gut, dann lasse ich mich auf diesen Sprachvorschlag ein.
Wo nehmen die sächsischen Altparteien, die es auch geschichtspolitisch zu einer bemerkenswerten Einheit gebracht
haben, eigentlich die moralische Arroganz her, Tote in gute und böse Opfer zu scheiden? Die bösen Opfer sind
natürlich die Deutschen. Die guten Opfer sind alle anderen. Die Behauptung, ein allein durch Deutschland
verschuldeter Krieg sei in Form des alliierten Bombenterrors auf das Land der Täter zurückgefallen - wie wir es von
Herrn Prof. Weiss gehört haben -, ist infam, weil unwahr.
(Gottfried Teubner, CDU: Das war die Wahrheit!)
Der Bomben-Holocaust von Dresden steht ursächlich weder im Zusammenhang mit dem l. September 1939 noch
mit dem 30. Januar 1933. Die Pläne zur Vernichtung des Deutschen Reiches existierten nämlich schon lange,
bevor in Versailles der erste Nationalsozialist geboren wurde.
In diesem Hause wird es außerhalb meiner Fraktion niemandem bekannt sein, daß bereits am 1. Februar 1896 in
der englischen Wochenzeitschrift The Saturday Review die Parole zu lesen war: "Germania est delenda". Für die
Nichtlateiner: "Deutschland ist zu zerstören", hieß es 1896 in dieser eben zitierten britischen Wochenzeitung. Und
genau in dieser Tradition eines eliminatorischen Antigermanismus stand der britische Premier Winston Churchill,
dessen Bomberverbände zusammen mit ihren amerikanischen Verbündeten Anfang Februar 1945 Elbflorenz in
eine Flammenhölle verwandelt haben.
Ich möchte meine Aussagen mit einigen historischen Zitaten untermauern - wie gesagt: geschichtliche Fakten statt
Moralhuberei. Bereits 1937 erklärte Churchill: "Wenn Deutschland zu stark wird, wird es wieder wie 1914
zerschlagen werden." 1939 erklärte er: "Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung
Deutschlands." 1940 sagte der britische Premier: "Wir werden Deutschland zu einer Wüste machen, ja, zu einer
Wüste." 1941 äußerte er: "Es gibt knapp 70 Millionen bösartige Hunnen - die einen sind heilbar und die anderen
zum Schlachten." 1942 betonte er: "Es darf keine Anstrengung gescheut werden die Bevölkerung" - gemeint ist
die deutsche - "zu terrorisieren und zu paralysieren." - So viel zur Schuldfrage.
Es ist in diesem Zusammenhang noch daran zu erinnern, daß ebendieser mehrfach zitierte Winston Churchill für
seine höchst fragwürdigen Verdienste den Karlspreis der Stadt Aachen erhielt - einer Stadt, die tausend Jahre lang
kriegerisch nicht zerstört worden ist, bevor eben dieser Kriegsverbrecher Churchill sie durch mehrere
Bomberangriffe in Schutt und Asche legen ließ. Solche historischen Geschmacklosigkeiten sind nur in der BRD
mit ihrer selektiven Erinnerungskultur und ihrer abgefeimten Preisverleihungspraxis möglich.
Sie, Herr Prof. Weiss - das möchte ich hier feststellen -, sind wahrlich ein würdiger Vertreter dieser
Umerziehungs- und Canossa-Republik.
Präsident Erich Iltgen: Es ist unverschämt, Herr Gansel, was Sie jetzt gesagt haben! Ich erteile Ihnen einen
Ordnungsruf!
(Belfall bei der CDU, der SPD und der FDP)
Jürgen Gansel, NPD: Ich wäre sowieso am Ende meiner Rede gewesen und möchte an dieser Stelle nur mitteilen,
daß unsere Fraktion die nächsten Jahre nutzen wird, um auch hier im Sächsischen Landtag mächtige Schneisen in
das Dickicht antideutscher Geschichtslügen zu schlagen.
Mit dem heutigen Tag haben wir auch in diesem Parlament den politischen Kampf gegen die Schuldknechtschaft
des deutschen Volkes und für die historische Wahrhaftigkeit aufgenommen.
(Beifall bei der NPD - Bravo! von der NPD)
Präsident Erich Iltgen: Es ist unglaublich! Wird weiter das Wort gewünscht? - Herr Apfel.
Holger Apfel, NPD: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Theater, das hier heute
veranstaltet wurde, spricht für sich, und eigentlich würde sich jedes weitere Wort erübrigen, denn die Bürger
Dresdens und anderer sächsischer Städte, die bombardiert wurden, dürften heute gemerkt haben, was sich hier
anläßlich des 60. Jahrestages einmal mehr abgespielt hat. Es ist bemerkenswert - und ich finde es eigentlich
angenehm -, daß der prozentuale Anteil aller anständigen Deutschen, die auch noch Deutsche sein wollen, heute
hier im Landtag in dieser Stunde doch erheblich gestiegen ist.
(Zuruf von der CDU: Das verbitte ich mir!)
Präsident Erich Iltgen: Herr Apfel, jetzt muß ich Sie einmal unterbrechen. Diese Unterstellung ist ungeheuerlich.
(Beifall bei der CDU und der FDP)
Holger Apfel, NPD: Die Ereignisse von Dresden, meine Damen und Herren, bleiben ungesühnt und unvergessen.
Die Erinnerung an diese beispiellose Tragödie hat sich zutiefst eingegraben in die kollektive Identität unseres
Volkes. Wir wollen, daß damit würdig umgegangen wird, nicht mehr oder weniger. Ich weiß, daß in Deutschland
Nationalmasochismus groß geschrieben wird. Eines, meine Damen und Herren, darf ich Ihnen jedoch versprechen:
daß wir Nationaldemokraten nicht eher ruhen werden, bis bei uns in Deutschland keine neuen Gedenkstätten zur
Anklage gegen das deutsche Volk gebaut werden, sondern endlich in Deutschland Gedenkstätten gebaut werden
für die in Dresden, Hamburg, Berlin und anderswo ums Leben gekommenen Menschen. Wir werden nicht eher
ruhen, bis der 13. Februar in Deutschland endlich zum offiziellen Feiertag, zum offiziellen Gedenktag für die
Opfer von Krieg und Vertreibung ernannt wurde.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, einer der ersten, der schon vor Jahrzehnten auf die Dimension des
Verbrechens aufmerksam machte, war der weltweit renommierte Historiker David Irving. In seinem weltweit
wegweisenden Buch unterstrich er das Singuläre des Angriffs vom 13. Februar 1945 schon im Jahr 1963. David
Irving wurde damals für seine wissenschaftliche Leistung mit der Dresdner Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Das
war allerdings in einer Zeit, in der man alliierte Verbrecher auch noch Verbrecher nennen durfte und in der zum
Beispiel der Volkskammerpräsident der DDR, Herr Dieckmann, völlig zu Recht von "amerikanischen
Luftgangstern" sprach.
Warum, meine Damen und Herren, winden Sie sich heute so, all die Dinge beim Namen zu nennen, die völlig
unstrittig sind? Warum diese paranoiden Versuche, den Bombenholocaust herunterzurechnen? Warum dieser
erbärmliche Nationalmasochismus? Bei keinem normalen Volk der Welt gäbe es ein solches Verhalten, wie Sie es
hier an den Tag legen. David Irving hat heute Einreiseverbot in Deutschland.
(Dr. Volker Külow, PDS: Unerträglich! Hören Sie endlich auf!)
Wie weit auf den Hund gekommen muß ein politisches System sein, das mit derartigen Maßnahmen meint in die
Meinungsfreiheit in Deutschland eingreifen zu wollen? Sie sprechen, meine Damen und Herren, immer von
Demokratie. Sie sind es und Ihre Freunde der vermeintlich bürgerlich-demokratischen Parteien doch immer, die
die demokratischen Grundsätze, wie Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde, tagtäglich mit Füßen treten. Meine
Damen und Herren, ich kann es nur immer wieder sagen: Allein die NPD ist heute das Sprachrohr all jener, die
wollen, daß in Deutschland wieder Demokratie herrschen wird, Demokratie im Sinne von wirklicher, wahrer
Volksherrschaft. Danke schön.
(Beifall bei der NPD)
Präsident Erich Iltgen: Wird weiter das Wort gewünscht? - Bitte, Herr Gerlach.
Johannes Gerlach, SPD: Herr Präsident! Ich möchte hier lediglich im Namen der vielen Freunde, die ich in Israel
und auf der ganzen Welt habe, eine Richtigstellung machen.
Präsident Erich Iltgen: Ja.
Johannes Gerlach, SPD: Nur das. Das Wort Holocaust ist ein für allemal für diesen einmaligen und mit nichts
vergleichbaren barbarischen Akt der Vernichtung von Menschen durch die Nazis belegt. Ich verwahre mich als
Mitglied dieses Landtages davor, daß dieses Wort - von wem auch immer - mit irgendwelchen anderen Begriffen
vermischt oder verwoben wird.
(Beifall bei der CDU, der PDS, der SPD, der FDP, den GRÜNEN und der Staatsregierung)
Präsident Erich Iltgen: Meine Damen und Herren! Damit ist die 2. Aktuelle Debatte, beantragt von der NPD-
Fraktion, beendet und damit auch der Tagesordnungspunkt l. (Ende des Protokolls)
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Anmerkung: (*1)="Entartete Kunst"! In der Tat kann man durchaus geteilter Meinung über so manches
sogenannte Kunstwerk des vorigen Jahrhunderts und der Gegenwart sein. So manches "Kunstwerk" ist ohne jeden
Sinn und Zweck, zeigt höchstens die seelische Zerrissenheit des sog. Künstlers. Heftig macht sich die Satire über
solche "Werke" lustig. Der Schauer steht davor und fragt sich, was ist oben und unten. Ganz zu schweigen von
der widerlichen Pornographie, die gern unter dem Deckmantel der Kunst daherkommt. Erst kürzlich wurde dafür
ein Nobelpreis vergeben.
(*2)=Coventry, Flächenbombardement. Will der Redner auf diese Weise unterschlagen, daß es bereits am 5. Tag
des Krieges britische Bombardements auf Wilhelmshaven und Cuxhaven gegeben haben soll? Im fünften
Kriegsmonat soll es einen Bombenangriff auf Westerland/Sylt gegeben haben. Am 20. März 1940 soll Kiel und
Hörnum auf Sylt dran gewesen sein. 110 Spreng- und Brandbomben. Volltreffer auf ein Lazarett. April 1940
weitere brit. Luftangriffe auf Orte ohne militärische Bedeutung. Am 11. Mai 1940 kam Churchill an die Macht
und soll sofort den Entschluß gefaßt haben: Bombenoffensive gegen die Zivilbevölkerung. Erst jetzt - am 14./15.
November 1940 - werden erste deutsche Luftangriffe auf industrielle Ziele in Coventry geflogen.
(*3)=Mit Gesetzen und Paragraphen hat man zum Holocaust eine neutrale Diskussion verboten. Wer sich zu
nachhaltig damit beschäftigt, kann in's Gefängnis kommen, wie bereits ungezählte andere Deutsche vor ihm
(Auschwitzlüge).
(*4)=Buchverbrennung. Im übertragenen Sinne ist es heute ähnlich. Angeblich sollen derzeit mehr Buchtitel
verboten sein (einschl.der Indexliste jugendgefährdender Titel), als damals verbrannt wurden.
(*5)=Immer wenn die "Rechnerei" über Opferzahlen für die politisch Korrekten zum Nachteil umzuschlagen
droht, wird die Aufrechnungskeule geschwungen: Gegenrechnen sei moralisch zu verwerfen. Herr Weiss (SPD)
meint das Aufrechnen sei gefährlich. Wieso? Für wen eigentlich?
(*6)=Unangenehme Vorhaltungen werden kurzer Hand zu "Haßtiraden" erklärt. Der Leser des Protokolls oben
mag selber urteilen.
(*7)="...das verführte Volk, daß am Ende zur Rechenschaft gezogen wurde". Welch' eine Verhöhnung der Opfer
in Dresden. Selber schuld, daß ihr "gebraten" (Churchill) wurdet! Hier wird eindeutig mit der Kollektivschuldthese
das Bombardement-Verbrechen von Dresden beschönigt!
(*8)=Herr Prof.Dr.Weiss will dafür sorgen, daß sich Geschichte der Kriege nicht wiederholt. Da ist er wohl ohne
jeden Einfluß, denn leider gibt es Wiederholungen am laufenden Band. Ungezählte Kriege fanden seit 1945 statt:
Korea, Vietnam, Israel/Palästina, Tschetschenien, Afghanistan, Irak. Demnächst Iran und Syrien?
* * *
Kommentar: Das Protokoll des Sächsischen Landtags über den sogenannten NPD-Skandal habe ich wörtlich
wiedergegeben. Leider gehen daraus die Hintergründe - wie es dazu kam - nicht hervor. Die NPD-Fraktion hatte
beim Präsidenten des Sächsischen Landtags beantragt, eine Debatte auf die Tagesordnung zu setzen, mit dem
bezeichnenden Titel "Verhalten der sächsischen Staatsregierung und des Landtages zu Erinnerungs- und
Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag der angloamerikanischen Terrorangriffe auf die sächsische
Landeshauptstadt Dresden", plus einer Gedenkminute für die Bombenopfer in Dresden. Letzteres wurde aus
formalen Gründen abgelehnt.
Statt dessen konterte Landtags-Präsident Iltgen noch vor Eröffnung des Tagesordnungspunktes - wohl ein wenig
außerhalb der Geschäftsordnung? - mit der Aufforderung an die anwesenden Abgeordneten sich zu einer
Schweigeminute im Gedenken an die Auschwitz-Opfer und der anderen KL-Opfer zu erheben. In der Presse
geisterte die Behauptung herum, daß in dieser Aufforderung aller Opfer gedacht worden sei, auch der Dresdner
Bombenopfer. Das war aber ausdrücklich nicht der Fall, wie aus dem Protokoll ersichtlich.
Ein Briefschreiber sieht das so:
"Die NPD-Fraktion verließ daraufhin geschlossen den Sitzungsraum, um die Ersatz-Schweigeminute zu
boykottieren. Es ist uns nicht ganz klar, was an diesem Verhalten skandalös sein soll. Wenn etwas skandalös ist,
dann höchstens die Verweigerung einer Schweigeminute für die Opfer des Dresdener Bombenhagels sowie die
Tatsache, daß die NPD-Landtagsfraktion den Saal verlassen hat, statt, wie es sich gehört hätte, demonstrativ
sitzen zu bleiben. Doch wie heißt es so schön, es jedem Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann."
Und weiter:
"Wie es in der SÄCHSISCHEN ZEITUNG dazu heißt, verlangt CDU-Fraktionschef Hähle nunmehr, daß die
Staatsanwaltschaft überprüfen solle, ob die NPD-Abgeordneten mit ihrer Handlung Volksverhetzung begangen
haben. - Wir erinnern uns - Hähle war der Parlamentarier der sich unlängst über den Gesinnungsterror in der EU
beklagt hat, weil man den italienischen EU-Kommissar aufgrund allzu konservativer Äußerungen über
Homosexualität in den Medien regelrecht geächtet hat. Allerdings können die Abgeordneten beruhigt sein,
so gibt es in Deutschland wohl derzeit genügend Bestimmungen, welche die Deutschen nötigen, nach aller
Welt Wiedergutmachungsleistungen zu zahlen, aber keine, die sie auch dazu nötigt, wegen einer
Gedenkminute aufzustehen." (Zitatende)
Inzwischen hat der zuständige Dresdener Staatsanwalt es abgelehnt, ein Verfahren gegen die renitenten NPDler
im Sächsischen Landtag zu eröffnen. Seine Erklärung dazu in den Fernsehnachrichten war ohne jede Emotion und
das ist gut so. Klar, daß nun die Funktionäre darüber nachsinnen, wie nun vorgegangen werden kann, um ein
weiteres Anwachsen der Rechten zu unterbinden. Man streitet um einen erneuten Verbotsantrag. Der "Spiegel"
läßt sich von einem Verfassungsrichter ins Heft diktieren, daß jederzeit ein solcher möglich sei. Nur müßten
"kurzzuvor und während des Verfahrens" die staatlichen Schnüffler aus der NPD abgezogen oder abgeschaltet
werden. Natürlich muß sich auch der Kanzler zu Wort melden: mit einem erneuten Aufruf für einen "Aufstand der
Anständigen" zum 8. Mai am Brandenburger Tor. Die Krone des Rummels ist die gegenseitige Schuldzuweisung
am Aufstieg der NPD. Schröder habe Schuld, weil die Arbeitslosigkeit unter ihm nur steige. Der kontert unter der
Gürtellinie: Stoiber verhalte sich so, weil er seine politischen Ambitionen nicht verwirklichen konnte. Als
Zukurzgekommener spiele sich der Mann auf.
Dazu muß ich anmerken, natürlich mögen die verheerenden sozialen Zustände, die sich unter Rotgrün entwickelt
haben, ihre Wirkung zeigen, doch am Aufsteigen der NPD und DVU haben eindeutig die Verantwortlichen der C-
Parteien schuld. Die haben sich durch das Linkskartell aus dem rechten Spektrum vertreiben lassen, nahezu
widerstandslos. Bei jeder von linker Seite initiierten Aktion gegen "Rechts" waren sie die willigen Helfer und
dabei manchmal päpstlicher als der Papst. Dabei merkten die C-Funktionäre nicht einmal, daß sie sich den Ast
absägten, auf dem sie sitzen. Wie die Tölpel sind sie in die linke Falle gestolpert. Wenn die C-Parteien eine
Unterschriftenaktion zur Ausländerbegrenzung oder gegen den Doppelpaß starten, braucht nur das Linkskartell
(Grüne inbegriffen) loszubellen und schon zieht man den Schwanz ein. Zwar hat man äußerste Bedenken
gegenüber dem Europäischen Haftbefehl und dem Antidiskriminierungsgesetz, aber man stimmt vollzählig zu.
Nicht einmal Stimmenthaltung gab es! Faselt man was von Leitkultur, brauchen nur die SPIEGELs die
"Augenbrauen" zu heben und schon verschwindet das Wort wieder aus dem Alltag. Beim sogenannten Aufstand
der Anständigen marschierten die C-Leute bereitwillig mit und ohne das Gesicht zu verziehen ließen sie sich auch
noch indirekt beschimpfen durch die aufgetretenen Redner gegen jede nationale Regung. Ich glaube fast, die
merkten das nicht einmal! Auch wie man ihnen einen Ring durch die Nase zieht und sie daran zur Schlachtbank
führt. Die kriegen gar nicht mit, daß mit jeder "Demo gegen Rechts" in Wahrheit die C-Parteien gemeint und sie
die einzigen Verlierer sind. Nicht die NPD und DVU.
Diese Parteien haben im vorigen Jahr bei den Kommunalwahlen, den Europa-Wahlen und den Landtagswahlen im
Beitrittsgebiet zum Teil ähnlich gut oder schlecht abgeschnitten wie die SPD. Man sieht es schon an den
Redezeiten oben bei der Debatte im Sächsischen Landtag. Die SPD kann nur die gleiche Redezeit wie die NPD
beanspruchen. Mir liegen aus Stadt Dresden die Wahlergebnisse der Kommunalwahlen vor. Dort wo es angetreten
ist, hat das "Nationale Bündnis Dresden" (ein Zusammenschluß aus NPD und anderer rechter Gruppen plus DVU)
in der Stadt diese Stimmen eingefahren (Pressemeldung des Bündnisses):
"Was etablierte Politiker, selbsternannte Verfassungsschützer, Antifaschisten und Medien im Vorfeld nicht für
möglich hielten, ist am 13. Juni Wirklichkeit geworden. Das Nationale Bündnis Dresden ist allen
Ausgrenzungskampagnen und Diffamierungen zum Trotz mit drei Mandatsträgern in den 70-köpfigen Stadtrat
eingezogen. Bei den neuen Mandatsträgern handelt es sich um den 33-jährigen Verlagsgeschäftsführer Holger
Apfel, den 55-jährigen wissenschaftlichen Mitarbeiter Wolfgang Schwarz und den 47-jährigen Mathematiker
Hartmut Krien.
"Die besten Wahlergebnisse erzielte das Nationale Bündnis Dresden im:
Wahlkreis 13: 6,3 % (Gorbitz, Löbtau, Wölfnitz, Dölzschen, Roßthal, Naußlitz)
Wahlkreis 12: 5,4 % (Cossebaude, Cotta, Oberwartha, Mobschatz, Altfranken, Kemnitz, Briesnitz, Omsewitz,
Leutewitz, Gompitz, Stetzsch)
Wahlkreis 10: 5,6 % (Reick, Prohlis, Nickern, Niedersedlitz, Luga, Lockwitz, Kauscha)
Wahlkreis 4: 5,0 % (Trachenberge, Übigau, Pieschen, Kaditz, Trachau, Junge Heide)
Dresden, 14. Juni 2004."
Nun die Ergebnisse der am 19. September 2004 erfolgten sächsischen Landtagswahlen (auch in Brandenburg gab
es Wahlen, in deren Gefolge die DVU wieder in den dortigen Landtag einzog):
Die CDU erhielt 41,1 Prozent der Stimmen, verlor also 15,3 % und die absolute Mehrheit.
Die SPD bekam ganze 9,8 % und fiel damit erstmalig unter die 10%-Marke.
PDS konnte sich mit 23,6 % noch etwas steigern, FDP und Grüne rutschten mal so eben über die 5%-Hürde, mit
5,9 bzw. 5,1 %.
Die eigentliche Wahlgewinnerin war die NPD, die sich um 7,9 Prozent von 1,3 auf 9,2 % steigern konnte. Womit
sie mit der SPD auf gleicher Augenhöhe angelangt ist. SPD-Chef Müntefering meinte dazu: "Alles in allem ein
erfreulicher Tag für die SPD."
*
Einigen CDU-Abgeordneten im Sächsischen Landtag muß die profillose Haltung der C-Parteien gegenüber dem
Linkskartell zum Halse raushängen, denn in schöner Regelmäßigkeit bekommt die NPD bei Abstimmungen immer
zwei Stimmen mehr als sie selbst Abgeordnete hat. Man kann getrost annehmen, daß das CDUler sind. Manchmal
sind es sogar noch mehr Stimmen. So am 19. Januar 2005, als die Mitglieder des Landesjugendausschusses
gewählt wurden. Die NPD-Abgeordnete Gitta Schüßler erhielt 17 Stimmen, also fünf mehr als die NPD-Fraktion
Mitglieder hat, und kam so in den Ausschuß. Und das, obwohl es eine gemeinsame Erklärung der
Fraktionsvorsitzenden der Altparteien vom 12. Januar gibt, Abweichler, die NPD wählen, mit dem Ausschluß zu
bedrohen.
* * *
"Jetzt sind wir wieder Wer!"
Und nun zur NPD im Sächsischen Landtag
eine Zusendung von Hermann Wriedt, die ich
nicht in allen Punkten teilen kann. Wenn ich sie
trotzdem gekürzt bringe, dann doch weil
Wesentliches angesprochen wird.
*
NPD: O, welch ein Drama!
NPD Abgeordnete verlassen bei einer Gedenkminute zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus den
Plenarsaal.
Wenn wir glauben, daß es nur die kleinen Abgeordneten sind, die diesen Eklat veranlasst haben, dann sollten wir
uns einmal mit der Geschichte näher befassen.
Es sind auch keine Arbeiter, die die NPD gewählt haben. Arbeiter und Strassenmob werden von diesen Leuten nur
benutzt, genau wie vor 1933 die SA und später auch die SS, der sogenannte Saalschutz. Ich bin 1925 geboren, in
dem Jahr als Adolf Hitler die 1. Auflage seines Buches "Mein Kampf" herausgegeben hat. Ich bin in einem Dorf
groß geworden, deutschnational erzogen und auf Deutschland ausgerichtet wie Hunderttausende Deutscher
Jungen und Mädchen.
Mein Vater, Frontsoldat aus dem 1.Weltkrieg, hat sich 1928 der NSDAP angeschlossen, weil keine der anderen
Parteien einfach nicht in der Lage waren, ein Neues Deutschland zu schaffen. Das war seine Meinung. Wer in
Deutschland, vor allem auf dem Lande und in den kleinen Städten hat schon das Geld und auch die Zeit gehabt
das Buch, "Mein Kampf" von Hitler zu lesen. Den Menschen stand 1933 das Wasser bis zum Hals, sie wollten nur
Arbeit und Brot und das wurde ihnen versprochen. Sie bekamen Arbeit und Brot, es wurden pünktlich die Löhne
gezahlt, es wurden feste Preise für Grundnahrungsmittel geschaffen. Der Slogan hieß, "Keiner soll hungern und
frieren." Der Aufbau Deutschlands begann. Die Industrie schaffte Arbeitsplätze in der Rüstung. Als im März 1935
die Deutsche Wehrmacht in linksrheinisches Gebiet eindrang, sagte mein Vater: "Jetzt sind wir wieder Wer."
Heute reden alle nur von dem, was die Nazis Böses getan haben. Hat jemals einer darüber nachgedacht, wie den
Menschen damals zumute war als sie arbeitslos waren, als Arbeiterkinder nicht auf höhere Schulen durften oder
konnten, keine Aussichten auf eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz, genau wie heute. Die NSDAP hat 1932 bei
der Wahl zum Reichstag nur 29% der Stimmen bekommen. Keine andere Partei war in der Lage einen
Reichskanzler zu stellen, so dass Reichspräsident Paul von Hindenburg gezwungen war, den einzigen
Kanzlerkandidaten (Hitler - KHH.) mit der Regierungsbildung zu beauftragen und so nahm das Schicksal seinen Lauf.
Wenn ich das Geschrei schon höre, NPD, PDS, DVU und was sonst noch verbieten, dann wird mir schlecht. Wer
sich in Deutschland innerhalb der Verfassung bewegt, der kann hier auch leben oder man muss ihm schwere
Verstöße nachweisen. Eine andere Meinung zu haben und zu vertreten ist kein Verbrechen. Das Volk betrügen,
Steuerhinterziehen, Abzocken das sind Verbrechen. Herr Friedman und Herr Spiegel sagen auch ihre Meinung.
Sie stellen 20% der Deutschen noch als antisemitisch hin, sie haben sogar ihre Forderung durchgesetzt, ihre
jüdischen Glaubensgenossen nach Deutschland einreisen zu lassen.
Wenn wir Bürger in Deutschland nicht in der Lage sind, selber zu beurteilen, wen wir wählen und wer mich
vertreten kann, dann haben wir keine Demokratie verdient. Wenn Vertreter der zugelassenen Parteien in ein
Parlament gewählt werden, haben sie alle Rechte der Verfassung. Es ist wie vor 1933, Adolf Hitler hat damals die
Wähler mit seinen Nationalstolz mit den Werten des Deutschseins und der Herrenrasse geködert. Er hat
Deutschland gegen den Druck der Alliierten und Nachbarländern aus dem Vertrag von Versailles heraus geholt.
Die Abzockerei und Erpressung Deutschlands hatte ein Ende.
Heute die selben Schlagworte, Deutsche Leitkultur, Innere Werte, Kulturelle Überfremdung, Gottesbezug in die
Verfassung schreiben. Den größten Vorschub für NPD und DVU haben die Vertriebenenverbände geleistet mit
ihren Forderungen nach Entschädigungen und Heimatrecht.
Wie ist das Heute? Wir haben weder einen Friedensvertrag noch sonst irgend etwas Handfestes, was wir dürfen
und was nicht. Wir sind eigentlich nur geduldet im Kreis der Freunde und Nachbarn, solange die Mauer der
Trennung zwischen Ost und West stand, hatten wir im Westen gute Freunde. Als die Mauer gefallen war, wurden
auf einmal Geldforderungen laut. Polen, Russland, Israel und wer sonst noch, verlangten Wiedergutmachung für
die von der DDR nicht gezahlten oder noch nicht gezahlten Kosten. In der Europäischen Gemeinschaft sind wir
die größten Zahler, aber in Deutschland wird der Gürtel immer enger geschnallt. Ein Ausspruch Herbert Wehners:
"Sind wir denn die Melk-Kuh?" Es scheint so.
Ein Abgeordneter der NPD hat laut Bildzeitung behauptet, Deutschland wurde von anderen Mächten und dem
Kapital zum Krieg gezwungen (Die Bildzeitung schrieb von Amerikanern.) Ich lege mich da nicht so fest, eines
steht fest, Polen und auch die Tschechoslowakei haben nach den damaligen Berichten kräftig mitgeholfen und den
Deutschen Bewohnern in ihren Staatsgebieten kräftig eingeheizt. Ob der Einmarsch in Polen und der Tschechei
gerechtfertigt waren, lassen wir mal dahingestellt. Eine alleinige Kriegsschuld hat es zu derzeit nicht gegeben.
Die Kriegsgegner vom 1. Weltkrieg wollten es einfach nicht wahrhaben, daß Deutschland nicht bereit war, noch
weiter für die Kriegsschulden des 1.Weltkriegs aufzukommen. Der 1. Weltkrieg wurde auch angezettelt, um
endlich an den Waffenverkäufen wieder Geld zu verdienen, was scherte dem Kapital die Millionen Toten. Es war
von 1871 bis 1914 war 43 Jahre Friede gewesen, die Waffenkammern waren voll, es war nichts mehr zu
verdienen, Krieg musste her.
Alles unter "Deutschland, Deutschland über alles!" Innerhalb von 20 Jahren waren die Kriegstoten durch neue
ersetzt und wieder ging es 1939 von vorne los. Die Kriegsgewinnler hatten es wieder geschafft, einen Krieg
anzuzetteln. Mit der Wucht dieses Krieges und dem Zeitraum von 6 Jahren hatte man nicht gerechnet.
Europa zerstörte sich selber, ob in England, Deutschland oder den anderen Ländern. Es starben über 50 Millionen
Menschen, das schlimmste waren die Greueltaten und die Bombenangriffe auf wehrlose Frauen und Kinder. Die
NPD und Die DVU sollten sich nicht verstecken vor der Wahrheit der KZ-Lager, wo auch immer sie waren. Wir
wollen aber auch nicht verdrängen, daß die Bombardierung und Totalvernichtung der Deutschen Städte
stattgefunden hat, obwohl das zum Schluss auch nicht mehr nötig war. Wir haben den letzten Krieg verloren und
bitter dafür bezahlt. Wir sollten uns alle auf Europa ausrichten. Bei unserer starken Demokratie haben
Rechtsextreme bestimmt keine Chance, oder wir sind es nicht wert eine Demokratie zu sein.
Copyright: Hermann Wriedt; Bert-Brechtstr 8; 45699 Herten.
Email: hjohann(A)t-online.de
am 27.1.2005
* * *
"Spiegel" & "Welt" zur NPD in Sachsen.
"Bundeskanzler Gerhard Schröder denkt bereits laut darüber nach, ob es doch noch 'eine Chance gibt, die Justiz
von der Notwendigkeit eines Verbots zu überzeugen' ". (Der Spiegel, 5/2005, S. 26)
Anmerkung: Was sagt uns dieser Ausspruch aus "Hohem Mund" außer daß man in der Hilflosigkeit wieder zum
Verbotsmittel greifen will? Hier liegt eindeutig eine versteckte Drohung an die Justiz vor: ihr habt endlich einen
juristischen Weg zu finden, damit wir die uns unheimlich werdende NPD loswerden! Sieht so die Unabhängigkeit
der Justiz aus?
Nach dem Auszug aus dem sächsischen Landesparlament wurde laut "Spiegel" die NPD überflutet
von zustimmenden Meinungen: "Volkes Stimme, die sich aus der ganzen Republik per E-Mail den Weg ins
sächsische Parlament gebahnt hat. 'Es war ein Genuss, am Freitag endlich einmal wahre Worte im sächsischen
Landtag zu vernehmen, schreibt ein Pforzheimer an alle Abgeordneten. Ein Schleswig-Holsteiner lässt die
Parlamentarier wissen, die NPD sei 'eine verfolgte Minderheit, und die Verfolger bilden sich ein, sie hätten aus der
Geschichte gelernt'. Und ein Schwabe kündigt schon mal an, nach '30 Jahren CDU-Stammwählerschaft' eben bei
der NPD mitgehen zu wollen: 'So schlecht, wie da getan wird, sind die auch wieder nicht'." (Der Spiegel, 5/2005,
S. 27)
Und weiter: Die NPD sieht sich "im Mainstream, in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dass diese
Einschätzung nicht mehr nur Wunschdenken ist, zeigt eine bisher unveröffentlichte Studie des Leipziger
Sozialpsychologen Elmar Brähler. ... Ein Viertel der Befragten in Ost und West sind der Meinung, Deutschland
brauche 'eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert'. 17 Prozent wollen einen
Führer, 'der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert', und immerhin noch fast jeder Zehnte hält die
Darstellung der Nazi-Verbrechen in Geschichtsbüchern für übertrieben." (Der Spiegel, 5/2005, S. 27) Und der
"Spiegel" - der ein führendes Linkskartellblatt ist und nicht der Rechtslastigkeit bezichtigt werden kann, meint
weiter, daß die intellektuelle Basis der Partei vergrößert worden sei:
"Das gilt auch für die NPD-Fraktion im Dresdener Landtag - und die anderen Parteien bekommen es seit Monaten
zu spüren. Nicht lärmende Neonazis machen ihnen das Leben schwer, sondern gut vorbereitete Parlamentarier mit
Schlips und Kragen, die sich mit den Feinheiten des von ihnen verachteten parlamentarischen Systems schon in
Stadt- und Kreisparlamenten vertraut gemacht haben. Als Ungereimtheiten rund um die Sächsische Landesbank
ruchbar wurden, waren es die Rechten, die mit detaillierten Fragen parlamentarische Aufklärung forderten." (Der
Spiegel, 5/2005, S. 28)
Aus Angst, daß die "altparteien" von der rechten NPD durch deren Aufklärungsarbeit bloßgestellt werden, denkt
man daran, den Rednern das Mikrophon abzustellen: "PDS-Fraktionschef Peter Porsch glaubt, nur noch mit einem
erneuten Verbot, dem Problem Herr zu werden. Altministerpräsident Kurt Biedenkopf dagegen will die
Rechtsnationalen 'mit schweigender Verachtung' in die Knie zwingen. Sein Nachfolger Milbradt möchte den
Rechtsaußen am liebsten das Mikro abdrehen. Bei NS-verharmlosenden Äußerungen sollten NPDler gleich von
den nächsten drei Sitzungen ausgeschlossen werden." (Der Spiegel, 5/2005, S. 30) Man sieht, daß den
Systemlingen die Argumente ausgehen. Abschließend noch ein Zitat aus "Die Welt" vom 2. Febr. 2005, Seite 8
über die jungen Leute in der Ex-DDR, die es leid sind, auch noch mit dem Sühnekreuz herumrennen zu sollen:
"Vierzehnjährige haben gute Antennen für leere Rituale und scheinheilige Floskeln. ... Heutigen Postpubertanden
geht die dauernde Bevormundung der Political Correctness auf die Nerven. Und man kann sie verstehen: Die
antifaschistische Attitüde der Etablierten klingt wenig glaubwürdig aus dem Munde von Leuten, die sich im
gleichen Ton einstudierter Empörung über jedes beliebige Thema hermachen. ... Die perfekte filmische
Verkörperung dieses aufgeregten Spießertums. ... Das Betroffenheitstremolo wirkt nicht sehr glaubwürdig, zumal
es obendrein im Chor mit den Abkömmlingen der SED-Diktatur gesungen wird. ... Ein undichtes Dach auf einem
grauen Lügengebäude. Einem Vierzehnjährigen ist schwer zu vermitteln, daß diese Gesinnungs-Hausmeister im
Falle NPD plötzlich recht haben sollten." (Ende der Zitate)
Vorbereitung und Planung eines singulär industriellen
Massemordes der deutschen Zivilbevölkerung?
Wenn ich jetzt versuche, zu klären, ob bei den angloamerikanischen Terrorangriffen gegen deutsche Zivilisten die
Frage nach einem singulär industriellen Massenmord berechtigt ist, kann ich gleich eingangs wieder auf den
"Spiegel" zurückgreifen, wahrlich eines völlig "unverdächtigen" Blattes. Unter der Überschrift "Angriff auf 'German
Village' " wurde in der Ausgabe Nr. 41 von 1999 exakt die industrielle Planung und Vorbereitung des
Vernichtungsbombardements der deutschen Städte und deren Einwohner beschrieben und mit den Worten eingeleitet:
"In der Wüste von Utah probten die Amerikaner während des Zweiten Weltkrieges die Bombardierung Berlins.
Detailgetreu ließen sie Mietskasernen nachbauen. Architekt war der renommierte deutsche Jude Erich Mendelsohn."
Im US-Staat Utah - gerade mal 100 kam südlich Salt Lake City - wurde mit dem "Ort" German Village eine
typisch deutsche Innenstadt-Anlage aufgebaut, hauptsächlich Berlins Mietskasernen! An denen wurde "die
Einäscherung von deutschen Städten" geübt. Der "Spiegel" fährt fort:
"Im Jahr 1943 heuerte das US-Korps für chemische Kriegführung Mendelsohn heimlich an und gewann ihn dafür,
gemeinsam mit Technikern von Standard Oil in der Wüste von Utah ein Berliner Arbeiterviertel im
Miniaturformat zu errichten. Eine Mietskaserne mit der Bezeichnung "Building 8100" steht heute noch - das
Bauwerk lässt nicht ahnen, dass hier derselbe Mann am Werk war, der zur Weimarer Zeit für solche Berliner
Wahrzeichen wie das Mosse-Haus, das Columbus-Haus, das Wohnhaus Stemefeld in Charlottenburg oder das
Observatorium Einsteinturm in Potsdam verantwortlich zeichnete. Absolute Ähnlichkeit in jeder Hinsicht, lautete
die Vorgabe. Seine Auftraggeber hatten es eilig. Trotz erfolgreicher Luftangriffe, die deutsche Städte in
Flammenmeere verwandelten, wuchs auf Seiten der Alliierten die Frustration, weil es ihnen nicht gelingen wollte,
auch in der Reichshauptstadt einen Feuersturm zu entfachen."
Es sollten die Brandeigenschaften von ~ A r b e i t e r w o h n h ä u s e r n ~ an echt nachgebauten Häusern
getestet werden. Auch die Entflammbarkeit japanischer Häuser wurde erforscht, weil auch japanische Ziele auf
dem Vernichtungsplan standen. Laut "Spiegel" soll Mendelsohns Leistung darin bestanden haben, originalgetreu
Berlins Arbeiter-Gebiete (die am dichtesten besiedelten Arme-Leute-Viertel ganz Europas) "verblüffend genau"
nachgebaut zu haben. Allerdings sollen die Nachbauten nicht ganz so hoch gewesen sein wie die siebenstöckigen
Häuser in Wedding und Kreuzberg. Mendelsohn beschaffte den Amerikanern genaues Material über die
Dachkonstruktionen. Der "Spiegel" weiter:
"Die Baufirmen stellten sicher, dass die (...) verwendeten Rahmen (Hölzer) in Alterung und spezifischer Dichte
den deutschen möglichst genau entsprachen. Die Hölzer wurden teilweise sogar aus Murmansk importiert. Weil
Brandexperten einwandten, (das örtliche) Klima sei zu trocken, sorgte Standard Oil für die richtige Feuchtigkeit:
GIs mussten die Ziele ständig mit Wasser begießen, um den Berliner Regen nachzuahmen. - Mit der
Inneneinrichtung wurden versierte Hollywood-Dekorateure der RKO-Studios beauftragt; sie hatten sich als
Ausstatter des Films "Citizen Kane" Lorbeeren verdient. Unterstützt von Handwerkern, die ihr Metier in
Deutschland gelernt hatten, schufen sie jene billige, aber schwere Möblierung, die in den meisten Berliner
Arbeiterhaushalten zur Aussteuer gehörte. Sogar deutsche Textilien wurden beschafft, um etwaige typische
Eigenschaften von Bettdecken und Vorhängen bei Bränden sorgsam zu studieren."
In 44 Tagen bauten die Insassen des Utah-Staatsgefängnisses den Berliner Nachbau plus des japanischen
Schwester-Komplexes in dem die Wohneinheiten mit Hinoki-Holz und Tatami-Strohmatten ausgestattet waren.
Anschließend wurde alles mit Brandbomben attackiert und im Sommer 1943 wenigstens dreimal wieder komplett
aufgebaut. Inzwischen tobte der Luftkrieg weiter. Während die Briten deutsche Städte nachts mit
Bombenteppichen belegten, womit sie erreichen wollten, daß sich die Bewohner gegen ihre Führung erheben
würden. Man erreichte das Gegenteil. Angeblich haben die Amis bei Tageslicht sog. Präzisionschläge geflogen:
"Die neuartige technische Ausstattung der B-17 ('Fliegende Festungen') und die hoch entwickelten Norden-
Abwurfzielgeräte ermöglichten den USA einen Bombenkrieg "mit demokratischen Werten". Damals wie heute
wurden "zivile Nebenschäden" vornehm unter den Teppich gekehrt, um das nationale Gewissen nicht zu belasten.
Doch wie die Errichtung von German Village zeigt, hat die Wirklichkeit weitaus dunklere Seiten. - Die Berliner
Mietskasernen wurden im Mai 1943 (...) errichtet, kurz bevor Winston Churchill im Zentrum Hamburgs
orkanartige Feuerstürme entfachen ließ. Ihr Zweck bestand darin, Möglichkeiten zu erproben und Probleme zu
lösen, die ganz eindeutig jenseits der moralischen Grenzen einer Punktzielbombardierung lagen. Die Bauten
wurden zu einer Fachmesse für die wachsende Lobby des Feuerkriegs." Und:
"Die Planer des heraufziehenden Luftkriegs gegen Japan waren hoch interessiert daran, welche Wirkung neue
Brandstoffe, darunter Napalm und sogar eine "Fledermausbombe", die hunderte lebender, mit winzigen
Brandsätzen präparierter Fledermäuse enthielt, beim Einsatz gegen japanische Häuser haben würden."
Weil die Bauqualität in Berlin höher sei und die einzelnen Häuser brandsicherer voneinander getrennt sind, war die
Vernichtung Berlins schwieriger. Das hatte das Experiment mit den Nachbauten in Utah bewiesen. Trotzdem
machten die alliierten Bomber dem "Spiegel" zufolge Berlins roten Industriearbeitergürtel (Wedding Hochburg
der KPD) zunichte. 1,5 Millionen Berliner wurden obdachlos, 10 Tausende verloren ihr Leben. Der "Spiegel"
meint weiter, daß Hitler mit der V1 und später mit der V2 Vergeltung übte (also nicht umgedreht!! - KHH.) und
dieses wieder Churchill veranlaßte, das Undenkbare zu denken und zu planen:
"Als Hitler nach der Landung der Alliierten in der Normandie Vergeltung mit V1- und später V2-Angriffen auf
London übte, war Churchills erste Reaktion die Forderung nach weiteren Angriffen auf Berlin - selbst den Einsatz
von Giftgas ließ er prüfen, und auch Biowaffen waren nicht tabu: 'Es ist absurd, in dieser Frage Moral ins Spiel
zubringen.' Er bat Roosevelt um die beschleunigte Lieferung von 500 000 streng geheimen 'N-Bomben'. Sie
enthielten tödliche Milzbrand-Erreger, die Wissenschaftler in Dugway gezüchtet hatten, Giftgas und Milzbrand
waren für das Weiße Haus zu viel, aber Roosevelt wollte den Briten unbedingt entgegenkommen. - Im August
1944 erklärte er gegenüber seinem Finanzminister Henry Morgenthau Jr. wutentbrannt: 'Wir müssen hart mit
Deutschland umgehen, und ich meine die Deutschen, nicht nur die Nazis. Entweder müssen wir das deutsche Volk
kastrieren oder ihm so eine Behandlung verpassen, dass es nicht weiter Nachwuchs zeugen kann, der dann immer
so weitermachen will wie in der Vergangenheit.' "
Von Churchill und Rooseveld wurde Ende 1944 die Terroraktion "Donnerschlag" in's Auge gefaßt, geplant und
auch durchgeführt. Dieses zuletzt völlig sinnlose Abschlachten der deutschen Zivilbevölkerung hatte letztendlich
doch noch einen Grund, einen propagandistischen! Die Verwüstung der Städte kurz vor Kriegsende "würde
unseren russischen Verbündeten und (die) neutralen Staaten von der Schlagkraft der angloamerikanischen
Luftstreitkräfte überzeugen". Am 3. Februar 1945 wurden 900 Stück B-17-Bomber nach Berlin geschickt,
eskortiert von hunderten von Jägern. Zehn Tag später kam Dresden dran und dort wurde unbarmherzig die
apokalyptische Vision der "Operation Donnerschlag" zum Völkermord-"Erfolg" geführt:
"Strategische Bedeutung hatte die mit schlesischen Flüchtlingen, Zwangsarbeitern und alliierten Kriegsgefangenen
überfüllte Kulturmetropole lediglich als temporärer Verkehrsknotenpunkt für die zusammenbrechende Ostfront.
Amerikanische Bomber konzentrierten sich auf die Bahnhöfe und Gleisanlagen, die Briten nahmen alles andere
aufs Korn. - Das Ergebnis war der größte Feuersturm seit Hamburg. Die geschätzte Zahl der Toten betrug 35 000
bis 40 000. Im gleichen Jahr fielen hunderttausende Japaner den Feuersbrünsten zum Opfer, die B-29-Bomber in
ihren Städten entfachten."
Alles ausführlich nachzulesen: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518.50307.00.html
* * *
O P F E R Z A H L E N .
Die "politisch korrekte" Klasse rechnet schon etliche Jahrzehnte mit wahrer Inbrunst die eigenen Opferzahler
möglichst klein und im Gegenzug können ihr die Opferzahlen der NS-Zeit nicht hoch genug sein. Denn unser
Land und unser Volk ist immer in erster Linie abgrundtief böse und verbrecherisch, basta! Die anderen sind von
uns nur provoziert worden zu ihren Untaten uns gegenüber. Was sind wir Deutsche doch für eigenartige Leute?
Masochisten im wahrsten Sinne des Wortes. Darüber ist Leser Alfred Gustat wohl in Zorn geraten und hat sich
hingesetzt, um folgenden Leserbrief zu schreiben. Wenn ich auch nicht jedem Punkt zustimmen kann, so will ich
ihn hier etwas gekürzt wiedergeben:
*
Betr: Leserbrief: Dresden 35000 Tote/Rußland 20 000 Millionen Tote.
So, so, in Dresden gab es 35000 Tote. Das hätten Historiker festgestellt. All' diese Leute haben einen einzigen
Namen: Es war der große Historiker Josef Wissarionowitsch Stalin. 1948 durfte der Dresdener Oberbürgermeister
laut "Focus" als Erster die Zahl 35000 nennen. Bereits 1950 lernten wir Kinder in der Ostzone aus den neuen
Schulbüchern diese Angaben. Jedem Zeitzeugen aus der SBZ ist bekannt, das kein Bürgermeister einer Stadt eine
Entscheidung treffen durfte, ohne dem vorherigen "Charascho" (Gut, in Ordnung) des sowjetischen
Stadtkommandanten. Die wichtigen Angelegenheiten entschied Moskau.
Stalin war es sicherlich peinlich, besser gesagt wohl ärgerlich, dass Hiroshima, Nagasaki und Dresden in einer
Reihe genannt werden musste. Also wurde die Zahl der Toten auf 35000 begrenzt. Wer die Katastrophenphobie
der Kommunisten kennt, weiß, daß immer nur ein Bruchteil der tatsächlichen Opfer bekannt gegeben wird. Die
von Stalin festgelegte Zahl wird in deutschen Zeitungen in jedem Artikel nachgebetet. Die ehemaligen
Kriegsgegner haben jedoch andere Daten veröffentlicht, nachzulesen u a. bei Rudolf Czernin: "Das Ende der
Tabus" mit vielen ausländischen (!) Quellenangaben. (Leopold Stocker Verlag Graz/Stuttgart)
Da keine genauen Daten von Dresden bekannt sind, wäre es für einen Militärhistoriker ein Leichtes die von
anderen Städten bekannten Angaben über Bomberstärke, Bombenmenge, Trümmerfläche und Anzahl der Toten
herzunehmen und auf Dresden hochzurechnen. Ergänzt mit dem Faktor Feuersturm in Kcal/Quadratkilometer (...)
wird eine andere Opferzahl mathematisch erkennbar sein. Erst dann sind die zu Zehntausenden verbrannten Opfer
berücksichtigt. Dieser Hitze-Faktor wurde bereits 1950 von US-Physikern erstellt: Weil die Hitzewelle die
Druckwelle überflügelt - wie in Dresden - wurden die alten Branddaten von 1945 aufs Neue studiert. (Quelle:
Jörg Friedrich Mongolensturm des Abendlandes"/DIE WELT vom 10.2.2005)
Noch gibt es kein Gesetz, welches dieses Rechnen verbietet, wie in einem anderen Fall.
Der gleiche Stalin, dem es sonst auf paar Millionen tote "Kulaken" nicht ankam, legte in Potsdam die Menge der
toten Sowjets auf 4 Millionen fest. Mit seinem Nachfolger Malenkow begann das böse Spiel: "Jeder
Generalsekretär darf bei seinem Amtsantritt eine neue Zahl bekannt geben!"
Malenkow: 8 Millionen, Chrutschow: 10 Millionen, Breschnew: 12 Millionen, Tichonow: 14 Millionen,
Andropow: 16 Millionen. Auch Gorbatschow war bei diesem Spiel dabei: Er nannte als erster 20 Millionen.
Erstaunlicherweise beteiligten sich Jelzin und Putin nicht an dieser Geschichtsverfälschung. Vielleicht wäre es
unsinnig gewesen zu behaupten, dass jeder neunte "Russe" im Jahre 1945 tot war.
Besorgen Sie sich Schulbücher von der Ostzone/DDR, von 1950 - Zahl von Dresden - angefangen, dort finden
Sie die zeitweise gültigen Angaben über sowjetische Opfer. Kurz gesagt, die Toten von Dresden werden in
"politisch korrekten" deutschen Medien um das Mehrfache nach unten korrigiert, andere Zahlen um das
Mehrfache nach oben.
(...)
Es dient natürlich nicht der Versöhnung, wenn man aufrechnet. Man kann nicht 4 Millionen tote Sowjetbürger
mit 120.000 (oder wieviel auch immer) Bombenopfer von Dresden vergleichen. Noch weniger dienlich ist es, den
Wunsch nach offener Diskussion mit der "Aufrechungs-Keule" zu erschlagen. Töricht ist auch das Festhalten an
willkürlich festgelegten Zahlen. Das lassen sich die Enkel nicht mehr gefallen. 60 Jahre wurde in Deutschland
vieles tabuisiert. Nun staunen die Tabu-Erfinder, dass eine neue Generation auf die Straße geht, hinter
schwarz/weiss/roten Fahnen. Goethe brachte die Erfahrung vieler Generationen auf einen Satz:
"Die Enkel richten's besser aus."
Ist diese Volksweisheit den Gutmenschen nicht bekannt?
Wenn der Zustrom junger Menschen zur NPD weiter anhält, müssen sich alle roten, gelben, grünen, schwarzen
Politiker und die "politisch korrekten" deutschen Journalisten an die Brust schlagen und laut rufen: Mea Culpa,
mea Culpa, mea maxima Culpa. (Meine große Schuld.)
Mit freundlichen Grüßen
Alfred Gustat
den 13.02.2005
AGustat(A)t-online.de
* * *
Fakten, Zitate und Meinungen:
(Aufgelesen im Weltnetz bereits im Februar 2003.)
Dresden 13./14. Februar 1945.
Über die "Verbrechen der Deutschen" wird in Schulen, Medien ect., ausgiebig berichtet, doch warum werden die
"Verbrechen der Sieger" bis zum heutigen Tage verschwiegen bzw. verfälscht dargestellt oder sogar noch
verherrlicht?
47 Jahre nach dem Massenmord von Dresden setzten Engländer dem für dieses Verbrechen verantwortlichen,
"Bomber-Harris", ein Denkmal. Die britische Königin nahm an der Einweihung teil und lehnte jegliche
Entschuldigung ab und der ehemalige Staatsminister Clerk lieferte die höhnische Begründung : "Nur Domestiken
entschuldigen sich".
Schon am 11. Mai 1940 beschloss die Royal Air Force (RAF) den Bombenkrieg gegen die deutschen Städte.
Britische Regierungserklärung 18. April 1941: "Bei den vorangegangenen Luftangriff gegen Berlin handelt es sich
nicht um eine Repressalie, sondern um einen Teil der regulären Verfahrensweisen, wie sie die RAF nach den
Instruktionen Seiner Majestät Regierung eingeschlagen hat." Und: "Diese Politik wird bis zur Beendigung des
Krieges mit hoffentlich immer stärkeren Mitteln und Kräften auch dann fortgeführt, wenn keine weiteren Angriffe
auf England mehr stattfinden sollten." Grundsätzlich wird die Mordnacht von Dresden (13-14.Feb.1945) als
Antwort auf Hitlers Coventry-Angriff gesehen, aber mit obiger britischen Regierungserklärung ist wohl diese
These entkräftet.
Gerne werden auch von den selbst ernannten "Profi Historikern" Hitler Zitate genannt, um den Angriff auf
Dresden zu rechtfertigen. So zitierte Josef Nyary in Die Welt 13. Febr. 1995 Hitler mit den Worten: "Wir werden
ihre Städte ausradieren". Das wahre Zitat lautet aber: "Wenn sie unsere Städte angreifen, dann werden wir ihre
Städte ausradieren". Mit solch' verzerrten Zitaten und der angeblichen Antwort auf die Bombardierung von
Coventry, London ect. versuchen angepaßte Historiker das Kriegsverbrechen der Engländer und Amerikaner bis
zum heutigen Tage herunterzuspielen.
*
Beiträge zu den Todeszahlen:
Bis zum heutigen Tage werden die Todeszahlen von den hauptberuflichen und angepaßten Historikern um
mehrere Hunderttausend heruntergelogen. Diese Herren nennen gerne die Zahl 35.000, allerhöchstens werden
manchmal 60.000 Tote eingeräumt. Die Zahl 35.000 bezieht sich nur auf die identifizierten Toten in Dresden! Bei
einer ungefähren Oberflächentemperatur von 1600 Grad Celsius dürfte doch wohl jedem einleuchten, dass von
vielen Menschen nur Asche übrigblieben ist. Als Tatsache wird jedoch anerkannt, daß mehr als 12.000 Häuser der
Innenstadt während des Bombeninfernos zertrümmert wurden. Zu diesem Zeitpunkt, befanden sich neben den ca.
600.000 Einwohnern noch einmal ca. 600.000 in die Stadt gepreßte Flüchtlinge aus Breslau und ganz Schlesien in
Dresden.
Man kann davon ausgehen das in jedem der 12.000 mehrstöckigen Häuser doch wohl mindestens 30-50
Menschen untergebracht waren. Nach dieser Rechnung würde die Zahl der Toten mindestens 360.000 betragen.
Trotzdem wird weiter schamlos von 35.000 Toten gesprochen. Dazu schreibt Erhard Mundra, Mitglied im
Vorstand des 'Bautzen-Komitee e.V.' am 12. 2. 1995 in der "Welt" auf Seite 8:
"Laut einer Mitteilung des ehemaligen Generalstabsoffiziers des Verteidigungsbereiches Dresden, Oberstleutnant
der Bundeswehr a. D. Matthes, seinerzeit Verwaltungsdirektor der Stadt Dresden, wurden 35.000 Tote voll,
50.000 teilweise und 168.000 Tote nicht identifiziert." All jene Kinder, Frauen, Alte und verwundete Soldaten,
von denen die Feuersbrunst nur noch eine Handvoll Asche übrig ließ, konnten selbstverständlich überhaupt nicht
mehr erfaßt werden.
Dazu Franz Kurowski in seinem Buch "Bomben über Dresden": "Daß die Zahl der Vermißten in Dresden um ein
Mehrfaches höher liegt als jene Listen mit den Suchmeldungen dies erhärtet, ist durch die besondere Lage in der
Stadt erklärbar. Immerhin waren es nach den meisten Schätzungen zwischen 500.000 und 600.000 Flüchtlinge,
Vertriebene und Ausgebombte aus Berlin und anderen Städten, die in Dresden Schutz gesucht hatten. Viele dieser
Gruppen wurden völlig ausgerottet, so daß niemand eine Verlustmeldung oder gar eine Suchmeldung nach
Vermißten aufgeben konnte. Dies trifft vor allem auf jene Flüchtlinge zu, denen von hilfsbereiten Dresdner
Familien ein Dach über dem Kopf verschafft wurde, und die dann in den Kellern dieser Häuser zu Asche
verbrannten. Wer sollte diese getöteten Flüchtlinge suchen? Auch hier gilt das, was in allen Katastrophenlagen
eherne Gültigkeit hat: Jeder der Überlebenden sucht seine vermißten näheren Verwandten und Freunde. Und
nähere Verwandte und Freunde waren Flüchtlinge nicht,........"
Der Berliner Archäologe Uwe Müller: "Wir können daraus (aus Kelleruntersuchungen) erkennen, daß
Temperaturen von 1300 bis 1400 Grad und Sauerstoffmangel geherrscht haben ..., daß oberirdisch sogar noch
weit höhere Temperaturen von bis zu 1600 Grad geherrscht haben ..., daß von den Menschen nur Asche übrig
bleibt."
Dazu schreibt Ex-Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer:
"Der Angriff auf die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt Dresden am 13.2.1945 forderte alleine etwa 250.000 Tote."
(DEUTSCHLAND HEUTE, Herausgegeben vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung,
Wiesbaden 1955, Seite 154)
Der höhere Polizei- und SS-Führer. Der Befehlshaber der Ordnungspolizei
Dresden, den 22.März.1945 Tagesbefehl Nr.47
............. " Bis zum 20.März.1945 abends wurden 202.041 Tote, überwiegend Frauen und Kinder geborgen. Es ist
damit zu rechnen, daß die Zahl auf 250.000 ansteigen wird. Von den Toten konnten nur annähernd 30%
identifiziert werden"..............
Das internationale Rote Kreuz hat im, doch wohl glaubwürdigen, Report of the joint Relief 1941-1946, die Zahl
der Toten von Dresden mit 275.000 angegeben.
Das Gebiet, in dem der Feuersturm wütete, verschonte in Dresden auf 15 Quadratkilometer dichtbebauter
innenstädtischer Fläche kein einziges Haus. Der Feuersturm, (...) tobte zwei Tage und zwei Nächte. Goebbels
sprach beschwichtigend von 40.000 Toten in Dresden, obwohl ihm angeblich ein Bericht des stellvertretenden
Leiters des Propaganda-Amtes in Dresden vorlag, in dem von 350.000 bis 400.000 Opfer die Rede war. Dies
hatte politische Gründe, man wollte nicht den Plan der Alliierten unterstützen und die deutsche Moral negativ
beeinflussen. Auch nach dem Krieg standen übergeordnete politische Interessen einer objektiven Ermittlung der
Opferbilanz entgegen. Hohe Totenzahlen störten das Konzept der Versöhnung. (Stalin wollte die Verbündeten
nicht zu sehr bloßstellen - KHH.)
(In seiner sogenannten Dokumentation "Das Drama von Dresden", die am 8.2.05 im ZDF gesendet wurde -
behauptet Guido Knoop wieder zum soundsovielten Mal die Opferzahl von 35.000. Der Bundesverdienstkreuz
erster Klasse-Träger ignoriert einfach die Aussagen der Deutschen in seinem Film, die den Bombenterror überlebt
haben, daß bei 1600 Grad Hitze nur noch Staub und Asche von den Menschen übrig bleibt und daß Plätze mit
Flüchtlingstrecks belegt waren. Das alles sei bei der Berechnung der Zahl 35.000 berücksichtigt worden, meint
Knoop. Als hätten 1945 die Verantwortlichen einschließlich Stalin irgend etwas berücksichtigen können. Auch die
Tieffliegerangriffe mit Bordwaffen gegen die Flüchtlinge auf den Elbwiesen wird natürlich von diesem Knoop
abgestritten, womit dieser Dokumentarist die in seinem Film aufgetretenen Erlebniszeugen der Lüge bezichtigt.
KHH.)
Unsere Städte wurden zu Krematorien.
Dazu schrieb "Die Welt" am 3.3.1995 auf Seite 8:
"Als die Städte zu Krematorien wurden ... Professor Dietmar Hosser vom Institut für Baustoffe, Massivbau und
Brandschutz, Braunschweig, hält für wahrscheinlich, daß oberirdisch sogar Temperaturen bis zu 1600 Grad
geherrscht haben."
Vom Himmel kam die tödliche "Befreiung":
Der Völkermord am Deutschen Volk vernichtete "80 Prozent aller deutschen Städte mit jeweils mehr als 100.000
Einwohnern". Die Luftangriffe der alliierten Kriegsverbrecher luden "40.000 Tonnen Bomben im Jahre 1942,
120.000 Tonnen Bomben im Jahre 1943, 650.000 Tonnen Bomben im Jahre 1944 und in den vier letzten
Kriegsmonaten des Jahres 1945 nochmals 500.000 Tonnen Bomben" auf die Zivilbevölkerung in den deutschen
Städten ab. (Die Welt, 11.2.1995, S. G1).
DIE ERSTEN BOMBENANGRIFFE UND COVENTRY!
Es dürfte allgemein bekannt sein, dass England und Frankreich am 3. September 1939 dem Deutschen Reich den
Krieg erklärten, nicht umgekehrt. Verschwiegen wird aber gern, daß England bereits 1939 den Bombenkrieg
gegen Deutschland eröffnete.
05.09.1939: Erste Luftangriffe auf Wilhelmshaven und Cuxhaven.
12.01.1940: Bombenangriff auf Westerland/Sylt.
Darauf folgte am 25.01.1940 die Weisung des deutschen Oberkommando der Wehrmacht (OKW) über die
Kriegsführung: Verbot von Luftangriffen auf das britische Mutterland einschließlich der Häfen, mit Ausnahme der
Docks von Rosyth und der Angriffe im Rahmen des Minenkrieges.
20.3.1940: Kiel und Hörnum auf Sylt werden mit 110 Spreng- und Brandbomben angegriffen. Volltreffer auf ein
Lazarett.
Im April 1940 erfolgten weitere Angriffe englischer Bomber auf Orte ohne militärische Bedeutung.
11.5.1940: Nachdem Churchill am 10. Mai Premier- und Verteidigungsminister Großbritanniens geworden ist,
faßt er, ohne die Öffentlichkeit zu unterrichten, sofort den Entschluß zum Beginn der Bombenoffensive gegen die
deutsche Zivilbevölkerung.
Der Bericht des OKW stellt am 18.5.1940 erneut planlose britischen Bombenabwurf auf nichtmilitärische Ziele
fest und warnt vor den Folgen. 30.5.1940: Deutsche Note an Frankreich betr. Behandlung abgeschossener
Flieger: "Dokumente britisch-französischer Grausamkeit".
Erst jetzt, am 14./15.November 1940, werden erste deutsche Luftangriffe auf die industriellen Ziele in Coventry
geflogen - Monate nach Beginn des Bombenkrieges gegen zivile Ziele in Deutschland durch England.
INTERNATIONALE STIMMEN:
Anläßlich einer militärhistorischen Tagung in Freiburg, auf Einladung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes
der Bundeswehr im September 1988, erörterten amerikanische, britische, deutsche, französische und italienische
Militärhistoriker eine Woche lang Aspekte der Luftkriegführung im 2. Weltkrieg. Die Frankfurter Allgemeine
Zeitung widmete ebenfalls im September 1988 den Ergebnissen dieser Tagung einen ausführlichen Artikel mit
dem Titel: "Bomben auf die Städte". Autor des hochinteressanten Beitrags war Professor Günther Gillessen.
Eines von mehreren interessanten Ergebnissen der Historikertagung lautete mit einstimmigem Ergebnis:
"Merkwürdig bleibt, daß die deutsche Wehrmacht hier an traditionellen Maximen gemäßigter Kriegführung bis
zuletzt festhielt, während die beiden westlichen Demokratien nicht vor der rücksichtslosen Art des revolutionären,
radikalen Luftkriegs zurückschreckten."
Und noch eine weitere hochinteressante Schlußfolgerung wurde gezogen: "Doch ist nicht zu bestreiten, daß
die Grundsätze des allgemeinen Kriegsvölkerrechts den totalen strategischen Bombenkrieg verboten ..."
Die Historiker empfanden den unterschiedslosen Bomberkrieg als Verirrung, aber doch nicht nur als die eines
einzelnen Luftmarschalls, Sir Arthur Harris, oder des Bomber Command. Die Verantwortung treffe den gesamten
britischen Luftwaffenstab, vor allem aber die politischen Führungen, besonders Churchill und Roosevelt samt der
Mehrheit ihrer Völker.
Weitere Ergebnisse der Tagung:
(Quelle : Spanische Tageszeitung "SUR" 3.3.1995 auf Seite 8)
1) England und USA befolgten die These vom strategischen Bombardement auf Städte, während Deutschland
und Frankreich die Luftwaffe als eine Art Artillerie zur Unterstützung der Bodentruppen ansahen (Blitzkrieg) und
ausnahmslos militärische Ziele auswählten.
2) Das war der Grund, weshalb bereits 1939 zivile Ziele von der RAF in Deutschland zerbombt wurden. Als die
Deutschen Canterbury and Bath bombardierten, erklärten sie ausdrücklich, daß dies die Vergeltung (die deutschen
Raketen V1 und V2 waren Vergeltungswaffen, wobei das V für Vergeltung stand, die auf London abgefeuert
wurden) für Verbrechen der Engländer gemäß der Haager Konvention waren.
3) Die deutschen Ziele Guernica, Warschau und Rotterdam waren allesamt militärische Ziele innerhalb der
Kampfzone.
4) Alle Historiker waren sich auch darüber völlig einig, daß strategische Bombardierungen auf reine zivile Städte
und Stadtgebiete in absolutem Gegensatz zur Haager Konvention stehen und es sich dabei um Kriegsverbrechen
handelt.
CHURCHILL WOLLTE DEUTSCHE FLÜCHTLINGE BRATEN:
Der britische Zeitgeschichtler David Irving zitierte am 13. Februar 1990 anläßlich eines Vortrags zum 45.
Jahrestag der Vernichtung von Dresden im Dresdner Kulturpalast den Kriegsverbrecher Churchill:
"Ich möchte keine Vorschläge haben, wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können, ich
möchte Vorschläge haben, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können."
Die Deutschen zu braten war Churchill und Roosevelt aber nicht genug. Am nächsten Morgen schickten sie dann
noch Tiefflieger, die mit ihren Bordwaffen die überlebenden Frauen und Kinder am Elbufer hinwegmähten. (Von
manchen Historikern wird dies angezweifelt, siehe "Tiefflieger über Dresden" ) P-51 Mustangs der 352., 356., und
359. Jagdgruppe sowie englische Mosquitos schossen am 14. Februar 1945 auf wehrlose flüchtende Greise,
Frauen und Kinder.
GASANGRIFFE:
Am 4.Juli 1944 forderte Winston Churchill vom britischen Planungsstab eine Stellungnahme zur Durchführbarkeit
eines Gaseinsatzes. Als dieser Vorschlag abgelehnt wurde wollte das Herr Churchill nicht akzeptieren und
antwortete u. a.: "... Ich muss Sie bitten, mich bei der Anwendung von Gas zu unterstützen. Wir könnten die
Städte an der Ruhr und viele andere derart mit Gas überschütten, daß der größte Teil der deutschen Bevölkerung
ständige medizinische Betreuung benötigt."....
Wahrscheinlich hat England den Gaseinsatz nicht ausgeführt, weil es in Sorge war, daß die Deutschen dann
womöglich noch gefährlichere Gaseinsätze fliegen würden. Diese These unterstützt auch der Oberbefehlshaber der
RAF, Charles Portal, am 08.Juli 1944 mit den Worten:
"Mit dem Gaskrieg wird eine neue Eskalationsstufe im Bombenkrieg erreicht, die sich durch den
uneingeschränkten Einsatz von völkerrechtswidrigen Massenvernichtungsmitteln auszeichnet." Sein Vorschlag
war, nur jede fünfte Bombe mit Giftgas zu füllen, da dies ja nicht so auffallen würde. Aber dennoch waren
Gasangriffe geplant, die nur dank deutscher Agenten verhindert werden konnten. An Italiens Küste wurden die
Schiffe die mit dem Kampfgas beladen waren durch deutsche Bomber angegriffen und versenkt.
Weitere Zitate
Franz Kurowski (Bomben über Dresden) :
"Ganz gleich, was irgendein Verbrecher einmal getan hat, seine Richter können nicht die gleichen Verbrechen
begehen, ohne sich mit diesen auf eine Stufe zu stellen und ebenfalls zu Mördern zu werden. Nur mit dem einen
kleinen Unterschied: Sie haben den Krieg gewonnen und konnten diese Mörder vor den Internationalen
Gerichtshof schleifen und ihnen den Prozeß machen. Die Richter selbst gingen natürlich nicht nur straffrei aus,
sondern bekamen auch noch - wie im Falle 'Bomber Harris' - ein Denkmal gesetzt, weil sie so glorreich und
erfolgreich deutsche Städte vernichteten und weit über 600.000 deutsche Frauen, Greise und Kinder alleine nur in
der Umgebung Dresden töteten."
Bomber Harris: "Dresden? Einen solchen Ort gibt es nicht mehr."
"Es muß mit Nachdruck gesagt werden, daß, von Essen abgesehen, wir niemals ein besonderes Industriewerk als
Ziel gewählt haben. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie. Unser
eigentliches Ziel war immer die Innenstadt."
Sanitätsoffizier O`Flanagan (Britisches Bomber Command):
"Keiner unserer Piloten hatte an diesem Nachmittag vor der Einsatzbesprechung auch nur die leiseste Ahnung,
daß das Ziel Dresden sein sollte. Der Nachrichtenoffizier eröffnete seine Befehlsausgabe mit den Worten, die
vielen Soldaten als sehr barbarisch erschienen: Sie sind in die Air Force eingetreten, um Deutsche zu töten, und
genau das werden Sie heute Nacht tun.
"Er fuhr dann mit der Erklärung fort, daß durch den Zusammenbruch der Ostfront Flüchtlinge auf der Suche nach
Schutz vor der Winterkälte (und wohl auch vor der roten Armee) nach Westen strömten. Dresden sei die einzige
Stadt mit unbeschädigten Häusern, welche die Menschenmassen aufnehmen konnte, und es war zu erwarten, daß
sie bis oben hin voll waren."
Der Nachrichtenoffizier weiter:
"In dieser Nacht hat das Unternehmen nur einen Zweck - die Stadt und ihre Bevölkerung zu vernichten!
"Es gab keine von den sonst üblichen Beschönigungen, das Ziel sei das Rüstungszentrum.
"Abscheu und Ekel traten an die Stelle der sonst so gehobenen Stimmung, als die Besatzungen wieder daheim
waren. Diese Gefühle wurden mir und anderen bei der Nachbesprechung freimütig zum Ausdruck gebracht.
Insbesondere geschah dies durch einen Kanadier und einen Australier, die kein Blatt vor den Mund nahmen und
die Forderung erhoben: Verlangt nie mehr von uns, einen ähnlichen Einsatz zu fliegen."
* * *
Ein Dokument über kranke Hirne der Antifa.
Schizophrener geht's schlicht nicht!
Zuerst ein Foto von diesem Jahr. Aufgenommen 13. Februar 2005 in Dresden.
Geisteskranke Deutsche denken sich immer neue Beleidigungen deutscher
Opfer aus. Hier wünschen irre Gutmenschen des Linkskartells den Dresdnern:
"ALLES GUTE KOMMT VON OBEN!" Daneben abgebildet eine herunter-
zischende Fliegerbombe. Muß man sich eigentlich wundern, daß bei derartigen
Demos kranker Geister in schöner Regelmäßigkeit die Staatsflagge Israels
besonders gern gezeigt wird. Im Grunde genommen eine Beleidigung Israels.
Oder sieht das der israelische Botschafter in Berlin anders?
*
Schon im vorigen Jahr ließ die Antifa den Bomber-Harris hochleben. Hier der schaurige Bericht im Original, also
unkorrigiert:
*
der 5. Februar 2003 (soll wohl 15. Februar 2003 heißen.)
Aftershow
Faschisten am 13. Februar hautnah.
Am 13. Februar waren wir echt sauer, da trauern die dummen Deutschen wegen dem Kollateralschaden. Der
Harris war doch echt fein - für befreienden Massenmord!
Als Erstes formierten wir uns mit etwa 3 MenschInnen linksweg der Semperoper, um erstmal zu gucken, wie viele
die sind. Dann riefen wir die anderen beiden an, das sie auch kommen können. Zunächst marschierten die
faschistisch-neonazistisch-reaktionär-gebährten Vasallen der der Hitlerdiktatur in eine andere Richtung als sonst,
wir waren total verwirrt. Wir begleiteten den Zug nachdem wir Verstärkung aus der ganzen Welt bekamen. Mit
40 Mann provozierten wir die Faschistoiden mit Trillerpfeifen und anderen Anleitungen aus dem Antifa-Handbuch
*freu*. Dann waren wir die mutigen Heros(se?). Da haben wir doch echt Scheiben der faschistoiden Straßenbahn
eingeworfen, weil - dort warn Faschos drinne! Aber kurz darauf kamen da mindestens 6.000.000 Faschos aus
Halle an und haben uns übelst drangsaliert. Um einen antifaschistischen Schutzwall errichten zu können spazierten
wir langsam in die nächst gegebene Straßenbahn, von dort aus mach man die besten Bilder und kann supertoll
beobachten. Leider kam uns die faschistisch-imperialistische Polizei in die die Kwere, sonst hätten wir siesen
Kindergarten zur Sau gemacht, mit Steinen und so. Leider sitzen dadurch Genossen von uns im BRD-KZ - so eine
Schweinerei! Leider muß ich gleich ins Bett und die Mutti schreit auch schon, ihr erfahrt bald mehr über die
Geschehen am 13. Zwoten.
*
Damit verließ der kranke Geist diesen Wirrkopf. Denn einen weiteren Bericht brachte er nicht zustande. Gefunden
auf www.venceremos.net.
* * *
D E R ~ T O D ~ V O N ~ D R E S D E N .
Von Axel Rodenberger.
Vorwort zur 3. Auflage
Die 1. Auflage meines Buches war kurz nach Erscheinen vergriffen, die 2. Auflage einige Monate später. Viele
Vorbestellungen lagen bereits vor, als die 3. Auflage in Druck gegeben wurde. Ohne Propaganda sprach dieser
Bericht vom Sterben einer Stadt für sich selbst. Hunderte von Briefen erreichten mich aus dem In- und Ausland.
Stimmen der Erschütterung und des Dankes für den Versuch einer objektiven Schilderung jener entsetzlichen
Schreckenstage von Dresden. In uneigennützigster Weise setzten sich Freunde Deutschlands in allen Teilen der
Welt für ein Bekanntwerden des Buches im Ausland ein. Besonders in Nordamerika. Ihnen sei an dieser Stelle
gedankt. Eine große amerikanische Wochenzeitung erwarb die Nachdrucksrechte, und fremdsprachliche
Übersetzungen dieses Buches sind in Vorbereitung. Es besteht somit die berechtigte Hoffnung, daß der "Tod von
Dresden" ein wenig dazu beiträgt, die Menschen zur Besinnung zurückzuführen und vor dem Wahnsinn eines
neuen Völkermordens zu bewahren.
Ich verpflichte mich, allen Staatsmännern ein Exemplar der 3. Auflage zu übersenden. Ob sie es jemals lesen
werden? Es ist kaum anzunehmen. Vielleicht aber blättern sie das Buch einmal durch, und wenn auch nur die
Flüchtigkeit einer Minute den Blick auf den Bildern des Grauens und der Massenvernichtung verharren läßt,
vielleicht sehen sie dann die zu erwartenden Leiden ihrer eigenen Völker, vielleicht ihrer eigenen Familien. Dann
hat dieses Buch seinen Zweck erfüllt.
Dortmund, im Mai 1952. Axel Rodenberger
EINLEITUNG
Entsetzen lähmte das ganze Deutschland. Am 14. Februar kam die Meldung über die deutschen Sender, daß
Dresden von schweren "Terror-Angriffen", wie man sie damals nannte, betroffen worden sei.
Irgend etwas Furchtbares mußte geschehen sein. Das fühlten alle. Man hatte gelernt, mehr herauszuhören, als
offen gesagt wurde.
Die Bevölkerung des Westens hatte die Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 in Bunkern und Kellern verbracht.
Ein Strom von Bombern, vom Westen und Süden kommend, hatte diesmal seine Bombenlast nicht über
Westdeutschland abgeworfen. Er ging weiter nach Osten.
Ein Feuermeer, wie es in Ausdehnung und Höhe noch kein Auge jemals vorher gesehen hatte, erhellte die Nacht;
sein Schein hatte auf hundert Kilometer geleuchtet. Und dann wurde es zur Gewißheit: die geballte Wucht dieses
Luftangriffes, die Masse des Bomberstromes hatte nur einer Stadt gegolten, Dresden! Kleinere Verbände griffen
Berlin und einige andere Städte an. Es waren aber nur taktische Ablenkungsmanöver.
Eine eiserne Zensur verhinderte, daß das Ausmaß der Katastrophe allgemein bekannt wurde. Verhindern konnte
sie aber nicht, daß Überlebende ihre Flucht erst dann abbrachen, als sie viele Hunderte von Kilometern zwischen
sich und Dresden gebracht hatten. Fort, nur fort von diesem Ort des Grauens! Nur dieser eine Gedanke bewegte
sie.
Was hatten der Westen, das Ruhrgebiet und wie die anderen Schwerpunkte der Luftangriffe alle hießen, längst
tausendmal durchgemacht! Es war grausig, oftmals mehr, als menschliche Nerven ertragen können. Tag für Tag
und Nacht für Nacht hagelten die Bomben herab. Rissen hier Lücken, vernichteten dort Häuserblocks, manchmal
sogar ganze Stadtviertel. Aber Dresden, hier mußte Unaussprechliches geschehen sein. Und sie täuschten sich
nicht!
Der Westen (Deutschlands) litt schwer; er hatte die Hauptlast der Angriffe zu tragen. Neidvoll blickte er auf die
Städte, die in Geruhsamkeit den Krieg bisher überdauert hatten. Wer es sich leisten konnte, fuhr nach Sachsen
oder Thüringen, um endlich wieder einmal ungestört schlafen zu können.
Auch nach dem Westen kamen die aus Dresden Geflohenen. Sie sprachen von einer totalen Vernichtung der
Stadt, von Hunderttausenden von Toten, Bergen von Leichen, von einem Weltuntergang. Bomben, unzählige
Bomben aller Kaliber hätten die Stadt in einen Trümmerhaufen verwandelt. Unter ihnen läge die Bevölkerung
Dresdens; mit ihnen namenlose Flüchtlinge, deren Zahl nie ermittelt werden könnte. Man wußte, daß nach
Dresden die aus dem Osten kommenden Trecks von Flüchtlingen geleitet worden waren. Wie eine Mutter hatte
diese Stadt die Ströme von Menschen, Tieren und Wagen aufgenommen. Straßen und Plätze waren mit
Fuhrwerken der Flüchtlinge verstopft. Grünflächen waren in riesige Lager verwandelt. 1.130.000 Menschen
beherbergte diese Großstadt in ihren Mauern, als ihr Untergang kam, als ihre Stunde geschlagen hatte.
Im Februar 1945 kannte man die Atombombe noch nicht. Die erste fiel erst ein halbes Jahr später. Dann folgte die
zweite und beendete den Krieg mit Japan, über 100.000 Japaner verloren ihr Leben.
Die Atombomben für Deutschland waren die Angriffe vom 13. und 14. Februar 1945 auf Dresden. Diese Angriffe
übertrafen selbst die Wirkung der Atombomben, und die Zahl der Dresdner Opfer liegt weitaus höher.
DER DRITTE START.
Langsam, fast senkrecht stieg der Fieseler Storch auf dem Flugplatz Hellerau bei Dresden auf. Die zwei
vorhergehenden Flüge waren vergeblich gewesen. Kilometerhohe Rauchwolken, von blutigroten, neu
aufflammenden Feuerherden durchzuckt, hatten es unmöglich gemacht, einen Überblick über das Ausmaß der
Katastrophe zu erhalten, die Dresden betroffen hatte. - Schnell gewann das Flugzeug an Höhe. Das Donnern des
Motors ging in ein gleichmäßiges Brummen über. Der Pilot verlangsamte schon kurz darauf den Flug. Sie
näherten sich der Neustadt. Durch Kehlkopfmikrophon verständigten sich Pilot und Beobachter. "Tiefer!" befahl
der Beobachter, über dem ganzen Stadtgebiet lagerten Dunstwolken. In kaum hundert Meter Höhe flogen sie über
der Königsbrücker Straße entlang.
Diesmal konnte man die Größe der Zerstörung deutlich erkennen.
Links und rechts tauchte der Sturzhelm des Beobachters über der Bordwand auf. Wieder und wieder wurde das
grausige Bild da unten fotografiert. Schon im Industriegelände, am nördlichsten Rand von Dresden, begannen die
Verwüstungen. Riesige Lücken klafften in den Häuserreihen. Das Hechtviertel, in der Hauptsache von Arbeitern
bewohnt, hatte schwer gelitten. (...) Am Albertplatz zeigten sich die ersten Totalzerstörungen. Die ganze
Hauptstraße entlang bis zur Elbe - soweit das Auge blicken konnte - war kein Dach mehr zu sehen. Das
Japanische Palais, die größte und wertvollste Bibliothek ganz Sachsens, war ausgebrannt. Eine Ruine.
Das Flugzeug überflog die Elbe. Das Herz des Piloten krampfte sich zusammen: Die weltberühmte Silhouette von
Dresden existierte nicht mehr. Die Kuppel der Frauenkirche war eingestürzt, ausgebrannt der Schloßturm und ein
Turm der Sophienkirche. Vom oberen Teil des Rathausturmes stand nur noch das Gerippe. Aber immer noch hielt
sich auf seiner Spitze unverständlicherweise der tonnenschwere goldene Herkules. Kein Kirchturm stand mehr.
Keine Glocke konnte hier mehr über Dresden läuten. Der schönste Teil Dresdens, den unzählige Besucher aus
aller Herren Länder aufgesucht und bewundert hatten, war ein einziges Trümmerfeld. Der Zwinger zerstört.
Hofkirche, Schloß und Grünes Gewölbe in Trümmern. Vernichtet die Oper, Bellevue, das Italienische Dörfchen.
Landtagsgebäude, Albertinum, das Palais Cosel ausgebrannt, dem Erdboden gleichgemacht. (...) Beizender Rauch
drang zu dem Flugzeug herauf. "Höher!" befahl der Beobachter.
Der "Storch" kreiste über einem Schutthaufen, der einstmals das Zentrum der Stadt gewesen war.
Die Hauptstraße von West nach Ost, von der Friedrichstadt beginnend, über die Wettiner Straße, den Postplatz,
Wilsdruffer Straße, Altmarkt, Johannstraße, Pirnaischer Platz, Amalienstraße, Schlageterplatz, Marschallstraße,
Sachsenplatz und weiter die Pillnitzer und Grunaer Straße, immer weiter nach Osten, die Blasewitzer Straße, über
den Stadtteil Striesen hinaus bis nach Blasewitz - dieser ganze 7000 Meter lange Teil Dresdens war ein einziger,
riesenhafter Berg von Trümmern, ein gräßliches Bild der Vernichtung. Von Nord nach Süd der gleiche Anblick.
Schloßstraße, Seestraße, Prager Straße, Hauptbahnhof, die Reichsstraße und weiter nach Süden das Bayrische,
das Schweizer Viertel - überall Trümmer, nichts als Trümmer. Vom Albertplatz, in der Neustadt, jenseits der
Elbe, bis an die südlichsten Ausläufer der Stadt, auf 4000 Meter Breite hatte der Tod die Stadt geschüttelt, daß
kein Stein auf dem anderen geblieben war. Die Hauptstraßen verschüttet, Nebenstraßen kaum noch als Straßen
erkennbar und enge Straßen und Gassen unter einer Last von Schutt und Brand vom Erdboden verschwunden.
"Mein Gott! Das habe ich nicht erwartet!" erklang es wie ein Stöhnen durch das Mikrophon.
Eine Stunde flogen die beiden im "Storch" kreuz und quer über dem Ruinenfeld, das einstmals Dresden gewesen
war. Nicht ein Haus war auf diesem 28 Millionen Quadratmeter großen Raum stehengeblieben. Eine Großstadt
war innerhalb 14 Stunden ausgelöscht worden, ausgelöscht durch drei Luftangriffe mit einer noch nicht
dagewesenen Massierung von Flugzeugen. - Den beiden Fliegern klebte die Kleidung am Körper. Klitschnaß
waren sie. Unter den Helmen rann der Schweiß über die schneeweißen Gesichter. Manchen Einsatz hatten sie als
Aufklärer geflogen. Oftmals dem Tod ins Auge geblickt. Zwei Bruchlandungen. Einmal abgeschossen und mit
Fallschirmen abgesprungen. Ein anderes Mal zusammen im brennenden Flugzeug! Aufnahmen von Schlachtfeldern
- dutzendweise. Aber was sie hier auf den einstigen Straßen und Plätzen Dresdens sahen, das war grausamer als
jeder Kriegsschauplatz.
Zunächst hatten sie die eigenartigen dunklen Flecken auf den Straßen und Plätzen, im Großen Garten, auf den
Elbwiesen, die oftmals weite Strecken verdunkelten, gar nicht erkannt. Dann sahen sie es plötzlich - und es gab
ihnen einen Schlag: Es waren Tote, Tote, nichts als Tote. Leichenfelder, die man kaum mit den Augen erfassen
konnte. Und wie viele mochten noch unter den Trümmern liegen, in Kellern erstickt sein, bis zur Unkenntlichkeit
verbrannt; verkohlten Balken gleichend. Wie viele? - Die beiden im Flugzeug waren die ersten, die das
schreckliche Ausmaß der Verluste an Menschenleben erkannten. Von der Höhe ihres Beobachtungsortes
übersahen sie Gebiete, die nach der Zerstörung noch keines Menschen Fuß betreten hatte.
Noch vor wenigen Tagen hatten jene da unten gelebt, die jetzt als dunkle Flecken die Erde bedeckten - und die
nichts Menschenähnliches mehr an sich hatten. Noch vor wenigen Tagen war eine unzerstörte Großstadt zur Ruhe
gegangen. Grausam war für sie das Erwachen. Unzählige Einwohner und Flüchtlinge sollten niemals wieder das
Licht des Tages erblicken. Einsam flog ein Flugzeug gen Norden. Zwei Männer schämten sich nicht ihrer Tränen.
Wie die Großstadt Dresden starb und mit ihr die Bevölkerung und die Flüchtlinge, das sollen die nachfolgenden
Kapitel offenbaren. Ein Augenzeuge schrieb sie. Einer, der dabei war, als Dresden unterging. Der viele Menschen
sprach, nachdem sie der Hölle entronnen waren. Einer, der selbst ein Dresdner war und der aus diesem Inferno
von Bomben, Feuer, Tod und Verderben nur sein nacktes Leben retten konnte. Das allein schon dünkte ihm viel.
Seite 50 ff:
40 Minuten lang! Fast eine Dreiviertelstunde hagelte es Bomben auf eine ungeschützte Stadt. Geschwader auf
Geschwader öffnete seine Bombenschächte und lud seine todbringenden Lasten ab. 40 Minuten Angriff auf
Angriff ohne Unterbrechung! 40 Minuten Tod und Verderben! 40 Minuten Verzweiflung und Todesangst. 40
Minuten zwischen Tod und Leben! Über eine Million Menschen mußte das alles 40 Minuten lang ertragen.
Gespensterhaft wirkten die Menschen mit ihren rußgeschwärzten Gesichtern; sie waren dem Wahnsinn nahe.
Jedes einzelne Haus glich einer Fackel. Dachstühle brannten, Häuser, die noch vor einer Stunde gestanden hatten,
existierten nicht mehr. Volltreffer! Aus! Vorbei!
Einzelne Menschen wankten aus diesem Feuerofen heraus. Brennende Fackeln. Sie schrien, wie nur Menschen in
Todesnot schreien können. Sie stürzten zusammen. Hunderte brennende, schreiende Fackeln stürzten zusammen,
verstummten. Und immer neue folgten und keiner kam mit dem Leben davon. Waren es Frauen, Greise, Kinder,
Männer? Niemand konnte es erkennen. Die lebenden Fackeln brannten, schrien, liefen, verstummten und
verlöschten. Straßen und Gärten glichen einer Mondlandschaft. Krater an Krater. Hochauf spritzte eine Fontäne
aus einem getroffenen Wasserrohr. Die Straße mit Leichen übersät, Torsos hingen in den verstümmelten Bäumen.
Umgestürzte Planwagen. Pferdekadaver in Bombentrichtern. Menschen irrten umher. Einer lief - wie unter einem
Zwange - in ein brennendes Haus hinein, das krachend über ihm zusammenstürzte. Was war in dieser Stunde noch
ein Menschenleben wert, wo unzählige starben? Nichts, gar nichts! Die Glut entfachte Sturm. Fauchend schürte er
die Flammen. Milliarden Funken wirbelten durch die Luft. Was noch nicht brannte, brachten sie zur Lohe. Fort,
nur fort!
Seite 67 ff:
Jede Bombe - ein Volltreffer
Der Ausstellungspalast mit seinen riesigen Hallen am Rande des Großen Gartens war mit Flüchtlingen überfüllt.
Es gab weder Bunker noch Splittergräben, nicht einmal einen Keller. Durch die leichten Dächer sausten die
Bomben und zerfetzten die Menschen. Stabbrandbomben explodierten erst beim Aufschlag auf den harten
Zementböden und verspritzten ihr Feuer. Große Kanister, mit Phosphor (*) gefüllt, zerplatzten unter den armen
Menschen, die, von wenigen Spritzern getroffen, sofort in Flammen standen. Die Hölle öffnete ihre Schlünde. Die
Lagerstätten der Flüchtlinge aus Stroh und Heu loderten auf. Die Todgeweihten drängten zu den Ausgängen. Die
Menschenknäuel preßten sich immer enger zusammen. Keiner konnte mehr vor oder zurück. Der Wahnsinn feierte
Orgien. Die Bomben fielen erbarmungslos bei jedem neuen Anflug. Jeder Einschlag ein Volltreffer. Schutzloser
sind wohl nie Menschen getötet worden. Ein einziger Schrei, aus tausend angstverschnürten Kehlen, aus tausend
gemarterten Brüsten, rang sich von tausend zitternden Lippen, schlug hoch empor gen Himmel. Hörte ihn Gott?
DANN HATTEN FLAMMEN IHR FREIES SPIEL.
Seite 93 ff:
Die Bewohner mußten einzelne Häuser, deren Erdgeschoß schon brannte, verlassen. Unerträgliche Hitze trieb sie
heraus. Der Gluthauch kräuselte ihr Haar. Sie rannten die Bürgersteige entlang. Hier flammte ein Kleid auf, dort
ein Mantel. Wilde Gebärden. Menschen wälzten sich auf dem Boden. Die Flammen sprangen wie Elmsfeuer um
sie her. Die Menschen hüpften, warfen sich nieder, sprangen wieder auf. Der ekelhafte Geruch verbrannten
Fleisches breitete sich aus. Ein letztes Aufbäumen - ein letztes Zusammenstürzen - dann hatten die Flammen
freies Spiel. Von allen Seiten fraßen sie sich in die Kleidung hinein, lösten ein Stück nach dem anderen von den
Körpern, bis die Menschen in völliger Nacktheit dalagen. Langsam röstete die Glut die entblößten Toten vom
Hellbraun bis zum tiefsten Schwarz. Zwei Löschzüge rasten hintereinander in die Wilsdruffer Straße. Die
Mannschaften sahen vor sich nur einen glühenden Feuerofen. Rechts und links schlugen die Flammen aus den
Geschäfts- und Warenhäusern; Knoop, Aisberg, Fuchs, Kaiser, Ehape, Roland-Schuh. Die ganze Straße sah aus
wie ein brennender Fluß. Rot glühten die Straßenbahnschienen, und wirr hingen Telefondrähte und Oberleitungen
der Straßenbahn herab. Weit kamen die beiden Löschzüge nicht auf diesem brennenden Asphaltfluß. Die
Gummireifen platzten. Die Rauchmasken schützten die Mannschaften nicht vor dem Erstickungstod. Langsam
krochen die Wagen unter dem Dröhnen der Motoren auf abgebrannten Pneus dahin, und ein Feuerwehrmann nach
dem anderen starb noch während der Fahrt. Einige sprangen von den Fahrzeugen. Schon beim Berühren des
brennenden Asphalts standen sie in hellen Flammen und verkohlten in den Gluten.
AM UND IM HAUPTBAHNHOF.
Seite 115 ff
Dann fielen die ersten Bomben. Volltreffer! Weitere Bomben. Volltreffer! Dazwischen das helle Platschen der
Stabbrandbomben. Das Fauchen sich entleerender Benzinbomben. Ein gewaltiger Luftstoß, der alles umfegte.
Eine Luftmine! Nur wenige erhoben sich wieder und flüchteten weiter. Würgender Qualm und rote Lohe breiteten
sich aus. Beizender Gestank verbrannten Fleisches. Würgender Husten durch Staub und Qualm hervorgerufen
Volltreffer in Waggons. Volltreffer in Menschenknäuel. Eine Lokomotive barst auseinander. Kochendes Wasser
ließ Fleisch von Knochen fallen. Eisenteile wirbelten durch die Luft. Tonnenschwer. Verheerend ihre Wirkung, wo
sie aufschlugen. Waggons zerplatzten mit ihrer menschlichen Fracht. Der Münchener Schnellzug, der 21.17 Uhr
fahrplanmäßig abfahren mußte, aber keine Ausfahrt mehr erhielt, zerbarst im Bombenhagel. Alles wurde in ein
Nichts aufgelöst. Das gleiche Bild auf sämtlichen Bahnsteigen. Bombenserien rauschen über die Bahnhofshallen,
ein Höllenhagel teuflischer Gewalt, Pausenlos pfeift der Höllenbrand des Phosphors vom Himmel hernieder.
Klatschend schlägt er auf noch vorhandene Glasscheiben. Platzend geben sie den Weg frei, und die Schmerzens-
und Todesschreie Hunderter antworten aus der Tiefe der Bahnsteige. Poltern, Krachen, Klatschen, Klirren!
Stampfen der Vernichtung in Eisen und Sandstein. Dazwischen Menschen! Menschen!
Einer der riesigen Konstruktionspfeiler zerbricht unter einer Bombe. Einen Augenblick scheint die Masse Eisen
frei zu schweben. Dann prasselt sie herab. Auf Menschen! Ein einziger Schrei der Verzweiflung. Man sieht nichts
mehr. Staub wirbelt auf und erstickt letzte Äußerungen des Lebens. Der Bahnhof war aus Sandstein erbaut. Die
gewaltigen Hallen, die 15 Gleise überdachten, aus Eisen und Glas. Was eigentlich brannte, war nicht festzustellen,
obgleich haushohe Flammen emporloderten.
Und die Todeswellen der angreifenden Bomberverbände wandern unaufhaltsam über Stadt, Bahnhof und über
Menschen dahin. Die Gebäude am Wiener Platz, dem Vorplatz des Hauptbahnhofs, stehen in Flammen, die Hotels
in geschlossener Häuserreihe hinter dem Hauptbahnhof ebenfalls. Die Prager Straße, die leuchtende
Geschäftsstraße Dresdens, im rechten Winkel auf den Bahnhof stoßend, ein einziges Flammenmeer. Weißglühend
das gewaltige Gebäude der Reichsbahndirektion auf der Wiener Straße. Wer aus dem Hauptbahnhof flüchtete, sah
sich von Flammen eingeschlossen. Auf dem Bismarckplatz, direkt hinter dem Hauptbahnhof, einige
Splitterschutzgräben. Der konnte glücklich sein, der als letzter in ihnen Schutz suchte. Vier, fünf Menschen lagen
übereinander. Die untersten erstickten oder wurden zerquetscht. Die alte Technische Hochschule zerbarst unter
Bombenvolltreffern schwersten Kalibers. Nacht für Nacht beherbergte diese Hochschule fast 1000 Flüchtlinge. In
der Mehrzahl Mütter mit Kindern. Ringsumher ein einziger, brodelnder Brei von rotgelben Flammen. Der Bahnhof
ein unentwirrbares Knäuel von Eisen, meterhohen Sandsteinquadern, brennenden Waggons und umgestürzten
Lokomotiven. Die von Bomben zerfetzten Bahnsteige mit Toten und Verwundeten übersät. Leichenteile, wohin
man blickte. Unter den zusammengebrochenen Durchgängen lagen Zerquetschte, zur Unkenntlichkeit
Verstümmelte. Hunderte von Ärzten hätten gleichzeitig Hilfe leisten müssen, wenn die Verblutenden hätten
gerettet werden sollen.
Unsagbares hatte sich in der Tunnelschänke, der Gaststätte unter dem Hauptbahnhof, zugetragen. Hunderte
suchten dort Schutz. Und immer mehr waren nachgedrängt. Kopf an Kopf standen die Menschen. Boden, Wände
und Decke erzitterten unter den Explosionen der Bomben. Der riesige Kuppelbau der Haupthalle brach donnernd
zusammen. Rauch, beizender Qualm drang in die Räume der Gastwirtschaft. Eine Panik brach aus. Im nächsten
Augenblick waren die Ausgänge blockiert. Grauenhafte Szenen spielten sich unter den Todesgeängstigten ab. (...)
Andere, die in den Kellerräumen unter den Wartesälen Schutz gesucht hatten, trieben Hitze und Flammen in die
äußersten Winkel. Wer sich an den Wänden befand, wurde zerquetscht. Langsam sanken sie zu Boden. Die
nächsten traten auf die Toten. Auch sie wurden zerquetscht. Und dieses Nachdrängen, Zerquetschen, Zertreten
wiederholte sich, bis die Leichen die Decke berührten. Allein 880 Tote wurden hier gezählt. Gezählt? Man fragt
sich, wie man diese Zahl festgestellt hat, denn was man später dort unten herausholte, war nur noch eine
unauflösbare homogene Masse. Ein Gepäckfahrstuhl führte zu den Kellern. Zwei Tage später, also am
Donnerstag, stiegen Bergungsmannschaften, Wlassow-Truppen, in diese Todeskeller hinab. Ihnen grauste vor
dem, was sie sahen. Sie erbebten, fingen an zu zittern. Nicht vor den Toten. Nein! Es packte sie das Gruseln, als
sie bei der Bergung Menschen fanden, die noch Lebenszeichen von sich gaben. Zwei Tage und zwei Nächte hatten
sie in dieser sich durch Hitze rasch auflösenden Masse gelegen. Sie lebten wohl, aber ein gütiges Geschick hatte
ihren Geist umnachtet. Sie wußten nicht mehr, was mit ihnen geschehen war.
JOHANNSTÄDTER KRANKENHAUS.
Seite 124 ff:
Das Pflegepersonal leistete übermenschliches. Bis zu den Elbwiesen, an dieser Stelle Vogelwiese genannt, waren
es nur wenige Minuten. Das gesamte Krankenhausgelände mußte geräumt werden. Man schaffte die Patienten im
Feuersturm an das Elbufer hinab. Dort war ein Atmen noch möglich, der Funkenflug weniger stark. Alle, die den
Angriff erlebt hatten und den Mut fanden, die Keller zu verlassen, flüchteten auf den ungefähr 500 Meter breiten
Grünstreifen der Elbwiese. Ein erbarmungswürdiger Anblick. Verwundete und Patienten in ihrer dünnen,
gestreiften Krankenhauskleidung. Dazwischen die schweren Fälle. Kaum transportfähige Kranke auf Tragbahren
Im Februar! (...) Leichter Regen durchnäßte in kurzer Zeit die dünne Kleidung. Der Boden war morastig. Von
allen Seiten strömten die Menschen herbei. Fast jeder dritte führte einen Erblindeten. Rauch, Qualm, Aschenregen
hatten ihre Augen entzündet und verschlossen, über die verrußten Gesichter helle Streifen. Von Tränen gefurcht.
Ein Elendszug ohnegleichen. Zerlumpt, verdreckt. Schmutzige Fetzen um blutende Wunden gewickelt. Die Haare
versengt. Von Brandwunden übersät. Nasse, zerrissene Kleidung klebte an den schlotternden Körpern. Das
Schuhwerk vom Laufen über Trümmer zerfetzt, von Phosphor und Asphalt verbrannt. Frauen waren von Männern
kaum zu unterscheiden. Auch sie trugen Hosen. Zum Schutze gegen Flammen und Funken hatten sie nasse
Decken umgehängt. Dazwischen viele Kinder. Sie machten noch den frischesten Eindruck. Die kleineren
verstanden wohl kaum, wie ihre Mütter um sie gebangt und gelitten hatten. Übermenschliches leisteten sie in den
brennenden Straßen Dresdens. Die größeren Kinder hatten es ganz anders empfunden. Sich gefürchtet und
gebangt und den eigenen Herzschlag gehört. Aber auch das Fallbeil. Sekunde auf Sekunde. Minuten, die sich
aneinandergereiht hatten. Vierzig lange, furchtbare Minuten. Eine Ewigkeit!
Die Gesichter zeigten nichts Kindhaftes mehr. Zu schwer hatten sie leiden müssen. Das Grauen blickte aus
wissenden Augen. Das Wissen um den Tod. Das Wissen um den Menschen, den erbarmungslosen, den grausamen
Menschen. Zu viel hatten sie gesehen. Menschen als brennende Fackeln. Menschen, von Trümmern erschlagen.
Menschen, von Bomben zerfetzt. Erstickende, wahnsinnig gewordene Menschen. Aber auch die Furie Mensch, in
ihrer ganzen Rücksichtslosigkeit erlebt. In der Angst um das eigene Ich. Das hatte sich in die Gesichter der Kinder
eingegraben. Und noch mehr in ihre Seelen. Unauslöschlich! Unvergeßlich! Für ein ganzes Leben. Und die Zwölf-,
Vierzehn-, Sechzehnjährigen werden es nie vergessen. Nicht in fünf und nicht in fünfzehn Jahren. Für sie war es
der erste Krieg. Für ihre Eltern bereits der zweite. Und beide Generationen hatten den Krieg hassen gelernt, für
immer und ewig. Erschöpft sanken sie zu Boden. Apathisch lagen sie da. Zitternd vor Frost. Die Reaktion der
Nerven setzte ein. Kleinkinder jammerten im Unverständnis. Aufschreie in Erinnerung an Erlebtes. Lautes
Weinen. Rufe nach Angehörigen. - Wo bist du, Mutter? - Wo sind meine Kinder? - Wo ist mein Mann? -
Vater! Mutter! Wo-wo-wo?
DER ZWEITE ANGRIFF.
Die Poliklinik brannte. Wöchnerinnen wankten den Elbwiesen zu. Irgendwo sanken sie zusammen und gebärten.
Viele frühzeitig. Manche verbluteten. Verzweifelt stürzten sich Mütter in die Flammen, um ihre Säuglinge zu
retten. Doch der Totentanz begann erst. Die Bomber, die den zweiten Angriff flogen, näherten sich der Stadt. Und
dieser zweite Anflug war noch furchtbarer als der erste. Noch schlimmer in seiner Auswirkung. Die bis zum 13.
Februar lückenlos bebauten und bis dahin völlig intakten Straßenzüge leiteten die Flammen weiter. Von Haus zu
Haus. Jedes Grundstück bot dem Feuer neue Nahrung. Flächenbrände nie gekannten Ausmaßes überzogen die
ganze Stadt, bis sie sich zu einem einzigen Flammenmeer vereinten. Ein feuriger Kreis umschloß ein viele
Quadratkilometer großes, dichtbebautes Gelände. Nur das linkselbige Ufergelände und der Große Garten ragten
als dunkle Flächen aus dem Höllenbrand heraus. Und auf diese Grünflächen hatten sich Zehntausende gerettet.
(...) Eine Steigerung des Entsetzlichen war kaum noch denkbar. Und doch stieg noch das Grauen. Im Tiefflug
brausten Jagdbomber das Elbtal entlang, über die Elbwiesen hinweg. Ihre Bordkanonen und Maschinengewehre
sprühten feurige Garben in diese dunklen Flächen hinein. Wie Perlenschnüre glitzerten die langen Reihen der
Leuchtspurmunition, bis sie im Dunkel verschwanden. Nicht ein Schrei war im Furioso des Angriffes hörbar. Kein
Todesruf. Nichts. Die noch Lebenden bewegten sich nicht. Sie wußten gar nicht mehr, ob sie überhaupt noch
lebten. Und die Bordkanonen bellten. Die Maschinengewehre ratterten. Wieder - wieder - wieder!
DRESDEN - EIN RIESIGES MASSENGRAB.
Seite 165 ff:
Am dritten Tage nach dem Angriff begann sich etwas wie eine Organisation zur Bergung der Toten abzuzeichnen.
Die Leichen wurden zu einer akuten Gefahr. Wie groß war nun in Wirklichkeit der Grad der Vernichtung, und wie
konnte man die ungefähre Zahl der Toten ermitteln? So, wie Albrecht Merten seine Leute als Tote aufgefunden
hatte, so sah es überall innerhalb der Todeszone von 28 Quadratkilometer aus. Kaum ein Keller, der nicht eine
Masse von Erstickten, Verbrannten oder Verschütteten barg. Die Hitze der über den nicht eingestürzten Kellern
lagernden Schuttmassen beschleunigte den Verwesungsprozeß. Oder aber der Gluthauch war so stark, daß die
Leichen zu Mumien zusammenschrumpften. Im Zentrum selbst, in der Enge der alten Bauweise, waren weite
Strecken nur noch ein einziger Trümmerhaufen. Wo einstmals die Schösser-, Weber- oder Brüdergasse lagen, war
nicht mehr festzustellen. Ähnlich sah es überall aus.
Die Treppenhäuser waren fast ausnahmslos in Steinbauweise ausgeführt. Die einzelnen Stockwerke trugen aber
keine Betondecken, sondern Balkenlagen. Vom Dachstuhl beginnend, brannten die Grundstücke herunter, und ein
Stockwerk stürzte auf das andere. Zum Schluß fiel die Masse des Gewichts auf die Kellerdecke und brachte diese
ebenfalls zum Einsturz. Viele Kellerdecken hielten aber auch stand. Das Viertel zwischen dem Pirnaischen und
dem Seidnitzer Platz, zwischen der Elbe und der Bürgerwiese, sind ein einziges Massengrab. Trotz der Nähe des
Großen Gartens konnten nur wenige entrinnen. (...) Die gleichen Massengräber befinden sich zwischen der
Sidonien- und Ringstraße zwischen Ammon-, Marien- und Seestraße. Das ganze Zentrum und noch darüber
hinaus wurde zum Massengrab der Dresdner Bevölkerung.
Darin liegt, es muß immer wieder gesagt werden, der Unterschied zwischen den Luftangriffen auf andere Städte
und Dresden. Bei den schwersten Luftangriffen auf Hamburg, Berlin oder andere Großstädte waren einzelne
Stadtteile betroffen, Dresden dagegen wurde in einer einzigen Nacht auf seiner Gesamtfläche angegriffen und
vernichtet.
Was an Truppen freigestellt werden konnte, wurde zum Einsatz abkommandiert. Dazu kamen die Männer der
Hilfsorganisationen. Vor allem mußten die Toten auf den Straßen geborgen werden. Wo auf einmal die Hunderte
von Panjewagen herkamen, jeder mit einem oder zwei Pferden bespannt, erschien fast wie ein Wunder. Zum Teil
waren es Militärgespanne. Die Männer in deutschen Uniformen gehörten aber größtenteils den Wlassow-Truppen
an. Lange hielt es keiner aus. Man löste in rascher Folge ab. Es war zu grausig! Systematisch begann man, die
Leichen aufzulesen und aneinanderzureihen. Anfangs versuchte man noch, die Toten zu identifizieren. Man
rechnete auch damit, daß Verwandte kommen würden, die unter den nebeneinanderliegenden Toten ihre
Angehörigen auffinden und erkennen könnten. Erschütternde Szenen spielten sich ab, wenn man liebste
Menschen, die einem einstmals alles bedeutet hatten, als Tote wiederfand. Es sind auch Fälle bekannt, wo
Menschen, die man Seite an Seite mit den Toten zusammengelegt hatte, wieder zum Leben erwachten. Sie
erwachten aus einer tagelangen, durch Schreckwirkung hervorgerufenen Ohnmacht. Ihr Entsetzen war oftmals
nicht größer als der Schreck der Bestattungstrupps, die sie als Tote auf einen der Karren werfen wollten.
Wahllos lagen die Opfer durch- und übereinander. Frauen, Kinder, Männer. Wenn der Wagen vollgeladen war,
zuckelte das Pferd mit seiner schrecklichen Ladung ab. Arme, Beine, Köpfe baumelten herab. Kein Mensch
achtete darauf. Auch nicht, ob ein Körper entblößt dalag. Gefangene, meist Russen, und Ostarbeiter, schichteten
inzwischen die Leichen auf Haufen. Ein nicht abreißender Zug von Pferdefuhrwerken ging in alle Richtungen. Die
Wagen kamen leer zurück, um erneut beladen zu werden. Und das Tag für Tag. Die Arbeit war grausig,
entsetzlich. Der Anblick der Toten, in unzählbaren Mengen zu Haufen aufgetürmt, teilweise stark verwest,
teilweise mit gräßlichen Verstümmelungen, war unerträglich.
MASSENGRÄBER
Auf dem "Weißen Hirsch", dem berühmten Luftkurort Dresdens, arbeitete die Hauptsammelstelle der Polizei.
Von dort wurden die Friedhofskolonnen eingesetzt. Die Polizei-Einsatzstellen wußten von vornherein, daß sie
niemals die Toten identifizieren konnten. Trotzdem versuchte man diese unlösbare Aufgabe. Hier soll nur von
zwei Friedhöfen berichtet werden. Ununterbrochen wurden die Leichen auf den Johannisfriedhof in Tolkewitz
gefahren. Nebeneinander wurden sie gelegt. Soldaten, Zivilisten, Frauen und Kinder. Oft war es gar nicht
festzustellen, ob Frau, Mann oder Kind. Man suchte nach Papieren. Fand man sie, so wurde eine gelbe Karte
ausgestellt und bei den Toten gefundene Gegenstände in einem Wertbeutel gesammelt. Die Namen wurden in
Listen eingetragen. Die Nummern stimmten mit den gelben Karten, dem Wertbeutel und der Liste überein. Die
Wertsachen wurden im Polizeiamt Königsufer zwecks späterer Aushändigung an Verwandte verwahrt. Nicht zu
identifizierende Tote, sogenannte Unbekannte", erhielten eine rote Karte.
Dieses Registrieren wurde zur Qual. Mancher Beamte klappte zusammen, er konnte nicht mehr. Tag für Tag nur
Tote. Bei Regen, Schnee, Frost, im Freien, später die zunehmende Erwärmung im März und April. Also ein oder
zwei Monate später! Gummihandschuhe gab es nicht ausreichend. Vom frühen Morgen bis zum Einbruch der
Dunkelheit: alltags, sonntags, am Karfreitag, die Osterfeiertage - immer nur Tote registrieren! Gefangene hoben
Reihengräber aus. Eins nach dem anderen füllte sich mit den unglücklichen Opfern der Dresdner Todesnacht.
Sechzig Zentimeter. Mehr Platz gab es für keinen Toten. Und das war noch zuviel. Dann kamen die Opfer, die
man aus den Kellern herausgeholt hatte. Verbrannte. In Zinkbade- und Holzwannen, ja, in Kisten lagen die
Überreste. Nur ein Zettel lag obenauf: ,,32 Tote aus dem Luftschutzkeller des Hauses . . ., Straße Nr. ...". Mein
Gott! 32 Tote; 32 Verbrannte! Der Inhalt einer Badewanne. Dabei waren die Wannen nicht gefüllt, nicht bis
obenhin voll. Aber man wollte die Überreste nicht mit anderen vermischen. 0h ja! Ordnung mußte sein. Vielleicht
auch aus Pietät. So genau wußte man das nicht. (...)
Dabei gab es in der ersten Zeit nichts zu essen. Sämtliche Geschäfte, Lager und Magazine waren vernichtet. Kein
Wasser zur Säuberung. Acht Beamte aßen aus einem Napf. Auswaschen? Unmöglich! Das gab es nicht. Es gab
kein Wasser. Von weitentlegenen Küchen brachte man das Essen später auf die Friedhöfe. Verdammt noch mal.
Es gehörte schon etwas dazu, hier zu essen. Inmitten von verwesenden Leichen. Ausgebombte Beamte,
Flüchtlingsbeamte arbeiteten unentwegt. Sie besaßen nur das, was sie auf dem Leibe trugen. Und die Kleidung
stank. Dieser impertinente Gestank verlor sich überhaupt nicht mehr. Dazu Tag und Nacht Fliegeralarm. Aus den
Kleidern kamen sie überhaupt nicht mehr heraus. Auch das gehörte zu dem stillen Heldentum. Aber hinterher
spricht man bekanntlich nicht mehr davon.
Die Friedhöfe reichten nicht mehr aus. Immer wieder kamen die Fuhrwerke mit ihren fürchterlichen Frachten. In
ununterbrochener Folge. Es schien überhaupt kein Ende nehmen zu wollen. Dabei reihte sich Massengrab an
Massengrab. Aber draußen, vor den Toren Dresdens gab es noch Platz. Auf dem Heidefriedhof. Kilometerlang
war da Raum für die Toten. Hier bettete man sie zu hundert nebeneinander. Auf den Friedhöfen der Stadt waren
es jeweils nur fünfzig gewesen.
Wer einstmals nach Dresden kommen sollte, müßte sich diesen Friedhof ansehen, den Heidefriedhof, draußen vor
der Stadt. Unabsehbar reiht sich ein Massengrab an das andere.
Er wird einen kleinen Hügel entdecken. Er ist nicht groß. Höchstens 4 mal 6 Meter. Aber die Aufschrift muß er
auf dem schlichten Holzkreuz lesen:
Die Asche von 10.000 Menschen bedeckt dieser kleine Hügel von 4 mal 6 Meter!
Das wird er auf dem kleinen schlichten Holzkreuz lesen. Zehntausend Menschen! Die Einwohnerzahl einer
Kleinstadt. Alle miteinander unter einem Hügel von vier Meter Breite und sechs Meter Länge. Zehntausend
Menschen!
Am 16. April 1945, zwei Monate später, wurden diese Erdbestattungen eingestellt. Es ging einfach nicht mehr.
Hunderte von Beamten, Tausende von Hilfskräften und Zubringern bestatteten zwei Monate lang Tote. Welch
einmaliges Geschehen!
DIE SCHEITERHAUFEN LODERTEN TAG UND NACHT.
Seite 175 ff
An den wenigen Straßen, die passierbar gemacht worden waren, standen Männer mit Listen. Jeder hinausfahrende
Wagen wurde gezählt. Tagelang. Dann gab man es auf. Die Registrierung wurde auf den Friedhöfen fortgesetzt.
Tagaus, tagein rollten die Wagen. Langsam kam man dem Zentrum näher. Dort herrschte das Grauen.
Bombentrichter, in die man ein kleines Haus hätte stellen können, waren mit Toten bis obenhin gefüllt. Auf ihrer
Flucht vor dem Feuer, vor dem Rasen der Bomben waren sie hineingestürzt. Immer mehr und immer mehr, bis sie
fast den Trichter ausfüllten. Aus einem einzigen solchen Todestrichter wurden 387 Leichen geborgen. (...) Aber
mit der fortschreitenden Verwesung stieg auch die Seuchengefahr. Verbrennung der Leichen auf Scheiterhaufen
schien der einzige Ausweg zu sein. Wer diesen Gedanken zuerst aussprach, blieb unbekannt; es war eine Idee, die
nur die Not gebären konnte. Man war sich anscheinend darüber klargeworden, daß die Leichen nur durch ein
radikales Mittel beseitigt werden konnten. (...)
Gegenüber dem Kaufhaus Renner (Altmarkt) wurden riesige Roste aus Eisenträgern errichtet. Sie erhoben sich ein
halbes Meter über dem Erdboden. Krematorien unter freiem Himmel. Man legte die Toten übereinander. Eine
Schicht nach der anderen. So, wie man sie eben angefahren brachte. Wie wenig Platz ein toter Mensch doch
beansprucht! Hunderte wurden zu Haufen getürmt. Ein Scheiterhaufen enthielt 450 bis 500 Menschen. Es
schienen viel weniger zu sein. Jede Schicht wurde mit Benzin getränkt. Brennmaterial lag unter den Rosten. Ein
Streichholz, ein winziges kleines Streichholz, entfachte das Feuer. Und dann loderten die Flammen empor. Alle
jene jetzt unkenntlichen Menschen hatten auch ihr Schicksal gehabt und ihr Leben gelebt. Wahllos lagen sie
übereinander. (...) Männer in einst eleganter Kleidung, die noch den erstklassigen Schneider verriet. Sicher hatte
es das Schicksal bisher gut mit ihnen gemeint. Alte Männer und Frauen! Sonnenschein und trübe Wolken werden
ihre Begleiter gewesen sein. Einfache Frauen, blonde Mädchen, Männer in Arbeitskleidung, Buben mit kurzen
Hosen, Mädel mit langen Zöpfen, Kleinkinder, Säuglinge.
Fast behutsam wurden die Kinder von rauhen Fäusten hochgehoben und zu den Erwachsenen gelegt. Ihr Anblick
erschütterte jeden, ganz gleich ob Angehöriger einer feindlichen Nation oder Deutscher. Der Tod, der
unbarmherzige Tod hatte wahllos zugepackt. Er hatte nicht danach gefragt, als er die Leben an sich riß, ob jung,
ob alt, ob sie vollendet oder unvollendet waren. Der Tod und die Bomben hatten gnadenlos Ernte gehalten. Eine
traurige, eine furchtbare Ernte. Nun waren sie alle, ohne Ansehen der Person, ohne Unterschied der Klasse oder
Kaste, im Tode vereint. Zur gleichen Stunde hatten sie ausgelitten und zur gleichen Stunde gingen sie gemeinsam
in Flammen und Rauch auf. Kaum waren sie sich im Leben begegnet, und nun lagen sie still und dicht beieinander.
Keine Blume würde jemals ihr Grab schmücken, kein Angehöriger konnte an ihren Gräbern weinen.
Heimkehrende Männer werden unter den Trümmern Dresdens ihre Frauen und Kinder suchen. Kinder ihre Eltern,
Mütter vergeblich auf die Rückkehr ihrer Söhne warten.
Dresden, das Massengrab unzähliger Flüchtlinge, wird niemals die Zahl und die Anonymität seiner Toten enthüllen
können. Generationen wurden ausgelöscht, geflüchtete Einwohner ganzer Dörfer vom Tode überrascht. Keine
Verwandten werden nach ihnen fragen, weil auch sie sich unter den Opfern befinden.
Die Scheiterhaufen loderten Tag und Nacht. Kilometerweit roch es nach verbranntem Fleisch, nach brennender
Kleidung. Hügel von Knochenresten und Asche türmten sich auf. Man konnte die Stadt nur mit einer Gasmaske
oder mit einem nassen Tuch vor Mund und Nase betreten. Der süßliche Geruch erzeugte Übelkeit. Die Flammen
loderten ohne Unterbrechung Tag und Nacht und Nacht und Tag. Und immer fanden sie neue Nahrung. Die
Zufuhren wollten kein Ende nehmen. Die Einsatztrupps wurden laufend abgelöst. Die Grenzen des Erträglichen,
des Zumutbaren waren weit überschritten. War aber diese Verbrennung der Leichen schon das Schlimmste?
TRUPPS MIT FLAMMENWERFERN KAMEN ZUM EINSATZ.
Seite 181 ff:
Wochen hindurch hatte man die Toten geborgen. Gummihandschuhe fehlten. Es fehlte überhaupt an allem. Mit
den ungeschützten, nackten Händen mußten die Leichen angefaßt werden. Aber jetzt, nach Wochen, hatten sie
nichts Menschenähnliches mehr an sich. Es waren stinkende, faulende Bündel, die sich auflösten, einfach zerfielen,
wenn man sie emporhob. Tag für Tag, Woche für Woche war man in die Keller hinabgestiegen. Allerorts. In
manchen Kellern lagen über hundert Tote. Der Boden war schlüpfrig. Bis zu den Knöcheln wateten die Männer in
einer weißen, klebrigen, süßlichen, widrig riechenden, breiigen Flüssigkeit. Und aus dieser Flüssigkeit heraus
sollte noch das, was einstmals Menschen gewesen waren, geborgen werden? Nein. Das war nicht mehr möglich.
Das ging über die Kraft. Das hielten keine Nerven aus. Lieber hätten sie sich alle, einer wie der andere, an die
Wand stellen lassen, aber diese Arbeit konnte einfach nicht mehr verrichtet werden.
Viele Wochen hätten sie noch in diese Keller hinabsteigen müssen. Trupps mit Flammenwerfern wurden
eingesetzt. Sie trugen Schutzanzüge und Gasmasken. Es dauerte einige Zeit, bis man genügend Flammenwerfer
heranschaffen konnte. Dann ging es die Treppen hinab. In die Keller. Ein Feuerstrahl zischte auf. Wo diese Trupps
auftauchten, rannten die Lebenden fluchtartig davon. Rauchwolken stiegen zwischen den Trümmern empor,
fürchterlich riechende Rauchwolken, die den Verbrennungsgeruch auf dem Altmarkt noch übertrafen. Mit
Flammenwerfern wurden die Keller ausgeräuchert, bis nichts mehr übrigblieb. Auch Tische, Stühle, Koffer,
Taschen mit Dokumenten verbrannten zu Asche. Niemals wird festgestellt werden können, wer und wie viele in
den Kellern lagen. So arbeiteten sich die Trupps durch die Trümmer hindurch. Von Keller zu Keller. Es war die
einzige und letzte Möglichkeit, die Leichen zu beseitigen. (Ende des Zitats.)
________________________________________________________________
(*) Hier und in anderen Berichten wird viel von Phosphor- oder Benzinbomben
geschrieben. In Wirklichkeit war nur die Zündmasse aus Phosphor. Der Hauptteil
bestand aus einem Brand-Gel. Im Vietnam-Krieg wurden sie als NAPALM-
Bomben bekannt. -
Noch viele Monate nach dem Krieg fand man in den Kellern immer wieder Tote. Das
Bild unten zeigt einen Keller mit 243 Toten, den man erst im April 1946 fand,
also über ein Jahr nach dem Bombardement.
Gerhard Hauptmann:
WER DAS WEINEN VERLERNT HAT.....
Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens.
Dieser heitere Morgenstern der Jugend hat bisher der Welt geleuchtet. Ich
weiß, daß in England und Amerika gute Geister genug vorhanden sind, denen
das göttliche Licht der Sixtinischen Madonna nicht fremd war und die von dem
Erlöschen dieses Sternes allertiefst schmerzlich getroffen weinen.
Und ich habe den Untergang Dresdens unter den Sodom- und Gomorra-Höllen der
feindlichen Flugzeuge persönlich erlebt. Wenn ich das Wort "erlebt" einfüge,
so ist mir das jetzt noch ein Wunder. Ich nehme mich nicht wichtig genug,
um zu glauben, das Fatum habe mir dieses Entsetzen gerade an dieser Stelle
in dem fast liebsten Teil meiner Welt ausdrücklich vorbehalten.
Ich stehe am Ausgangstor des Lebens und beneide alle meine toten
Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist
Ich weine. Man stoße sich nicht an dem Wort weinen: die größten Helden des
Altertums, darunter Perikles, haben sich seiner nicht geschämt. Von Dresden
aus, von seiner köstlich-gleichmäßigen Kunstpflege in Musik und Wort, sind
herrliche Ströme durch die Welt geflossen, und auch England und Amerika
haben durstig davon getrunken. Haben sie das vergessen ?
Ich bin nahezu dreiundachtzig Jahre alt und stehe mit einem Vermächtnis vor
Gott, das leider machtlos ist und nur aus dem Herzen kommt. Es ist die
Bitte, Gott möge die Menschen mehr lieben, läutern und klären zu ihrem Heil
als bisher.
Agnetendorf, März 1945
Gerhart Hauptmann
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Abgeschlossen 17. Februar 2005.
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Anregungen, Kritik und Beiträge sind willkommen. Bei Leser-
Briefen setze ich die Erlaubnis zur Veröffentlichung voraus,
wenn nichts anderes angegeben wird.
Viele Grüße von Karl-Heinz.Heubaum(a)t-online.de
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A C H T U N G ! A C H T U N G ! A C H T U N G !
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